Ausgerechnet die FDP stellt Bonns neuen Umweltdezernenten
26. Januar 2009.
Der Neue in der Pflicht
Der neue Dezernent wurde durch einen Headhunter schließlich in Niederkassel entdeckt und bringt Erfahrungen aus der Verwaltung mit, denn er kommt aus dem Bundesumweltministerium. Als Jurist und ehemaliger Referatsleiter ist er für Bonn ab sofort für die Bereiche Umwelt, Ökologie und Gesundheit zuständig. Hoffentlich verwaltet er nicht nur im Greenwash-Verfahren, sondern lässt Taten zum Besten von Natur- und Umwelt folgen. Krempelt er die Ärmel hoch und arbeitet er im Sinne der Umwelt, oder verwaltet er lediglich Missstände? Weckt er die UN- und Umweltkonferenzstadt Bonn aus dem Dornröschenschlaf? Küsst er als starker Prinz die Bonner Umweltschutzkonzeption wach?
Stiefkind Umweltbericht
Wo bleibt die Bonner Umweltschutzkonzeption? Der letzte Umweltbericht der Bundesstadt Bonn deckte die Jahre 1996-2002 ab. Was ist seitdem passiert? Herzlich wenig, denn scheinbar lohnt es sich nicht einmal darüber zu berichten. Den längst überfälligen Umweltbericht sollte Wagner auf seiner Agendaliste ganz oben stehen haben. Der alte Umweltdezernent Dr. Kregel ließ die Zügel in seinem Dezernat ordentlich schleifen. Er ist ja als Stadtdirektor nach der OB Bärbel Dieckmann der zweithöchste in der Verwaltungshierarchie. Für Qualität im Umweltmanagement der Bundesstadt Bonn steht das allerdings wirklich nicht. Wo bleibt die ganzheitlich und nachhaltig entwickelte Umweltschutzkonzeption der Bundesstadt Bonn, die in regelmäßigen Abständen über Neues im Umweltbereich mittels Controlling berichtet und alte Schwächen abstellt? Zum 1.1.2009 wurde Dr. Kregel (CDU) von seinem Leiden als Einzelhandelslobbyist und Ablehner der Bonner Umweltzone, Verschlepper der Umweltberichterstattung für die Bundesstadt Bonn und als recht farbloser oberster Umweltschützer der Stadt vom Neuen abgelöst. Bei der aktuellen großen Koalition von CDU und SPD im Stadtrat hat Wagner auf jeden Fall keine starken Partner auf Umweltebene. Dort regiert mehr Schein als Sein. Die Bonner Ampelkoalition war allerdings auch nicht wirklich tatkräftig zum Besten von Umwelt und Natur. Bereits 1995 forderte die damalige rot-grüne Koalition die kommunalen Umweltverbände und -organisationen zur Mitarbeit an der Umweltschutzkonzeption der Bundesstadt Bonn auf.
Bürgerengagement gefragt
Wo bleibt eigentlich die außerparlamentarische Opposition? Es gab damals auf ehrenamtlicher Ebene die Zusammenarbeit des Forum Umweltverbände Bonn, des Eine-Welt-Forum und des Vereins Zukunftsfähiges Bonn. Eine ganzheitliche und gut durchdachte Umweltschutzkonzeption mit 12 Teilkonzeptionen schien greifbar nahe. Die Entwickler der Konzeption brachten Erfahrung und Kompetenz mit. Sie wussten, was sie zum Besten für Natur- und Umwelt wollten. Dieses Team aus Ehrenamtlern, Wissenschaftlern, Verwaltung und Politik war ambitioniert und zielstrebig. Sogar die IHK war kurzfristig mit im Boot.
Jetzt, 10 Jahre nachdem die Konzeption sang- und klanglos im Kommunalwahlkampf 1999 fallen gelassen wurde, feiert die Untätigkeit unserer Stadtabgeordneten Jubiläum – 10 Jahre Umweltpolitik á la Lorth-Zipfel im Meßdorfer Feld blamieren den UN- und Umwelt-Konferenzstandort Bonn und unsere gewählten Volksvertreter bis auf die Knochen. Schon im Bonner Umweltbericht von 1996-2002 war von den „alten Ideen“ der Bürgerbeteiligung nicht mehr viel zu finden. Der Bericht wurde weder (basis-) demokratisch erstellt, noch erfüllt er die hohen Umwelt- und Klimaschutzziele der Bundesstadt Bonn. Aber GAR KEIN BERICHT seit 2002 ist wirklich peinlich…
