Demonstration und Straßentheater für die Menschen ohne Papiere
25. August 2008.
Am bundesweiten “Tag ohne Abschiebung” an diesem Samstag, den 30. August, wird um 11.00 Uhr ab McDonalds am Bonner Hauptbahnhof eine Demonstration mit Straßentheater beginnen, die auf die menschenunwürdigen Lebensumstände der “Menschen ohne Papiere” aufmerksam macht.
Allein im Raum Bonn leben etwa 4.000 Menschen in der Illegalität. Sie sind nicht in
der Lage, ihre Menschenrechte wahrzunehmen, denn sie genießen keinen
Arbeitsschutz und erhalten oft keinen leistungsgerechten Lohn. Sie stehen
Risiken, wie Krankheit, Unfall und Arbeitslosigkeit schutzlos gegenüber, und
ihre Kinder werden oft von Kindergärten und Schulen abgewiesen.
Die Menschen ohne Papiere nehmen dieses menschenunwürdige Leben auf
sich, weil sie durch wirtschaftliche, politische und ökologische Krisen
gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sie leben anonym, weil sie
sofort abgeschoben werden, wenn man sie entdeckt.
“Begleiten Sie uns und zeigen Sie Ihre Solidarität mit den Menschen ohne
Papiere!” heißt es im Aufruf der Bonner Bürgerinitiative für Rechte und Würde der Menschen ohne Papiere. Die Abschlusskundgebung am alten Rathaus in Bonn ist für 12.30 Uhr geplant.
Am
“Tag ohne Abschiebung!” finden auch in anderen Städten ähnliche Aktionen statt. “Wir rufen zu einem gepfefferten Frühstück und so vor der Ausländerbehörde auf, um unseren Protest in die Öffentlichkeit zu tragen und ein deutliches Zeichen gegen die rassistische Ausländerpolitik der BRD zu setzen” heißt es beispielsweise in Münster. In Mannheim sind Blockaden und Ämterbesuche geplant, in Neuss u. a. “subversive Spiele” vorm Abschiebeknast.
Die Bonner Demonstration wird unterstützt u. a. vom Caritasverband Bonn, dem Internationalen Frauenzentrum Bonn, der Flüchtlingsberatungsstelle Bonn, MedinetzBonn aber auch vom Allerweltshaus Köln e.V., Aktion Courage e.V. – SOS Rassismus, Kein Mensch ist Illegal – Netzwerk gegen Abschiebung und Ausgrenzung in Köln und vielen anderen.
