Stirbt das Eine-Welt-Engagement? – Anmerkungen zum 10. Bonner Eine-Welt-Tag

16. Oktober 2006.

Gastbeitrag von Rolf Meckelholt, erstmalig veröffentlicht in der neuen Ausgabe der Bonner Umwelt Zeitung BUZ
Über diese und andere Fragen konnten sich die Besucher auf dem zehnten Bonner-Eine-Welt-Tag am 17. September informieren. Frieden und Gerechtigkeit sind nach wie vor zentrale Werte in unserer christlich geprägten Welt, die sich in Zeiten der Kriege, Kolonialisierung und neoliberaler Verteilungskämpfe schon sehr oft merkwürdig verhalten hat. Die Botschaft der Liebe, die im Neuen Testament verankert ist, spielt allzu oft nur eine Nebenrolle.
Dag Hammarskjöld, der zweite Generalsekretär der Vereinten Nationen (VN), posthumer Friedensnobelpreisträger von 1961, war ein offener und sehr aufrichtiger Politiker und somit die Ausnahme von der Regel. Im Gedenken an den wohl bedeutendsten UNO-Generalsekretär luden das Eine-Welt-Forum, Pax Christi, das Netzwerk Afrika Deutschland und die Arbeitsgemeinschaft Begegnung mit Afrika zu einer Matinée anlässlich seines 45. Todestages ein. Bürgermeister Joisten würdigte ihn als Vorbild für alle Menschen. Pater Wolfgang Schonecke trug Tagebuchzitate des Mystikers Dag vor, die ein lebendiges Bild eines geradlinigen und bis zu seinem Tod konsequenten Menschen zeigten. Hammarskjöld stellte sein Leben bedingungslos in den Dienst der Gemeinschaft. Er stand zu seinen Überzeugungen und war der Architekt der UNO-Friedenspolitik. Seine Worte, vor allem sein Handeln, finden noch heute zahlreiche Bewunderer. Seine Bescheidenheit, seine unangreifbare Integrität und sein geradliniges Pflichtbewusstsein prägten auch den amtierenden Generalsekretär Kofi Annan. Frieden ist nach wie vor eines der kostbarsten Güter dieser Welt. Die Veranstaltung war eine hervorragende inhaltliche Abrundung des Eine-Welt-Tages, der in diesem Jahr die Arbeit im Rahmen von Städte- und Projektpartnerschaften in den Mittelpunkt stellte.
Die Gruppe Black & White gab sinnstiftende musikalische Unterhaltung zum Besten und sorgte zusätzlich mit Bongos und Trommeln sowie einem bemerkenswerten Trommel-Workshop unter freiem Himmel für Begeisterung. Es war ein sehr gelungenes Fest, auch wenn es immer kleiner wird und die Zukunft manchen dunklen Gedanken aufkommen lässt. Zuerst starb in Bonn die Umweltschutzkonzeption der Bundesstadt Bonn (1999), das Forum Umweltverbände Bonn ist seit 1999 nur noch auf dem Papier existent, dann wurden die Nord-Süd-Standpunkte des Eine-Welt-Forums in der Bonner Umwelt Zeitung ersatzlos gestrichen. Uli Mercker, freiwilliger Koordinator des Eine-Welt-Forums, bedauert dies noch heute sehr. Der Bonner Weltladen, Maxstraße 36,  und das Ökozentrum Bonn e.V., heute Sandkaule 2, trennten sich im Frühjahr 2000 nicht nur räumlich, sondern rückten auch programmatisch weiter auseinander.

Initiative zeigen

Was kommt jetzt? Wir sollten wieder mehr zusammen arbeiten und die Politik der kleinen Schritte (Leute) betreiben, die offener und ehrlicher ist als die der sogenannten Profis. Die Neuauflage der Broschüre „Initiative zeigen!“ ist ein denkbares Gemeinschaftsprojekt unter Federführung des Ökozentrums. Die Erstauflage stammt aus dem Jahr 2001 und schildert Möglichkeiten, sich freiwillig in den Bereichen Umweltschutz, Lokale Agenda 21, Frieden und Entwicklung zu engagieren. Wir machen, wovon andere maximal nur reden. Packen wir es gemeinsam an.
Rolf Meckelholt

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