6. August 2009.

(r:r) Bei einer Kundgebung zum Hiroshima-Gedenktag am 6. August legten auf Einladung der Friedensinitiative Beuel, der DFG/VK Bonn-Rhein-Sieg und der IPPNW (Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs) zahlreiche Bonner ein Friedenszeichen aus Blumen um den Friedensbaum am Beueler Rheinufer.

Seit 1984 findet die Mahnveranstaltung für die mehr als zweihunderttausend Opfer der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki bereits in Beuel statt – diesmal aber klingen die Forderungen der Friedensbewegung nach vollständiger nuklearer Abrüstung und der Ächtung der Atomwaffen aktuell. Präsident Obama hat die Vision einer atomwaffenfreien Welt in seiner Prager Rede auf die politische Tagesordnung gesetzt.

Die Kundgebung begann am Donnerstag um 18 Uhr mit einer Schweigeminute am Beueler Friedensbaum am Rheinufer an der Rheinaustraße).

“Wir wollen, dass Obamas Vision einer atomwaffenfreien Welt Wirklichkeit wird. Der erste Schritt muss der Abzug der letzten 20 US-Atombomben aus Deutschland sein”, forderte Gina Mertens von der IPPNW auch an die Adresse der
Bundesregierung.

Auch 64 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki gibt es keinen Grund zur nuklearen Entwarnung: Das Schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI schätzt die Anzahl einsetzbarer atomarer Gefechtsköpfe weltweit auf 8.400 Stück. 2.000 davon befinden sich in ständiger höchster Alarmbereitschaft und können in wenigen Minuten gestartet werden.

Über 200.000 Tote
Am 6. August 1945 warf ein US-Bomber vom Typ B-29 Superfortress eine Uran-235-Bombe auf Hiroshima. 78.000 Menschen starben sofort. Bis Ende 1945 stieg der Zahl der Toten auf 140.000. Die Bombe explodierte etwa 600 Meter über dem Stadtzentrum. Sie löste eine Hitzewelle aus, die in einem Radius von 4,5 Kilometer bis zu 4000 Grad Celsius heiá war. Am 9. August um 11.02 Uhr warf die US-Luftwaffe eine Plutonium-239-Bombe über Nagasaki ab. Sie detonierte etwa 500 Meter über dem Boden. Dabei kamen 27.000 Menschen sofort ums Leben. Bis Ende 1945 starben hier an den Folgen der Verstrahlung insgesamt etwa 70.000 Menschen. Am 15. August verkündete Kaiser Hirohito im Rundfunk die Kapitulation Japans und damit das Ende des Zweiten Weltkriegs im Pazifik-Raum.

Bildimpressionen von der Veranstaltung: siehe hier

Redetext Robert Nicoll: siehe hier

Redetext Hannelore Tölke: siehe hier

Foto: Anke Liepertz-Peter

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