Friedenskooperative zum Demoverlauf in Bonn-Duisdorf

13. Juli 2008.

netzwerk_logo_11Das Netzwerk Friedenskooperative sieht in der beeindruckend großen Beteiligung an der Demonstration gegen den Naziaufmarsch in Bonn-Duisdorf einen Erfolg für die Demokratie. Von den 3.000 Demonstratinnen und Demonstranten seien die meisten Jugendliche gewesen. „Diese Generation ist politisch engagiert, hellwach und wehrt sich gegen den braunen Spuk“, so Netzwerk-Geschäftsführer Manfred Stenner. Auch die beispiellos breite Zusammensetzung des Bündnisses „Kein Fußbreit den Faschisten“ sei sehr ermutigend für Bonn als internationale Stadt und Sitz vieler UNO-Institutionen.
Die Protestaktionen rund um die Marschroute der Neonazis hätten dafür gesorgt, dass diese während des ganzen Weges mit Spottliedern, Protestrufen und Pfeifkonzerten konfrontiert gewesen seien.
Dieses Recht hätten sich die Demonstranten aber nach einschneidenden Behinderungen durch die Polizei allerdings selbst zurückerobern müssen. Nach einem kurzen Scharmützel an anderer Stelle hatte die Bonner Einsatzhundertschaft die Demonstration zur Mahnwache am Duisdorfer Bahnhof in der geplanten Form unterbunden, Personenkontrollen und Durchsuchungen verfügt und letztlich den Lautsprecherwagen und mehrere hundert Personen mehr als sechs Stunden lang eingekesselt. Eine Kundgebung und lautstarke „Begrüßung“ der Neonazis am Duisdorfer Bahnhof konnte so nicht stattfinden.
„Damit“, so die Friedenskooperative, „hat die Bonner Polizei das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit schwer beschädigt und unnötig gerade bei vielen Jugendlichen Feindbilder gegen die Polizei bestätigt oder erzeugt“. Viele der Eingekesselten hätten nicht gewusst, wie ihnen geschah. Sie seien nur zur falschen Zeit am falschen Platz gewesen und dann während der überlangen Prozedur der Personalienfeststellung stundenlang ihrer Freiheit beraubt gewesen.
Letztlich bedauert das Netzwerk Friedenskooperative die Gesetzeslage, die immer wieder zu diesen „Rechts-Links-Lagen“ führe. „Der Bundestag könnte z.B. mit einer Klarstellung im Grundgesetz dafür sorgen, dass solche volksverhetzenden und letztlich das NS-Regime verherrlichenden Aufmärsche verboten werden können“.

Schlagworte: , , ,

Artikel zum gleichen Thema

Zum Artikelarchiv ...

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel:

Artikel RSS
Kommentare RSS
rhein:raum Twitter