Kino mitten in der Stadt wichtiger als mehr Buchhandel

28. August 2007.

Nach der klaren Stellungnahme der Bezirksregierung und angesichts der starken Unterstützung der Bonner Bevölkerung für den Erhalt des Metropols als Filmtheater, hat sich die Filmstiftung NRW erneut für eine denkmalsgerechte Nutzung ausgesprochen.
Vor der Ratssitzung  am 30. August, auf der – nach Wunsch der Bonner OB Dieckmann – über die Zerstörung des  Denkmals entschieden werden soll, sieht die Filmstiftung starke Argumente für den Erhalt des Metropol als Filmtheater.  Das von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten der Kinofachleute rmc rinke medien consult, Wuppertal, hatte schon im Vorfeld nachgewiesen, dass das Metropol auch in Zukunft wirtschaftlich als Kino zu führen ist.
“Kino mitten in der Stadt ist für das urbane Klima wichtiger als weitere Aktivitäten im Buchhandel”,  so Michael Schmid-Ospach, Geschäftsführer der Filmstiftung NRW. Dies gelte umso mehr, wenn es sich dabei um ein auch architektonisch so wunderbares Kino wie das Metropol handelt. “Was hier verloren ginge, wäre nie wieder zu ersetzen.”
Metropol-Kino auf dem Bonner MarktplatzDie Filmstiftung NRW ist nicht irgendwer: 1991 vom damals noch sozialdemokratisch regierten Land Nordrhein-Westfalen und dem WDR gegründet, traten ihr das ZDF, RTL und 2003 auch die Landesanstalt für Medien (LfM) bei. Mit rund 34 Millionen Euro Jahresetat unterstützt sie Autoren, Produzenten und Regisseure, Verleiher und Kinobesitzer sowie die  Produktion von Kino- und TV-Filmen. Ganz im Sinne des Lieblingsprojekts “Medienwirtschaft NRW” des Ex-Ministerpräsidenten, Wolfgang Clement (SPD). Mit der Förderung von Filmfestivals in Bonn durch die Filmstiftung NRW könnte es vorbei sein, wenn der Rat die Zerstörung des Metropol beschließt. Logisch wäre es.
Nach den aktuell kursierenden Plänen der Metropol-Besitzer soll die Buchkette Thalia in einem völlig umgebauten – und damit als Denkmal vernichteten – Metropol ein “innovatives Buchhandelskonzept” umsetzen. Zusätzliche und logische Konsequenz wäre auf jeden Fall das “Aus” für die bisherige Buchhandlung Bouvier, die ebenfalls zu Thalia gehört: Ein dritter Bouvier-Standort in der Innenstadt rechnet sich auf keinen Fall.
Vor diesem Hintergrund steht die von Dieckmann vorbereitete Ratsentscheidung besonders schlecht da: Tausche Leerstand Metropol gegen Leerstand Bouvier. Nicht gerade ein Ausweis einer sinnvollen und effektiven Wirtschaftsförderung. Oder soll damit etwa nur eine private Wirtschaft gefördert werden?

Konstruktive Kommentare bevorzugt

Bitte bleiben Sie beim Thema des zu kommentierenden Beitrags. Sie können anderer Meinung sein, aber vermeiden Sie persönliche Angriffe. Verwenden Sie einen eindeutigen Namen in den Kommentaren, so dass ersichtlich bleibt, wer hier mit wem diskutiert. Spam und Werbung sind im Kommentarbereich nicht erlaubt. Neben den Kommentaren besteht auch die Möglichkeit einen Artikel einzureichen, bitte wenden Sie sich dazu an: mein-artikel [at] rheinraum-online.de

Meist diskutierte Artikel

Zum Artikelarchiv ...

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel:

Artikel RSS
Kommentare RSS
rhein:raum Twitter