Mit Solarkocher und Umweltmesskoffer vom Rhein nach Usbekistan

27. Oktober 2006.

Schüler, Lehrer und Eltern der Emilie-Heyermann-Schule werden in Begleitung von Bürgermeister Peter Finger (Grüne), dem Leiter des Bonner Gebäudemanagement, Friedhelm Naujoks und der Leiterin des Vorstandsreferates Internationales, Maria Hohn-Berghorn vom 28. Oktober bis 2. November im usbekischen Buchara an einem Symposium zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energien in der Projektpartnerstadt Buchara teilnehmen. Die Bonner kommen nicht mit leeren Händen. Als Gastgeschenk bringen sie einen Solarkocher, einen Umweltmesskoffer und eine Spende von 1.000 Euro für den Kauf von Energiesparlampen mit. Die Schüler aus beiden Städten nutzen die Gelegenheit zur Vertiefung ihrer Partnerschaft und werden gemeinsam auf Exkursionen gehen und Workshops abhalten.

Die Projektpartnerschaft zwischen Bonn und der alten Karawanenstadt entstand aus Kontakten im Rahmen der Konferenz ‘Städte und Wüstenbildung’ im Jahre 1999. Die Universitätsstadt Buchara hat 250.000 Einwohner und zählt zu den von fortschreitender Wüstenbildung bedrohten Städten. Neben Jugend- und Kulturaustausch sowie Schulpartnerschaften kooperieren die Projektpartner in den Bereichen Tourismusförderung und ökologische Entwicklung. Unterstützt wird die Arbeit von der Deutsch-Usbekischen-Gesellschaft. Eine besonders enge Beziehung entstand im Rahmen der Projektpartnerschaft zwischen der Emilie-Heyermann-Realschule und der Schule Nr. 4 in Buchara. Im Rahmen des aus EU-Mitteln mitfinanzierten Projektes SPICE - Schools Partnership to Improve the Conservation of Energy - erarbeiten die Schulen u.a. gemeinsam Unterrichtsmaterialien zu den Themen Energieeinsparung und die Nutzung erneuerbarer Energien.

weitere Informationen:

externer Link folgtStadt Bonn und externer Link folgtDeutsch-Usbekische-Gesellschaft

  1. Aldenhoven sagt am 28. Oktober 2006:

    Das ist doch schön: Klassenfahrt mit EU-Geldern und eine lustige Dienstreise, bei der Bürgermeister Peter Finger und zwei Verwaltungschefs den Usbeken endlich einmal zeigen, wie man in Bonn seinen Nachmittagskaffee mit Sonnenenergie kocht.

    Die Bonner waren zu faul zum Einkaufen. Vielleicht ist es aber auch besser so: Wie peinlich wäre es wohl geworden, wenn 30 Bonner feierlich 100 Glühbirnen überreichen würden - Nicht auszudenken!

    Das Ökogedöns ist wohl einfach nur Schmu. Dass reiche Usbeken zukünftig öfter mal einen Abstecher ins Beethovenhaus vornehmen und Bonner Billig-UrauberInnen nach DomRep und Kuba auch mal Usbekistan ausprobieren, könnte hingegen eine interessantere Zukunftsperspektive sein.

    Aber dass Bonner Schüler usbekische Schüler besuchen: Das ist wirklich schön. Vor 20 Jahren wäre das absolut undenkbar gewesen!

  2. Uli sagt am 3. November 2006:

    Ja, das ist wirklich schön. Nicht so schön ist, daß die fröhliche Partnerschaft mit Buchara nicht ganz losgelöst von handfesten politischen und ökonomischen Interessen der Bundesregierung betrachtet werden kann. Der unmittelbar anschließende Besuch unseres Herrn Außenministers in der Region, bei dem es um strategische Rohstoffinteressen geht, läßt das zumindest stark vermuten. Schön wäre es auch, wenn die Bonner Partner im Anschluß an ihre Reise ausführlich über die Menschenrechtssituation in dem bereisten Land berichten würden. Die Spalten des \”Rhein:raum\” stehen dafür sicher offen.
    U.M.

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