Erste OB-Wahlkampfrunde zur vierten Gesamtschule

30. November 2008.

JOKER060316120250.jpgZu einer ersten Diskussionsrunde zwischen den OB-Kandidaten von Rot und Grün lud die GEW zum Thema Schulpolitik in Bonn ein. Die Erwartungen, gerade an den Leiter der Beueler Gesamtschule, Jürgen Nimptsch, waren dabei besonders hoch. Aber entgegen seinem Spruch „Stark bleiben“, der auf Großplakaten überall in der Stadt sichtbar ist, wirkte der Kandidat an diesem ersten Abend kraftlos und blieb unverbindlich.
Nach einem eindrücklichen Vortrag vom Schulexperten Ernst Rösner, der mittels Tabellen und Zahlen das belegte, was die Versammelten eigentlich schon alle wussten: die Hauptschule stirbt und zwar in einer Schnelligkeit, die auch keine Profilprogramme der CDU/FDP Regierung  in Düsseldorf mehr aufhalten können. Der Elternwille – das Beste für das eigene Kind zu wollen – führt zu einem Schulwahlverhalten, bei dem das Kind alle Optionen haben soll und wo es alle Abschlüsse erreichen kann. Bisher bieten aber nur das Gymnasium und die Gesamtschule diese Möglichkeiten.
Nach dem Schulexperten waren die Kandidaten an der Reihe. Peter Finger für die Grünen, kein ausgewiesener Schulexperte, Jürgen Nimptsch – Leiter der Beueler Gesamtschule, einer über die Grenzen Bonns anerkannt guten Schule. Ein Heimspiel für letzteren, hätte man meinen können. Peter Finger nutzte als erster die Chance, für seine Vision eines neuen Schulsystems zu werben: für eine Schule für alle Kinder, in der kein Kind zurückgelassen wird, für die geplante neue Bonner Gesamtschule, die seine volle Unterstützung erhalte und für den Aufbau einer kommunalen Bildungslandschaft. Jürgen Nimptsch sprach dagegen von Realismus. Es solle keinen Kulturkampf wegen einer weiteren Gesamtschule geben und der Weg zur vierten Gesamtschule sei schwierig.
Wer erwartet hätte, dass da ein Visionär auftritt, der endlich mal der Landesregierung NRW sagt, was im Interesse von Kindern und Jugendlichen in der Schulpolitik getan werden muss, und was er selbst als möglicher zukünftiger OB tun wird, der wurde enttäuscht. Zurückhaltung, Allgemeinheiten, wenig Klärendes. Vielleicht war das ja  eine beabsichtigte Taktik, je näher der Wahltermin rückt, umso unverbindlicher die Aussagen. Eine Vorstellung, was der Kandidat in Sachen Schulpolitik und Bildungspolitik als künftiger möglicher OB realisieren möchte, bekamen die ZuhörerInnen jedenfalls nicht.

Foto: JOKER/Gloger

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