1. Mai 2009.

Bildungspolitisch hat auch der Rhein-Sieg-Kreis enormen Nachholbedarf für den Bereich der Gesamtschule, die von den Eltern immer mehr nachgefragt wird. Diese Schulform differenziert Schülerinnen und Schüler nicht bereits ab der 5.Klasse, sondern bietet ihnen ein gerechteres Bildungssystem und damit bessere Chancen für die Zukunft.

Entsetzt zeigt sich jetzt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) über die aktuelle Entwicklung um die Siegburger Gesamtschule, die mit Schulgeld zwischen 80 und 400 Euro im Monat finanziert werden soll.

„Bildung ist keine Ware, sondern ein öffentliches Gut. Bildung muss ein Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sein. Eine zunehmende Privatisierung kann nur gestoppt werden, wenn der Staat massiv in den Ausbau und die Qualität des Bildungswesens investiert – das ist in diesem Fall die Kommune, beziehungsweise ein Verbund von Kommunen. Ein zur Finanzierung geplantes Schulgeld lehnen wir kategorisch ab“, so der Vorsitzende des regionalen DGB, Ingo Degenhardt, in seiner Stellungnahme.

Für die Gewerkschaften ist eine gute Bildung die entscheidende Grundlage für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Sparen im Bildungssystem bürdet der Gesellschaft hohe Folgekosten auf. „Bildung lässt sich nicht auf eine reine Dienstleistung reduzieren, die nur diejenigen in Anspruch nehmen, die es sich leisten können und auch wollen. Der mittlerweile sehr hohe Zuspruch an der Schulform Gesamtschule muss nun endlich politisch auch umgesetzt werden. Den Trend zu einem abgeschotteten privaten Bildungssystem gilt es zu stoppen“, so Ingo Degenhardt.

Der DGB wird diese Entwicklung in Siegburg so nicht einfach hinnehmen und setzt sich weiter dafür ein, dass die zu gründende Gesamtschule eine kommunale Trägerschaft bekommt.

Foto: JOKER

Schlagworte: , , , , , ,

Artikel zum gleichen Thema

Zum Artikelarchiv ...

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel:

Artikel RSS
Kommentare RSS
rhein:raum Twitter