Ausmaß der geplanten Denkmalzerstörung zeichnet sich ab

12. August 2007.

In der Sitzung des Denkmalausschusses am 8.8.2007 wurden die von der Verwaltung als „genehmigungsfähig“ bezeichneten Pläne zum Umbau des METROPOL-Theaters diskutiert. Dabei wird das ganze Ausmaß der beabsichtigten Denkmalzerstörung deutlich. Die Planung sieht weiterhin die bereits von den frühenen Zerstörungsversuchen bekannten Veränderungen von Eingangsbereich, Foyer, Theatersaal, Bühne und Orchestergraben vor. Das Denkmal soll außerdem mittels Durchbrüchen zum Nachbarhaus in der 2. Etage entstellt werden. Von dem Denkmal würden nur Einzelelemente des Theaters, wie z.B. Bühnenrahmen und Kuppeln sowie scheinbar wahllos versetzte Deko-Elemente übrig bleiben.
Die jetzt vorliegenden Pläne unterscheiden sich von den bisherigen (von Verwaltung und Rat vollkommen zu Recht abgelehnten) Planungen nur marginal. Mit ihrem Votum, der Rat möge diesen Plänen zustimmen, setzt sich die Verwaltung in Widerspruch ihren bisherigen Stellungnahmen. Die Bürgerinitiative Pro Metropol e.V. spricht deshalb davon, dass die Erteilung einer Genehmigung für diese Pläne „sachfremd und rechtswidrig“ sei. Das sehen offensichlich auch mehrere Ratsfraktionen so: Die Grünen, die FDP und der Bürger Bund Bonn lehnen die Denkmalzerstörung ab.
Auch in Teilen der CDU Ratsfraktion zeichnet sich wieder ein Umdenken zu einem rechtskonformen Vorgehen ab. Die Bürgerinitiative hat deshalb die Rückstellung von Ratsbeschlüssen hinter die demnächst bevorstehende Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln durch den Denkmalausschuss gefordert.
In den Fraktionen von SPD und CDU besteht, so der gestern geäußerte Eindruck der Bürgerinitiative, gegenwärtig viel „Druck von oben“, der darauf gerichtet sei, rechtlich bedenkliche Entscheidungen durchzusetzen. Der CDU-Fraktionsgeschäftsführer Georg Fenninger bestätigt dies mittelbar mit seiner Feststellung, dass es für die Pläne „eine große Zustimmung des Rates geben“ wird. Vor allem das Verhalten der SPD-Ratsfraktion ist nach Meinung der Bürgerinitiative geradezu unverständlich. „Es ist traurig“, teilte die Bürgerinitiative in ihrer Pressemitteilung mit, „dass sich die Vertreter einer traditionsreichten Volkspartei gegen die Bonner Bürger stellen.“

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