Auch in Bonn radioaktiver Müll aus Neapel?

4. Juli 2008.

bohnet01_02Im Juni dieses Jahres erschreckte die Nachricht aus verschiedenen Medien (BBC, NDR, dpa), dass in Hamburg mehrere Container mit Neapel-Müll radioaktiv belastet gewesen seien. Als Ursache wurde das radioaktive Isotop Jod-131 genannt, das möglicherweise von einer Radiologen-Praxis unsachgemäß entsorgt worden sei. Dieses Isotop hat eine extrem kurze Halbwertszeit von wenigen Tagen und kann die Schilddrüse und benachbarte Organe nach Aufnahme erheblich schädigen.
Ab Mitte Juli könnte nun auch nach Bonn Müll aus Neapel geliefert werden, weil die Bezirksregierung die Notifizierungsanträge mittlerweile genehmigt hat. Die Grünen im Rat der Stadt Bonn nehmen diese Meldung zum Anlass, einen offenen Brief an die Stadtwerke Bonn zu schreiben mit Fragen zur Klärung des Umgangs mit dem italienischen Müll.

  1. Wie wird der aus Neapel nach Bonn gelieferte Müll auf radioaktive Belastung hin untersucht?
  2. Wäre das Filtersystem der Bonner Müllverbrennungsanlage überhaupt in der Lage, das flüchtige Jod-131 zurückzuhalten?
  3. Welche Strahlenbelastung wäre im Falle der Kontamination des Mülls für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke und für die anliegende Bevölkerung zu befürchten?
  4. Wird der angelieferte Müll auch auf andere radioaktive Bestandteile untersucht und wie?

Da der nächste Umweltausschuss erst Ende August tagen wird, haben die Grünen den Weg eines offenen Briefes gewählt.
Auch Johannes Schott, Bezirksvertreter des Bürger Bund Bonn hatte schon im Juni eine Anfrage ähnlichen Inhaltes an die MVA-Geschäftsführung gerichtet. In der telefonischen Rückmeldung durch die Betriebsleitung der MVA wurde ihm erklärt, dass alle Container genau registriert und schon in Italien den jeweiligen Müllverbrennungsanlagen zugeordnet werden. Für jeden Behälter müssten Lieferunterlagen ausgefüllt und abgezeichnet werden.
rhein:raum ist gespannt auf die Beantwortung der Fragen durch die Stadtwerke.

Schlagworte: , , , , ,

Artikel zum gleichen Thema

Zum Artikelarchiv ...

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel:

Artikel RSS
Kommentare RSS
rhein:raum Twitter