World Conference Center

Das große Schweigen um Kim und Jang

25. April 2009.

Springt die Sparkasse für Bärbel Dieckmanns Desaster in die Bresche? Das World Conference Center Bonn sollte einen krönenden Abschluss ihrer Regentschaft als Bonner SPD-Bürgermeisterin darstellen. In diesen neuen Hallen beabsichtigte sie, als zukünftige Chefin der Deutschen Welthungerhilfe im Licht der Weltöffentlichkeit hochrangige internationale Delegationen zu empfangen.

Doch nun droht all das den Bach ‚runterzugehen. Dabei hatte es so märchenhaft begonnen:

Bund und Bonn überließen das Traumgrundstück am Rhein dem koreanisch-nordamerikanischen Waffen- und Automobil-Konzern Hyundai, der unentwegt beteuerte, er werde Bonn und das von ihm neu errichtete Kongress-Centrum zu seiner Europa-Zentrale machen.

Strahlend präsentierten sich vor gut einem Jahr beim Richtfest die blonde Strahlefrau Bärbel Dieckmann und der schwarzhaarige koreanische Strahlemann Ki Kim der Presse. Ki Kim ist seitdem über alle Berge, Bärbel Dieckmann aber ist immer noch da. In Bonn. Oberbürgermeisterin.

Hyundai war anscheinend schon längst ausgestiegen und hatte seine Anteile am Projekt größtenteils an andere Geldvermehrer-Fonds vertickt. Hat in Bonn tatsächlich niemand davon gewusst? Völlig überraschend fehlen jetzt angeblich 60 Millionen Euro für den Weiterbau des koreanischen Kongress-Centrums im rheinischen Bonn.

Leider ist die Stadt Bonn in diesem Zusammenhang zur Zeit sehr erpressbar. Für den – vor drei Jahren – von der Bonner Lokalpolitik noch als äußerst unwahrscheinlich angesehen Fall, dass der reiche Onkel aus Korea seinen auf 30 (!) Jahre eingegangenen Verpflichtungen nicht mehr entsprechen würde, war festgelegt worden, dass sowohl Grundstück als auch Gebäude an die Stadt Bonn fallen. Ass im Ärmel, haben die BonnerInnen gedacht. Pustekuchen!

Niemand hatte nämlich erwartet, dass die Schlitzaugen [politisch nicht korrekt] dermaßen schlitzohrig [politisch korrekt] sein würden: Sie führten nämlich diesen „unwahrscheinlichen“ Fall zielsicher genau mitten in der Bauphase herbei! Der vorgesehene Nutzer (Hyundai) hat sich längst aus dem Staub gemacht, und Bonn ist im Augenblick traurige/r BesitzerIn einer riesigen Bauruine, deren Fertigstellung genauso teuer und unbezahlbar ist wie ihr Abbruch.

Das Märchen vom freundlichen ausländischen Investor entpuppt sich als geplatzte Seifenblase. Von der hiesigen Rheinromantik waren nur die lokalen PolitikerInnen benebelt, nicht aber die herbeigereisten GeschäftspartnerInnen. Die waren hartgesottener. Härter gesotten.

Die Stadt Bonn hüllt sich in Schweigen.

Kim und Jang

Ki Kim, damaliger Repräsentant von SMI Hyundai, ist seit ungefähr einem Jahr von der Bonner Bildfläche verschwunden. Angeblich lebt er zur Zeit in den USA.
Sein Nachfolger repräsentiert offenbar die koreanische Geldvermehrer-Firma Honua und heißt Andrew Jang.

Der von ihm eingesetzte neue Chef der 200-Mio-Euro-Baustelle, Young Ho Hong, ist laut General-Anzeiger Bonn (G.A.) koreanischer Architekt und Bauunternehmer in Personalunion, der u. a. dafür gesorgt hat, dass man nun auch tonnenschwere Automobile an der ursprünglich filigranen Glasdach-Konstruktion aufhängen kann (sicherlich ein Pluspunkt für den Kongress-Standort Bonn :-).

Er und sein deutscher Oberbauleiter Peter Herrmann weisen laut G.A. vom 14.04.09 darauf hin, dass „die Änderungen am ursprünglichen Konzept zwar zu Kostensteigerungen, aber auch zu einer ‚großen Qualitätssteigerung‘ geführt hätten.“ Die Rede ist u. a. von nunmehr vollständiger Unterkellerung, größerer Ausstellungsfläche und spektakulärer Bühnentechnik ‚vom Feinsten‘. Und von fehlenden 60 Mio Euro.

Kurzfassung: Kim ist weg und Jang sagt, wir bauen nur weiter, wenn wir auf eure Kosten teurer bauen dürfen.

Laut Bonner General-Anzeiger will die Sparkasse KölnBonn eilfertig mindestens die Hälfte der von den KoreanerInnen gewünschten 60 Mio Euro übernehmen. Sie würde damit Bärbel Dieckmann ernsthaft aus der Patsche helfen!

Echte Fründe schtonn zesamme …

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