26. Juli 2009.

Mit einem Flashmob protestierten das Bonner Aktionsbündnis Gerechter Welthandel (AGW Bonn) und die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign, CCC) gegen die Arbeitsbedingungen bei Aldi-Zulieferbetrieben in verschiedenen Produktionsländern vor allem in Asien. Um Punkt 12 Uhr sanken 20 AktivistInnen zwischen verdutzten Kunden in der Aldi-Filiale auf der Friedrich-Breuer-Straße für zwei Minuten zu Boden. Auf den Rücken der am Boden liegenden AktivistInnen waren Sprüche wie „20 Stunden ohne Schlaf, doch der Auftrag ist geschafft“ zu lesen.

20-stunden-ohne-schlafMit dieser Aktion machten die Flashmobber auf Arbeitsrechtsverletzungen bei der Produktion von Aldi-Aktionswaren aufmerksam. Begleitend wurde vor der Filiale darüber informiert, wie sich Kunden für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen einsetzen können. Nach dem Flashmob führten die AktivistInnen vor der Filiale ein Straßentheater auf, das eindrucksvoll ausbeuterische Arbeitsbedingungen veranschaulichte.

Hintergrund der Aktion ist die Studie des Siegburger Südwind Instituts „Arbeits- und Frauenrechte im Discountergeschäft – Aldi-Aktionswaren aus China“. Die Studie dokumentiert, dass ArbeiterInnen bis zu 91 Stunden pro Woche arbeiten müssen und Freiheitsrechte durch Ausgangssperren und Besuchsverbot verletzt werden. Gewerkschaften sind verboten, Arbeitsverträge werden verweigert und Löhne willkürlich zurückgehalten.

Das AGW Bonn und die CCC fordern Aldi als Deutschlands größten Discounter auf, die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen in der gesamten Produktionskette sowie beim Verkauf in seinen Filialen in Deutschland (bei Aldi Süd gibt es fast keine Betriebsräte) sicherzustellen.

Die Politik wird dazu aufgefordert, verbindliche Sozialstandards endlich einzuführen, da freiwillige Verpflichtungen der Discounter bisher zu keinen Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen geführt haben.

Weitere Informationen bei: Kampagne für Saubere Kleidung und Aktionsbündnis Gerechter Welthandel

  1. horst sagt:

    Gerade Aldi-Süd ist einer der wenigen Discounter, wo auf korrekte Arbeitsbedingungen geachtet wird.

    Wenn alle arbeiten würden wie unsere öffentlich Bediensteten, dann wäre ganz Deutschland bald pleite !!

  2. sebastian sagt:

    Hallo Horst,

    wenn ich den Artikel richtig verstehe geht es hier nicht um die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter deutscher ALDI Filialen sondern um die in den Zulieferbetrieben in China, die die Aktionswaren produzieren.

    Viele Grüße,
    Sebastian

  3. Mark sagt:

    Liebe rhein:raumer,

    kann ich euer Bild (natürlich mit Nachweis) für’s Bonn-Blog borgen? Falls nicht: Wird sofort entfernt. Schöne Grüße, Mark

  4. Boris sagt:

    ich habe selber mal bei aldi gearbeitet und kann euch sagen, dass das meiner meinung nach schon richtung sklaverei geht. die hängen dir die ganze zeit nur im nacken, dass du schneller arbeiten sollst und wenn du nicht schnell genug bist wirst du nicht lange da bleiben. ist euch denn noch nie aufgefallen, dass es keine “älteren mitarbeiter” bei aldi gibt? woher kommt das wohl?! weiterhin ist es meiner meinung nach absolut unvertretbar wie mit lebensmitteln umgegangen wird. dafür wirst du in anderen läden rausgeschmissen!!! selbst empfindliche lebensmittel (besonders obst und gemüse) werden in die regale geschmissen und das nur damit du die zeitvorgaben einhalten kannst. NIEMAND würde jemals so privat mit seinen lebensmitteln umgehen!!! und dann kommst du in den aufenthaltsraum und dort hängen tolle poster mit dem motto “kundenzufriedenheit ist unser rgößtes ziel”! alles nur heuchlerei. und dass aldi so gut zahlt, kann ich auch nicht mehr hören. jeder aldi mitarbeiter ersetzt mindestens zwei “normale mitarbeiter”. somit spart aldi de facto also einen mitarbeiter ein und wenn sie diesem einen dann 50% mehr zahlen, haben sie immer noch einen halben mitarbeiter gespart. ihr glaubt doch nicht wirklich, dass aldi so gut bezahlt weil sie so sozial sind. das abslute gegenteil ist der fall. ich kann nur jedem von aldi abraten!!!

  5. Lina sagt:

    auch ich arbeite momentan noch bei aldi…..
    und kann dem boris damit nur recht geben .. ich halte es dort nicht mehr lange aus …. die ganzen stunden die ich arbeiten muss .. ich stehe morgens auf und weiß nicht einmal mehr welcher tag heute ist … der ganze piysische druck der auf einem lastet … es geht noch nicht einmal um die schwere arbeit …. es ist nicht so das ich mir zu schade dafür wäre .. nur kann ich diesen druck nicht mehr lange aushalten … ich komme abends um halb neun nach hause nach einem 11 std. tag und kann den nächsten wieder frühschicht um 6 uhr auf der arbeit top fit und gut gelaunt erscheinen …
    auch die bezahlung wie boris sagt … sieht auf den ersten blick super gut aus … aber die Kunden sehen nicht ansatzweise was wir dafür leisten …
    aldi wird auf kurz oder lang schwer damit auf die nase fallen … mom. kommen viele einzelheiten ans tageslicht …. sie wissen einfach nicht wie es dahinter aussieht .. das man anfängt im pausenraum zu weinen weil man vor den kunden nieder gemacht wird …
    ich kann einfach nicht mehr … ich werde es defentiv nicht mehr lange aushalten ….
    und ich mache drei kreuze wenn ich endlich gehen kann !!!!

  6. BonnerLinker sagt:

    Lina,

    bitte an Monitor,Report Mainz oder Frontal21 wenden.
    Weiterhin empfehle ich sich unbedingt bei VERDI (oder anderen Gewerkschaften)möglichst mit weiteren Betroffenen organisieren.

    Evtl.auch hier:
    http://www.elo-forum.org

  7. Martin sagt:

    Hallo Lina,

    “ich komme abends um halb neun nach hause nach einem 11 std. tag und kann den nächsten wieder frühschicht um 6 uhr auf der arbeit top fit und gut gelaunt erscheinen …”

    …was Du da beschreibst klingt für mich nach Ausbeutung und ist mit dem deutschen Arbeitsrecht nicht vereinbar. Meines Wissens nach ist eine tägliche Arbeitszeit von max. 10 Stunden erlaubt. Ausserdem ist eine Ruhezeit von mind. 12 Stunden zwischen den Arbeitstagen einzuhalten, auch wenn es sich um Schichtwechsel handelt. Alles andere verstößt gegen das Arbeitsrecht und kann gemeldet werden.

    Grüße, Martin

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