Buskonzept: Vom Agenten-Dorf ins Penne-Feld
18. Januar 2009.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sammelt derzeit die an ihn herangetragenen Kritikpunkte am neuen Buskonzept, um sie anschließend strukturiert zu analysieren. “Danach werden wir auf die SWB Bus und Bahn zugehen und konkrete Nachbesserungen fordern,” so VCD-Kreisvorsitzender Rainer Bohnet.
Bei augenfälligen Mängeln sei es für den VCD allerdings eine Selbstverständlichkeit, dass sich die SWB bemühen, diese Dinge kurzfristig auch ohne politischen Auftrag zu korrigieren: “Das muss ein kundenorientiertes Unternehmen leisten.”
Konkrete Mängel sind für den VCD u.a. der Umstand, dass an vielen Haltestellen noch die alten Fahrpläne aushängen, was zu unnötigen Verwirrungen bei den Fahrgästen führt. Beim neuen Farbschema der Buslinien gebe es z.B. bei der Linie 608 ein hellgelbes Schild mit weißer Schrift. “Dieses Schild ist selbst bei Helligkeit nur sehr schlecht zu erkennen. Bei Dunkelheit ist die Erkennung unmöglich.” Die Zahl “608″ könnten die SWB mittels einer Schablone und schwarzer Farbe kenntlich machen, empfiehlt Bohnet.
Einige Buslinien leiden nach Feststellung des VCD unter ständigen Verspätungen. Dies nähre den Verdacht, dass die Fahrzeiten und die Dienstpläne der Busfahrer nicht optimal seien. “Das haben uns mehrere Busfahrer und SWB-Servicekräfte im persönlichen Gespräch bestätigt.”
Überfüllungen einzelner Buslinien hätten ebenfalls strukturelle Ursachen. “Warum fährt z.B. die Linie 610, die das internationale Bonn bedient, mit Standardbussen, obwohl dort wegen des hohen Fahrgastaufkommens Gelenkbusse nötig wären”, fragt der VCD.
Der Vorsitzende des Planungs- und Verkehrsausschuss Rolf Beu (Die Grünen) ergänzt die Liste um “unvollständige und falsch geschriebene Haltestellenschilder, unkorrekte Aushangfahrpläne, unterschiedliche Zielangaben auf Haltestellenschildern und Fahrzeugen, Fehlangaben auf den automatischen Linienverlaufsanzeigen an den Fahrzeugen usw. usf. à la “Agentendorfer Straße*”, “Pennefeld**”, “Ramersdorf über Ramersdorf***”. Außerdem sei die Festlegung der Abfahrplätze am ZOB “suboptimal” (z.B. wegen unterschiedlicher Haltestelleninseln für Linien mit gleichem Verlauf auf angrenzenden Hauptachsen). Von der Fachverwaltung erwartet er eine “ungeschönte Analyse und nachvollziehbare Verbesserungsvorschläge”.
Der VCD nimmt derweil über seine Homepage www.
vcd.org/bonn jeden Hinweis von Fahrgästen auf, um die Kritikpunkte für den Dialog mit den SWB zu verwenden.
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*) richtig: Agnetendorfer Str.
**) richtig: Pennenfeld
***) Es gibt in Bonns Stadtgebiet nur ein Ramersdorf

Hallo,
seit etwa 20 Jahren nutze ich der bonner öPNV. Da ich in Remagen-Unkelbach wohne, fahre ich dort mit dem Fahrrad etwa vier Kilometer zum Bahnhof Oberwinter, von dort mit dem Zug nach Bonn. Bei meinen Dienstzeiten ist eine Nutzung des öPNV in Remagen nicht möglich. Aber auf diese Weise habe ich meinen “Zwangssport”. In Bonn allerdings wird die Sache dann ein Pokerspiel. Planmäßig fährt ein Bus 601 Richtung Venusberg um 6:31 Uhr, der in der Woche aber meistens 4, 6, bis 12 Minuten verspätet ankommt. Eine gute !!! Verspätung, den bekomme ich dann noch. Um 6:42 fährt dann allerdings ein (neu-eingesetzter) Bus ab Hauptbahnhof planmäßig. Nur Sa + So verpasse ich den Bus um 6:31 Uhr, und zum Spätdienst um 11:31 Uhr, wenn der Zug etwas zu spät ist. Früher fuhr ein Bus um X:40, da war die Welt in Ordnung. Züge aus Koblenz, Köln und Euskirchen kamen immer so gegen X:00 und X:30 Uhr an, inerhalb von 15 Minuten war man- auch Sa +So auf der Weiterfahrt. Mit dem neuen Fahrplan dauert das jetzt 30 Minuten, mittags hat man jetzt etwas nachgebessert .
Siegfried Wohlfahrt