Bahnhofsvorplatz Bonn: Hurra, ein neuer Klotz!
13. Februar 2009.
Fast alle Parteien im Bonner Stadtrat schlagen Purzelbäume vor Freude. “Noch nie waren wir so nah dran” jubiliert der Bonner Bürgerbund und empfiehlt der Stadt, dem Investor finanziell entgegenzukommen. Schließlich beabsichtige der, eine Bausünde zu beseitigen, die dereinst die Stadt Bonn selbst mitverantwortet habe.
Laut General-Anzeiger Bonn wird der neue Klotz “fünfstöckig plus zurückgesetztem und von unten nicht sichtbarem Staffelgeschoss”. Das mitveröffentlichte schemenhafte
Modellfoto zeigt allerdings ein im wesentlichen nur viergeschossiges Gebäude. Aber auch das wäre bereits größer als der bisherige Bau: Das ungeliebte heutige Gebäude präsentiert sich dem Fußgänger zum Bahnhof hin als drei- und zur Stadt hin als viergeschossig plus Staffelgeschoss.
Was ist es doch für eine unglaublich schöne Nachricht!
Trotz aller Wirtschaftskrise will plötzlich nicht-toxisches Anlagekapital selbstlos seinen Segen über Bonn ergießen: “Das wird für uns ein Spiel nahe der Nullgrenze” wird Rolf Paffenholz, die rechte Hand des Investorenvertreters Roger Sevenheck, zitiert.
Der Vorsitzende des Vereins “Pro Bahnhofsvorplatz” Günter Bergerhoff empfiehlt laut General-Anzeiger flankierende Unterstützung des Projektes mit Konjunkturpaket-Geldern. Der CDU-Ratsherr Hentschel warnt, das Projekt könne scheitern, wenn sich jemand dabei eine “goldene Nase” verdienen wolle, und erklärt: “Jetzt ist die Stadt am Zug.”
Stadtbaurat Wingenfeld will erst mal abwarten, bis der Investor notariell beurkundete Verträge vorweist, und erklärt: “Herr Sevenheck ist am Zug.”
Die Grünen wollen, dass ein Wettbewerb zur Fassadengestaltung ausgeschrieben wird.
Foto: Südüberbauung/Montage rhein:raum

Neulich mußte ich in der Zeitung lesen, daß der Invesor “Druck” mache. Vielleicht sollte man einen Zeitplan erstellen, der auch Ideensammlungen (Architekten-Wettbeberb vielleicht Schulprojekte u.s.w.) zuläßt. Das dauert dann zwar wieder fast zwei Jahre. Das Gebäde wird aber sicherlich besser, als der häßliche Klotz, den man jetzt mit viel Geld wieder loswerden möchte. Jetzt positiv agieren, anstatt später hastig reagieren.
Endlich kommt Bewegung in Form von Beiträgen im Generalanzeiger in die Sache.
Kleine Auswahl, wie es weitergehen könnte:
Der Ball liegt im Spielfeld von Roger Sevenheck. Die Stadt zieht die Zügel an. Wingenfeld entmachtet Modellfotografen. Neuer Investorenkontakt bestätigt. More OPEN SPACE needed. Südüberbauung ist ein Urgestein. Die Fassade ist nicht mehr gegliedert. Mit Null Concepta über die Ziellinie. Der Holländer will kein Sündenbock sein. An der Verkehrsführung schneiden sich die Geister. Neuer unterschlagener Entwurf aufgetaucht. Bahnhofmission gescheitert. Initiative fordert Grundsatzentscheidung Pro Bahnhofshalle. Tagt FDP Parteitag im Bonner Loch? EisenBahnSpielFreunde verrammeln sich.
Und schließlich, Bonner Rechtsdirektor: “Wir vertagen das Problem in die nächste Generation.”
Merke: Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht!
Das Thema wurde auch im in Mitmach-Blog vom General-Anzeiger ganz munter diskutiert.
http://blog.ga-bonn.de/aktion/unendliche-geschichte-vor-dem-hauptbahnhof/