Kraniche auf dem Durchflug – ein Hauch von hohem Norden

2. November 2008.

Kraniche über dem Messdorfer Feld

Kraniche über dem Messdorfer Feld

Wer es noch nicht gemerkt hat: Der Winter steht vor der Tür. Vor einer Woche hat das erste „Großkontingent“ nordischer Kraniche bei seinem Flug ins Winterquartier den Rhein überflogen – innerhalb von vier Stunden wurden fast 3000 der riesigen Vögel im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn beobachtet.

Zweimal im Jahr können Naturfreunde in der Region Bonn/Rhein-Sieg das großartige Schauspiel ziehender Kraniche am Himmel beobachten, denn das Rheinland ist ein wichtiges Durchzuggebiet der Vögel. Wenn es im Herbst in ihren Brutgebieten in Nord- und Osteuropa kalt und ungemütlich wird, sammeln sich die eleganten Flieger an der Ostsee. Erst wenn es hier anfängt zu frieren, brechen sie im Spätherbst zu ihren Überwinterungsgebieten in Spanien und Südfrankreich auf. Die Vögel starten in den frühen Morgenstunden, ziehen mit 80 km/h über die Norddeutsche Tiefebene nach Südwesten und erreichen am Nachmittag den Rhein. In Bonn sind die meisten Schwärme zwischen 15 und 19 Uhr zu sehen. Die später aufgebrochenen „Langschläfer“ erreichen die Bundesstadt oft erst im Dunkeln. Bei konstanten Flugbedingungen können die Tiere ohne Zwischenstopp bis nach Südeuropa fliegen. „Bei uns stand das Telefon nicht mehr still“ erklärt Peter Meyer von der Naturschutzstation des NABU in Swisttal. Dabei wussten die meisten Bürger gar nicht recht, was genau sie am Himmel entdeckt hatten, so der Vogelexperte. „Die Hälfte der Anrufer war überzeugt, dass sie Gänse gesehen hatten. Doch die ziehen hier gar nicht durch“. Tatsächlich seien Gänse und Kraniche auf den ersten Blick nicht leicht zu unterscheiden, erklärt der Naturfreund. Denn beide bilden im Flug die charakteristischen V-förmigen Formationen. „Die kräftigen und erfahrenen Tiere fliegen an der Spitze und wechseln sich ab. Im Windschatten folgen die jungen und schwächeren Vögel“. Und auch das bekannte Trompeten der Kraniche ist dem Ruf der Gänse ähnlich. Der Rat des Fachmanns:“ Achten Sie auf die langen Beine der Vögel, die ragen bei Kranichen auch im Flug gut erkennbar deutlich über den Körper hinaus, wodurch sie sich gut von Gänsen unterscheiden lassen!“

Und der Spuk ist noch nicht vorbei: In den nächsten Wochen ist nach Aussage der Naturschützer noch mit Tausenden Kranichen über Bonn zu rechnen. Insgesamt fliegen fast 120 000 der Zugvögel über Westeuropa; in Bonn werden nach Angaben des NABU dabei regelmäßig bis zu 20 000 Kraniche gezählt.

Weitere Informationen: Peter Meyer, NABU Bonn, Tel.: 0175/4701247

V.i.S.d.P.: Alexander Heyd, NABU Bonn

1. Vorsitzender

Tel. Büro: 0228/66 55 21

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