Bonner Oberbürgermeisterin ordnet Tauwetter an

13. Januar 2009.

Im Streit um die Vernachlässigung von Radwegen beim Winterdienst hat die Oberbürgermeisterin nun eingelenkt und ihr Wetter-Dezernat angewiesen für Tauwetter zu sorgen.
Vorangegangen war eine Beschwerde der Grünen darüber, dass die Verwaltung nichts unternommen hat, um die Radwege von Schnee und Eis zu befreien. Ganz im Gegenteil nutzte der Winterdienst der Stadt vielfach die Radwege und Radstreifen als Reservoir für den beiseite geschobenen Schnee. Die Beschwerde blieb unbeantwortet, stattdessen ließ die Verwaltung nassforsch über das Presseamt verlautbaren, sie hätte genug damit zu tun, die allgemeine Verkehrssicherheit auf den Hauptstraßen zu gewährleisten, da müssten Fuß- und Radwege eben mal zurückstehen.
Das brachte die Grünen erst richtig in Rage und sie wandten sich mit einem offenen Schreiben direkt an die Oberbürgermeisterin:
” Wir sind der Auffassung, dass im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht ein zügiges Räumen der benutzungspflichtigen Radwege und Radfahrstreifen in Bonn, der Mitgliedstadt fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden, unabdingbar ist. Der hohe RadfahrerInnenanteil zeigt, dass für viele BonnerInnen das Fahrrad ein Alltagsverkehrsmittel ist, das auch bei ungünstiger Witterung zum Einsatz kommt.
Die Tatsche, dass bei Schnee- und Glättegefahr zunächst die wichtigsten Straßen geräumt werden ist selbstverständlich. Dass aber nun 10 Tage nach dem letzten Schneefall, immer noch viele wichtige Radwege in einem Zustand sind, in dem die Unfallgefahr drastisch erhöht ist, ist für uns völlig unverständlich. (…) Das ist umso unverständlicher, als inzwischen auch schon ein schwerer Fahrradunfall gemeldet wurde, der auf den Zustand des Radwegs zurückgeführt wurde.”
Als abwegig kann die von schleudertraumatisierten Radlern erhobene Vermutung gelten, die Stadt plane als nächstes ein Initiative via Berlin mit dem Ziel bundesweit ein Absteigegebot für Radfahrer bei schneebedeckten Fahrbahnen durchzusetzen.

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