Ende des Matriarchats

15. August 2008.

Mit Volker Kregel (CDU) ist jetzt der vierte Mann in das Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters gestartet. Eins ist daher schon jetzt abzusehen: Die Zeiten der Frauenherrschaft im Bonner Rathaus sind vorbei! Auch wenn sich der Wunschkandidat der CDU-Findungskommission Bedenkzeit ausgebeten hat, gibt es wohl keine ernstzunehmende Alternative zu einer Kandidatur des Stadtdirektors. Denn bisher war die CDU bei der Suche nach einem geeignetem Kandidaten erfolglos. Aus den eigenen Reihen hatte sich niemand bereit erklärt, gegen die amtierende Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann in den Ring zu steigen. Dankenswerterweise hat diese ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur, im Sommerloch verkündet.; so hat sich auch die Landes- und Bundespresse ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt. Der Frankfurter Rundschau konnte man entnehmen, dass für das höchste Amt in Bonn sogar der ehemalige Grüne und Neu-CDUler Oswald Metzger im Gespräch war. Jetzt wo seine Chefin OB Dieckmann nicht mehr antritt, ist der Weg frei für Volker Kregel. Der ehemalige Umweltdezernent (2003-2007) bekleidet als Stadtdirektor seit fast einem Jahr das zweihöchste Amt in der Stadtverwaltung.
Am Dienstag dieser Woche (12.08.) haben auch Bündnis 90/Die Grünen ihren Bürgermeisterkandidaten gewählt. Die Grünen schicken den amtierenden Bürgermeister Peter Finger ins Rennen. Finger sieht eine seiner Hauptaufgaben in einem neuen Politikstil. „Kooperation statt „monarchischem“ Führungsstil“ soll das Motto des 53-jährigen sein. Als wichtigste Leitlinien seiner Politik benennt er eine konsequente Klimaschutzpolitik, den „Masterplan Soziale Stadt“, Integration, eine qualitative Wirtschaftsförderung, eine kreative Verwaltungsführung und eine Stärkung der Bürgerbeteiligung.
Die FDP setzt auf ihren Ratsfraktionsvorsitzenden Werner Hümmrich.
Und für die SPD soll‘s ein 30-jähriger Doktorand gegen Stadtdirektor Kregel und Bürgermeister Finger richten. Jedenfalls wenn es nach dem Willen Dieckmanns, des Ratsfraktionsvorsitzenden Wilfried Klein, dem Bonner MdB Ulrich Kelber und der Landtagsabgeordneten Renate Hendricks gehen soll. Als Bonner_in ist man es gewohnt, dass die Sozialdemokrat_innen stets widerstandslos dem Willen ihrer Führung folgen. Ob sie das aber auch bei einer so entscheidenden Frage wie der Oberbürgermeister_inkandidatur tun werden bleibt abzuwarten. Im November soll die/der Kandidat_in auf einem Parteitag gewählt werden.

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