Kinder- und Familienarmut in Bonn – Ideen für ein örtliches Handlungskonzept
25. November 2008.
„Praktikern“, die mit dem Thema vertraut sind, ist diese negative Entwicklung seit Jahren bekannt. Auch in der Dienstleistungsstadt Bonn leben geschätzte 10.000 Kinder unter und an der Armutsgrenze. „Wir müssen dieses Thema ganz weit vorne in unser Blickfeld platzieren, denn betroffen sind zunehmend nicht nur Alleinerziehende und Kinder und Familien aus dem SGB II (Hartz IV) und SGB XII (Sozialhilfe) Leistungsbezug“, sagt der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bonn, Ingo Degenhardt.
Zu den „Praktikern“, die mit den Problemlagen vertraut sind, damit täglich umgehen, und die schon seit vielen Jahren vor einer „negativen Spirale der Armut“ gewarnt haben, zählen die beiden (großen) Kirchen mit ihren sozialen Organisationen, die Wohlfahrtsverbände und die Gewerkschaften und ihre Gliederungen.
Im Jahr 2007 haben sich in Bonn mehrere Lobbygruppen gegen Kinderarmut gegründet. Auf Initiative der Kirchen wurde zusätzlich am 5. März 2008 ein Forum „Zukunft für Familien“ gegründet. Mit rund 50 TeilnehmerInnen aus Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Arbeitslosengruppen, Ratsparteien, Vereinen und Verbänden und der Stadtverwaltung ist dieser Zusammenschluss der bisher umfassendste. Der Prozess des Bonner Forums wird fortgesetzt. Die TeilnehmerInnen des Forums haben es sich zum Ziel gemacht, das Thema weiter in den Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit zu rücken und wichtige Bonner Akteure zu einer Lobbybewegung zusammenzuführen. Hier sollen konkrete Maßnahmen zur Abhilfe von Kinder- und Familienarmut formuliert und deutlich gemacht werden.
Eine erste weitere Veranstaltung hat nun die DGB-Region Bonn/Rhein-Sieg/Oberberg auf den Weg gebracht:
„Es geht uns um eine konkrete Situationsbeschreibung, die Vorstellung von Ideen und Maßnahmen, die den TeilnehmerInnen des Forums in unserer Stadt als wichtige Handlungsvorschläge zum Gegensteuern betrachten und einen Ausblick auf weitere geplante Veranstaltungen und Initiativen“, erläutert Ingo Degenhardt.
v.i.S.d.P. Ingo Degenhardt, Deutscher Gewerkschaftsbund, Region Bonn/Rhein-Sieg/Oberberg
