BUND: Nationalpark oder Biosphärenreservat?

26. Mai 2007.

Nationalparkidee für das  Siebengebirge ist noch nicht ausgereift

Düsseldorf 25.5.2007: Die Idee des Landesumweltministeriums, im Siebengebirge einen Nationalpark auszuweisen, bedarf aus Sicht des Landesverbandes des BUND einer kritischen Prüfung. „Grundsätzlich“, so Paul Kröfges, Vorsitzender des BUND in NRW, „begrüßen wir einen weiteren Nationalpark in NRW sehr, jedoch darf sich ein solches Schutzgebiet später nicht als Mogelpackung erweisen. So wäre zu prüfen,  ob nicht die Ausweisung eines großräumigeren  Biosphärenreservates ein besser geeigneter und ehrlicherer Weg wäre.“. Auf Grund der geringen Größe und der intensiven Nutzung sind die in einem Nationalpark notwendigen Naturschutzmaßnahmen im Siebengebirge allein deutlich erschwert, daher muss die Eignung hierzu genau untersucht werden. „Es ist im Übrigen nicht verständlich, warum das Land NRW Gebiete mit noch besserer Eignung, etwa die Senne, nicht vorrangig als Nationalpark sichert.“, so Landesvorsitzender Paul Kröfges.
Verfolgt das Umweltministerium dagegen die Nationalparkidee explizit im Rhein-Sieg-Kreis weiter, sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland NRW durchaus die Möglichkeit, das richtige Anliegen vom Kopf auf die Füße zu stellen. Denkbar wäre ein durchgehendes Schutzgebietsband, das vom  Siebengebirge bis zum Königsforst reicht. Eingeschlossen wären dann die wertvollen Flächen der Heideterrasse mit der Wahner Heide, der Siegaue, der Aggeraue sowie – als Bindeglied – des unteren Pleisbachtales. Erst bei einer solchen Abmessung könne eine wirklich sinnvolle Besucherlenkung erfolgen und erst dann lohne sich der Aufbau einer eigenständigen Naturschutzverwaltung. Die Schutzgebietsflächen des Siebengebirges selbst müssten zugleich deutlich erweitert werden und Flächen in Rheinland-Pfalz sowie östlich des Siebengebirges einschließen. Die bereits erfolgte Ausweitung des bestehenden ‚Naturparkes Siebengebirge‘, die der BUND mit vorgeschlagen und betrieben hatte, setzt hier bereits den richtigen Trend. 
„Der BUND erkennt in einem solchen Großprojekt die einmalige Chance, Fehler der Vergangenheit bei der zu engen Schutzgebietsausweisung aufzuarbeiten und dem Naturschutz im Rhein-Sieg-Kreis eine ganz neue Zukunft zu eröffnen“, stellt Paul Kröfges fest. Abschließend weist er noch einmal darauf hin, dass nicht allein in der Kategorie „Nationalpark“, dessen hoher Standard nur schwer zu erfüllen sei, gedacht und geplant werden solle, sondern alternativ die Ausweisung eines Biosphärenreservates zu prüfen sei. Denkbare Variante sei auch, dass das Siebengebirge in diesem Fall als Nationalpark Teil des Biosphärenreservates werde.
Biosphärenreservate beziehen die Bevölkerung in jedem Fall stärker mit ein und konnten bereits anderenorts, etwa in der Rhön, sehr positive Entwicklungen in Richtung Nachhaltigkeit einleiten. Gerade angesichts der Lage der Fläche in einem Ballungsgebiet erscheint dieser Weg aus Sicht des BUND deutlich vielversprechender.
V.i.S.d.P.
Paul Kröfges
Vorsitzender BUND NRW
Merowingerstraße 88
40225 Düsseldorf

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