Beethoven-Festspielhaus

Wenn Bilder lügen könnten …

11. Juni 2008.

Bonn: Die Pläne für das Festspielhaus sind fertig. Und alles wird viel billiger, als gedacht! Das Zauberwort heißt ppp, private public partnership, sprich: Preiwet Papplick Pahtnaschipp. rhein:raum klärt auf*:

Schon vor 200 Jahren gab es Sponsoren, und auch damals blieben diese nicht ungenannt. So heißt noch heute Beethovens Klaviersonate Nr. 21 C-Dur op. 53 ganz selbstverständlich “Waldstein”-Sonate und erinnert damit an den Mann, dem Beethoven finanziell so viel zu verdanken hatte. Kultur als Werbefläche. Das ist ppp.
Die denkmalgeschützte gute alte Beethovenhalle aus den 1950er Jahren soll einem grundlegenden Face-Lifting unterzogen und auf diese Weise für das 21. Jahrhundert fit gemacht werden. Und für den 250. Geburtstag des weltberühmten Sohnes der Stadt Bonn im Jahre 2020.

Die schlechte Akkustik kann mit Ingenieurtricks wegsaniert werden. Pfiffige Ideen werden helfen, zusätzlich Geld zu sparen. Beispielsweise kann die Nachhallzeit dadurch verringert werden, dass das Publikum seine Mäntel nicht an der Garderobe abgibt, sondern großflächig an den Saal-Innenwänden aufhängt.

Auch die äußere Gestaltung ist inzwischen gelöst. Dem Denkmalschutz wird insoweit Rechnung getragen, dass man die Halle nicht abreisst. Der Rest folgt dem Konzept einer ehrlichen Architektur und orientiert sich eng am oben beschriebenen Waldstein-Prinzip. Ein (kostspieliger) Architektenwettbewerb ist also überflüssig.

Die enge Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft wird sich am umgestalteten Gebäude klar und unverwechselbar ablesen lassen. Sehen Sie selbst!

Dies ist die Bonner Beethovenhalle, wie wir sie heute kennen (Foto: Hans Weingartz/wikipedia)
beethovenhalle

1.) In enger Abstimmung mit den Sponsoren (Waldstein-Konzept!) wird ein grundlegend neues Farbkonzept entwickelt:

2.) Das Gebäude erhält eine wertige Optik durch Firmen-Logos:

3.) Ein Sponsor übernimmt den Schriftzug “Festspielhaus”:

4.) Auch die Bonner Fahnenfabrik leistet ihren Beitrag zum international absolut unverwechselbaren Gesamteindruck:
festspielhaus04

5.) Fertig ist die Laube!

*) Satire darf alles, wisst Ihr schon …

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