Bericht einer Schülerin

Wie der Bildungsstreik in Bonn verlief

30. Juni 2009.

Am 15. Juni, Montag Morgen also, um 4 Uhr ging der Protest der Bonner Jugendbewegung gegen das Bildungssystem in die nächste Runde: Der Aufbau des Protestcamps auf der Hofgartenwiese an der Universität läutete die bundesweite Bildungsstreikwoche in Bonn ein.

Richtig los ging es dann vormittags mit Workshops und Konzerten im Rahmen der Bezirksdeligiertenkonferenz, zu der die BSV alle Schülerinnen und Schüler Bonns eingeladen hatte. Den ganzen Montag über und auch in den folgenden Tagen trafen sich Jugendliche im Camp um den alternativen Lebensraum auch zum alternativen Lehr- und Lernraum zu machen: Veranstaltungen wie offene Diskussionsrunden luden ein, dem Bildungsauftrag einmal in einer anderen Atmosphäre nachzukommen. Und dieser Einladung folgten viele: neben den DauercamperInnen war die Hofgartenwiese immer von interessierten SchülerInnen, Studierenden, Auszubildenden und auch Erwachsenen bunt bevölkert und das trotz anhaltendem Regen in den ersten Tagen.

Neben dem alternativen Unterricht wurde die Bildungsstreikwoche in Anlehnung an die bundesweit vorgeschlagene Choreographie auch noch durch andere Aktionsformen gestaltet: Mit einer Demo durch die Bonner Innenstadt wurde am Mittwoch der Protest auf die Straße getragen. Nachdem die Route nach Einspruch der Polizei bei Gericht zu Gunsten der Bonner Jugendbewegung entschieden worden war, trug die entschlossene Stimmung der knapp 3.000 teilnehmenden Menschen und nicht zuletzt der Sonnenschein zu einem hervorragenden Demoverlauf bei. Sit-ins auf der Oxfordstraße, musikalisch Begleitung durch „Puppert of the State”, ein Open-Mic für alle RednerInnen und die Unterstützung durch streikende ErzieherInnen machten den Mittwoch zu einem echten Erfolg. Am Donnerstag beteiligten sich noch viele an mehreren Flashmobs, unter anderem ein „Banküberfall” von attac und „Bildungsblockaden einreißen” von der Bonner Jugendbewegung. Die angedrohte Räumung durch die Universitätsverwaltung blieb aus und so konnte das Camp als kreatives Protestzeichen bis Freitag Morgen stehen. Samstag folgten Tausende dem Aufruf zur NRW-weiten Bildungsstreikdemo „Düsseldorf lahmlegen”, wo noch einmal die Solidarität aller Beteiligten untereinander offensichtlich wurde.

Unsere Bewegung geht weiter: vom 10. – 12. Juli empfängt die Bonner Jugendbewegung junge Menschen aus ganz Deutschland um die Bildungsstreikwoche auszuwerten und Überlegungen zur Weiterarbeit zusammenzutragen.

Denn ein anderes Bildungssystem ist möglich – und dringend nötig!

Homepage der Bonner Jugendbewegung: www.sskbjb.de.vu

Das Spendenkonto für die Aktionen lautet: Kontoinhaber: GEW Bonn, Konto-Nr. 12 004 331 03 bei der  SEB Bonn (BLZ 380 10 111), Kennwort: Bildungsstreik

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