Billiglösung denkmalwürdig?

17. Oktober 2008.

Mit großem Befremden hat der Verein PRO METROPOL aufgrund von  Presseberichten davon Kenntnis genommen, dass die Stadt Bonn die auf 2 Jahre befristete und im August ausgelaufenen Genehmigung einer Einzelhandelsnutzung im Eingangsbereich des METROPOL-Theaters durch die Eigentümer – entgegen früheren Verlautbarungen – nun doch um ein weiteres Jahr verlängert hat. Damit bleibt ein Schandfleck im Kernbereich der Innenstadt, an dem nach den Erfahrungen der Bürgerinitiative viele Bonner Bürger und Bonn-Touristen Anstoß nehmen, weiterhin bestehen.
Auch wenn zu begrüßen ist, dass demzufolge Stadt und Eigentümer wohl davon ausgehen, dass die Beschwerden wegen Nichtzulassung der Revision des OVG-Urteils erfolgreich sein werden, steht eine erneute Ausnahmegenehmigung doch im Widerspruch zu der Tatsache, dass das OVG-Urteil noch nicht rechtskräftig und das METROPOL nach wie vor ein Denkmal ist sowie zu der Haltung der Stadt, dass es dies auch bleiben soll.
Es stellt sich auch die Frage, wie die weitere Nutzung des denkmalgeschützten METROPOL- Theaters durch einen Billigladen mit der im Juni diesen Jahres von der Stadt Bonn gestarteten und in schönem Buntdruck veröffentlichten  „Gestaltungs-offensive Innenstadt“ vereinbar ist. „Bonn piccobello“ ist hier wohl nicht angesagt! Schade ist aber vor allem, dass eine solche Zwischenlösung einer denkmalgerechten Nutzung des METROPOL entgegensteht.
Merkwürdig ist auch, dass ein Miteigentümer nach den gleichen Presseberichten nichts von dem seit einiger Zeit vor sich gehenden Räumungsverkauf im eigenen Haus gewusst haben will. Wissen die Eigentümer nicht, was ihre Mieter vorhaben? Oder weiß bei Ihnen die eine Hand nicht, was die andere tut? Oder werden hier  Nebelkerzen geworfen?
Es ist zu hoffen, dass bald endgültige Klarheit über die Denkmalwürdigkeit des METROPOL hergestellt wird und seiner weiteren kulturellen Nutzung nichts mehr im Wege steht.
PRO METROPOL Verein zur Förderung des Bonner Kulturlebens e.V.

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