S 13 und Schienengüterverkehr: VCD fordert Moratorium
31. Mai 2007.
Im Jahr 2006 wurde erstmals die 100-Milliarden-Tonnen-Kilometer-Grenze überschritten. Dieser Boom macht sich auch in Bonn bemerkbar.
Der Schienengüterverkehr verzeichnet derzeit die höchsten Zuwachsraten
seit der Wiedervereinigung. Vor allem auf der rechten Rheinstrecke
kommt es regelmäßig zu akuten Engpässen im Schienengüterverkehr. So
stauen sich oftmals die Güterzüge im Bahnhof Bonn-Beuel, wenn der
Rangierbahnhof Köln-Gremberg an seine Kapazitätsgrenzen stößt oder wenn
wegen des großen Andrangs das holländische Eisenbahnnetz vorübergehend
geschlossen wird. Hinzu kommen häufige Streiks des Eisenbahnpersonals in
Italien und Frankreich, die unmittelbare Auswirkungen auf den deutschen
und europäischen Schienengüterverkehr haben.
Ungeachtet dieses Szenarios wird derzeit die S 13 vom Flughafen
Köln/Bonn nach Bonn-Oberkassel verbunden mit dem Wegfall der kompletten
Abstell- und Überholungsgleise im Bahnhof Bonn-Beuel geplant. Hiergegen
läuft der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Sturm. „Wir fordern ein
Moratorium für den Rückbau von Gleisen. Stattdessen müssen sich alle
Beteiligten schleunigst zusammensetzen und ein Gleisnetz planen, das
sowohl dem Güterverkehr als auch dem Personenverkehr gleiche Chancen
einräumt,“ so VCD-Kreisvorsitzender Rainer Bohnet.
Der VCD weist darauf hin, dass die Überholungs- und Abstellgleise im
Bahnhof Bonn-Beuel von Zügen der gesamten Branche regelmäßig genutzt
werden. Es handelt sich u.a. um Güterzüge der Railion Deutschland AG,
der SBB Cargo, der TX Logistik AG oder der rail4chem GmbH. Bohnet: „Und
diese Züge sind für die Volkswirtschaft sehr wichtig. Denn sie stellen
den Nachschub für die Industrie, den Handel und die Verbraucher sicher.“
Da die Planer der S 13 bisher die Belange des Schienengüterverkehrs
sträflich vernachlässigt haben, appelliert der VCD an die
verkehrspolitische Vernunft der Deutschen Bahn AG, des
Eisenbahn-Bundesamtes, des Landes Nordrhein-Westfalen und des
Bundesverkehrsministeriums. „Ein Moratorium würde der Vernunft zum Sieg
verhelfen und Kompromisse zwischen Personen- und Güterverkehr
ermöglichen. So wie es derzeit läuft, wird der Schienengüterverkehr
ausgegrenzt, und das ist für die nationale und internationale Logistik
völlig inakzeptabel,“ urteilt Bohnet.
