Hiroshimatag-Aktionen für Abzug der Atomwaffen aus Deutschland

5. August 2008.

Zum „Hiroshima- und Nagasaki-Tag“ am 6. bzw. 9. August erinnern weltweit Opfer, Hinterbliebene und Friedensgruppen an den nunmehr 63. Jahrestag der Atombombenabwürfe. In der Bundesrepublik finden etwa 45 Veranstaltungen statt.

netzwerk_logo_12Deutsche Friedensorganisationen fordern dringend den Abzug der verbliebenen 20 US-Atombomben im Fliegerhorst Büchel/Eifel und damit das Ende der „nuklearen Teilhabe“ der Bundeswehr. Nach Ansicht der Friedensgruppen verstößt die Bundesregierung damit auch gegen den vor 40 Jahren unterzeichneten Atomwaffensperrvertrag. Die als Relikt aus dem Kalten Krieg fortgesetzte Bereithaltung von Restbeständen der US-Atombomben bei NATO-Partnern war auch durch die jüngste US- Studie über Sicherheitsmängel der Lagerung in die Kritik geraten.

„Mit einem Abzug der letzten Atombomben auf deutschem Territorium würde die Bundesrepublik ein wichtiges Signal für die Diskussion um weltweite atomare Abrüstung setzen und sich glaubhafter als bisher gegen atomare Proliferation engagieren können“, erklärt der Geschäftsführer des Netzwerk Friedenskooperative, Manfred Stenner.

Dies fordern auch 48 Verbände und Initiativen von der Bundesregierung, die sich in der Kampagne „unsere zukunft – atomwaffenfrei“ zusammengschlossen haben. Sie wollen „Erinnern, gedenken und vor der eigenen Türe kehren“.

Das Netzwerk Friedenskooperative wendet sich ebenfalls vehement gegen die vermeintlich „zivile“ Nutzung der Atomenergie, nicht nur wegen des „dual-use“ und Proliferationspotentials der Technologie.

Stenner: „Die Bemühungen um Laufzeitsverlängerung und eventuell neue Atomkraftwerke unterwerfen Gesundheit und Sicherheit der Menschen wider besseren Wissens kurzfristigen Profitinteressen. Nach Harrisburg, Tschernobyl und ungezählten Störfällen seither kann man das als verbrecherisch ansehen. Die vielfältigen Alternativen für regenerative Energien und massive Einsparmöglichkeiten sind bekannt“.

Bei den Veranstaltungen zum Hiroshimatag wird für weitere Aktionen am Atomwaffenlager Büchel am 30. August geworben: den „Pacemakers“ Fahrrad-Rundkurs mit einer siebenmaligen Umrundung des Atomwaffenlagers über eine Streckenlänge von 203 km (siehe http://www.pace-makers.de) und die Großdemonstration, die die Kampagne „unsere zukunft – atomwaffenfrei“ vorbereitet (siehe http://www.atomwaffenfrei.de).

Terminübersicht zum Hiroshima- und Nagasakitag: http://www.friedenskooperative.de/hir08ter.htm

Ein „online-Lexicon“ zu allem rund um Atomwaffen und deren Gefahren ist unter http://www.AtomwaffenA-Z.info eingerichtet.

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