13. Mai 2009.

Dokumentation zur Fällungsaktion widerlegt zur die Angaben der Stadtverwaltung

Als Dreistigkeit empfanden viele Bürger und Anwohner die Einladung zu einem „Ersten Spatenstich“ für die Umgestaltung der Straßen rund um das ehem. Bundeshaus (Heussallee, Welcker- und der früheren Dahlmannstraße).

In diesen Straßen am neuen Kongreßzentrum wurden allein in den vergangenen Wochen insgesamt 85 größtenteils hochwertige Bäume gefällt. Die übriggebliebenen Baumstümpfe der gefällten Bäume entlang der Heussallee, der Hermann-Ehlers-Straße und der Görresstraße wurden zu diesem Zweck durchnumeriert und fotografisch dokumentiert (s.Anlage).

Viele der gefällten Bäume hatten einen Stammumfang von mehr als zwei Metern und waren kerngesund. „Mit dieser Aktion sollen die Angaben der Stadtverwaltung widerlegt werden, die in ihren Verlautbarungen gerade mal von 30 gefällten Bäumen gesprochen hatte“, so Norbert Volpert als Initiator der Aktion.

Aber nicht nur, daß die Stadtverwaltung mit falschen Zahlen agiert, nun lädt der Bezirksbürgermeister auch noch ein, die Rodungsaktionen im ehem. Regierungsviertel zu beklatschen. Die Rodungen bedeuten nicht nur eine katastrophale Verschlechterung für das Klima, sondern obendrein auch noch für die Radfahrer, die sich auf dem geplanten „Boulevard“ bald nur noch schiebenderweise fortbewegen können.

Auch sind die versprochenen Neupflanzungen reine Augenwischerei. Um den gleichen CO2-Effekt wie die alten Bäume zu erhalten, braucht es Jahrzehnte. Bis heute sind noch nicht einmal die Ausgleichspflanzungen für die wertvollen Bäume auf dem Gelände der Villa Dahm gesetzt worden, die im Februar 2006 gefällt worden waren. Mit dieser Zerstörungsaktion gerät das WC Bonn noch mehr in Mißkredit, als es durch den dubiosen Investor ohnehin schon geraten ist.

Wie will Bonn sich eigentlich glaubhaft als Stadt der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes präsentieren, wenn man mal eben völlig ohne Not 85 Bäume absägen läßt. Die riesigen Platanen an der Heussallee gehörten seit Jahrzehnten zum Erscheinungsbild des Regierungsviertels und standen unter dem Schutz der Baumsatzung. Sie sind mit keinen Neupflanzungen zu ersetzen.

Ebenso schlimm ist, daß die Stadtverwaltung versucht, die Bürger für dumm zu verkaufen. Angeblich mußten die Bäume gefällt werden, um einen „Boulevard“ zum ehemaligen Bundeshaus zu schaffen. Wenn es überhaupt so etwas wie einen Boulevard im ehemaligen Regierungsviertel gab, dann war der entlang der Heussallee, wo man noch im Schatten großer Bäume spazieren konnte. Damit ist jetzt Schluß. Stattdessen schuf die Stadt während der Karnevalstage kahle Fakten.

Auch den Planern fehlte offenbar jede Ortskenntnis. Da wird doch in den Planungsunterlagen behauptet, der neue Boulevard mündete auf dem Platz der Vereinten Nationen. Glatt daneben, müßte man sagen. Denn dieser verbreiterte Gehweg endet demnächst vor dem neuen Wachhäuschen und dem Stahlstangenzaun der UNO, der den Bonnern noch viel Freude bereiten wird.

Eine Fotoserie zum Kahlschlag soll demnächst in einer Kunstausstellung präsentiert werden.

norbert.volpert(at)online.de

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