Neue Partnerschaft mit Afrika

4. Dezember 2006.

Inspiriert durch die vom Bundespräsidenten Horst Köhler einberufene Konferenz „Partnerschaft mit Afrika“ hat das Internationale Frauenzentrum Bonn am 1. und 2. Dezember AkteurInnen und Organisationen aus der Zivilgesellschaft zusammengebracht, um gemeinsam Strategien für eine von der Zivilgesellschaft mitgetragene Partnerschaft mit Afrika zu entwickeln. 350 AfrikanerInnen und Deutsche haben sich auf der Konferenz in Bonn in die engagierten Diskussionen eingebracht und ihren Willen bekundet, sich auch in Zukunft für die Verbesserung der Partnerschaft mit Afrika einzusetzen.
Die TeilnehmerInnen arbeiteten in sieben Foren zu folgenden Themen: Wissen und Können, Gleichstellung der Geschlechter, Fluchtursachen und Leben in der Illegalität, Krank in der Fremde, Interreligiöser Dialog, Transferleistungen, Bonner Netz für Neue Afrikanische Partnerschaften. Folgende Resolutionen wurden im Anschluss gemeinsam verabschiedet:
1.      Das Forum spricht sich für die Bildung eines Afrika-Netzwerkes aus. Dieses Netzwerk soll von der Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und den Medien getragen werden. Es dient dem Erfahrungsaustausch in der Lobby- und Projektarbeit sowie der Durchführung mindestens einer größeren gemeinsamen Veranstaltung pro Jahr.
2.      Das Forum trägt die konkrete Vision zur Bildung eines Bonner Afrika-Zentrums, da eine zentrale Anlaufstelle für eine bessere Vernetzung und den weiteren Ausbau zivilgesellschaftlicher Aktivitäten mit Afrika-Bezug dringend benötigt wird.
3.      Das Forum schließt sich den Forderungen des Eine Welt Netzwerkes NRW an und fordert den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein Westfalen auf, das Fördergeschäft der Stiftung Umwelt und Entwicklung seitens des Landes wie bisher für die Jahre 2007 und 2008 abzusichern. Nach dem jüngstens Koalitionsbeschluss droht der Stiftung das Aus. Dies wäre ein Schlag ins Gesicht für das ehrenamtliche Engagement.
4.      Die Bundes-/Landesregierung sowie die Stadt Bonn werden aufgefordert gegen den Beginn des Prozesses gegen die Cap-Anamur-Crew zu protestieren, denn humanitäre Hilfe für Menschen in Not ist keine Straftat. Es wird ein schnelles Ende des Verfahrens gefordert sowie eine umfassende Rehabilitierung von Stefan Schmidt, Elias Birdel und Vladimir Daschkewitsch.
Die TeilnehmerInnen der Afrika-Konferenz verstehen diese Beschlüsse als Auftakt der umfassenden Arbeit zur Stärkung der gesellschaftlichen Position in Deutschland lebender AfrikanerInnen und ihres Engagements für die Länder Afrikas. Eine Dokumentation ist geplant, in die auch die weiteren, in den einzelnen Foren erarbeiteten Ergebnisse, aufgenommen werden. Das Internationale Frauenzentrum hat sich bereit erklärt, den Prozess vorerst weiter zu organisieren und koordinieren, bis sich eine eigenständige Organisationsform entwickelt hat.

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