„Bonner Klima-Runde“ befürwortet Umweltzone in Bonn

15. März 2009.

Die "Bonner Klima Runde", ein Bündnis diverser Bonner Umwelt- und Verkehrs­ver­bände wie BUND, BUB, VCD sowie die Ev. Kirchengemeinde Bonn begrüßt den Plan der Bezirks­regierung, auch in Bonn eine Umweltzone einzurichten.
Dieser Beschluss hätte nach Meinung der Bonner Umweltverbände allerdings schon vor 6 Monaten gefasst werden müssen. Schon damals zeigten die Berechnungen des Landes­amtes für Natur- und Umweltschutz NRW (LANUV) die Notwendigkeit einer Umweltzone. Das LANUV zeigte auf, dass z.B. an der Reuterstraße nur die Kombination von Umweltzone, Sperrung für alle LKWs größer 3,5 Tonnen, Verflüssigung des Verkehrs und 1000 neuer Job-Tickets ausreicht, um den EU-Grenzwert von 40 µg/m3 für Stickstoffdioxid ab dem 1.1.2010 annähernd einzuhalten.
Leider fehlte der Bezirksregierung seinerzeit der Mut, sich gegen die vom damaligen Stadt­direktor Volker Kregel, der Bonner IHK, der Handwerkskammer sowie dem Einzel­handels­ver­band vorgetragenen Bedenken gegen eine Umweltzone in Bonn durchzusetzen. Das er­klärte Ziel der Stadtverwaltung in der Arbeit des Projektbeirates war die Verhinderung einer Umweltzone.
Das LANUV hat der Stadt Bonn schon im September letzten Jahres Unterstützung bei der konkreten Planung der Gestaltung der Umweltzone angeboten. Diese wurde allerdings ignoriert. Wertvolle Zeit ist seither verstrichen, ohne dass auch nur eine einzige Maßnahme zur Reduzierung der Stickoxid-Belastung in der Bonner Innenstadt ergriffen wurde.    
Die Umwelt- und Verkehrsverbände unterstützen im Wesentlichen den Vorschlag der Bonner Grünen für die Ausgestaltung der Umweltzone. Allerdings sollte die Grenze über die Reuterstraße hinaus gehen, um Schleichverkehr, z.B. über die Luisen- oder Lotharstraße zu verhindern. Die gesamte Bonner Innenstadt einschließlich Beuel-Zentrum muss in die Umweltzone integriert sein, da sie massiv mit Stickstoffdioxid belastet sind. Messungen der Stadt Bonn und des LANUV in den letzten Jahren ergaben Konzentrationen zwischen 45 und 66 µg/m3 Stickstoffdioxid an der Reuterstraße, dem Konrad-Adenauer-Platz, dem Bertha-von-Suttner-Platz, der Bornheimer Straße und dem Wittelsbacher Ring.
Um langfristig eine deutliche Reduzierung der Schadstoff-Belastung der Bonner Innenstadt zu erreichen, haben die Verbände verschiedene Konzepte zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs und Fahrradverkehrs sowie einer Reduzierung des Kfz-Verkehrs in der Innenstadt entwickelt. Diese beinhalten z.B. ein Ringbussystem, den Ausbau des Velo-City-Ringes, die Herausnahme des Kfz-Verkehrs vor dem Hauptbahnhof, ein City-Logistik-Konzept und eine massive Förderung von neuen Job-Tickets.
Um nicht wieder zusätzlichen Verkehr in die belastete Innenstadt zu ziehen, darf die Kennedybrücke nach Fertigstellung nicht auf vier Autospuren erweitert werden.
 

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