18. August 2009.

Zweimal sind die Bonnerinnen und Bonner diese Woche gefragt, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Beim gestrigen Flashmob gegen eine Veranstaltung Rechtsextremer ist dies bereits sehr eindrucksvoll gelungen. Für den kommenden Samstag ruft ein breites Bündnis dazu auf, die Wahlkampfabschluss-Veranstaltung der rechtsextremen „Bürgerinitiative Pro Bonn“ lautstark zu verhindern.

„Am Montag, den 17. August soll anscheinend auf dem Bonner Bahnhofsvorplatz ein rechter Flashmob zum Gedenken an Rudolf Heß stattfinden. Kommt um 19.00 Uhr und bringt mit was Krach macht!“ So oder so ähnlich klangen die E-Mails, die seit Mitte letzter Woche in Bonn kursierten. Rund 400 Bonnerinnen und Bonner folgten diesem Aufruf, setzten so ein Zeichen gegen Rechts und verhinderten erfolgreich einen Flashmob der Neonazis.

Auf einer Internetseite hatten rechtsextreme Gruppierungen in 60 deutschen Städten zu einem Rudolf-Heß-Gedenk-Flashmob aufgerufen, u.a. auch in Bonn. Zum Gedenken an den 22. Todestag von Rudolf Hess, dem Stellvertreter Hitlers, wollten die Neonazis öffentlich Heß zitieren. Wie die taz am 16. August berichtete, gilt dies als Reaktion auf die Entscheidung des Verfassungsgerichts, das in dieser Woche den Eilantrag der Neonazis abgelehnt hat, in Wunsiedel eine Gedenkfeier für Hitlers einstigen Stellvertreter zu veranstalten.

In Bonn hatten die Neonazis die Rechnung jedoch ohne den Wirt gemacht. Bereits um 19.00 Uhr fanden sich 200 Anti-Flashmobber „bewaffnet“ mit Töpfen, Trillerpfeifen und Trommeln vor dem Hauptbahnhof ein, um einen eventuell stattfindende Spontanveranstaltung der Neonazis lautstark  zu verhindern. Bis 19.30 Uhr wuchs die Gruppe der Gegendemonstranten auf ca. 400 Bonnerinnen und Bonner an. Sollten tatsächlich ein paar Rechtsextreme versucht haben, den so genannten „Heßmob“ zu veranstalten, so wurde dies durch das Lärmschlagen der couragierten Bonner_innen erfolgreich verhindert.

Die Bonner_innen haben diese Woche noch einmal die Gelegenheit, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Die rechtsextreme „Bürgerbewegung Pro Bonn“ hat für Samstag, den 22. August um 10.00 Uhr eine Veranstaltung mit 100 Personen auf dem Friedensplatz angekündigt. Bereits um 9.00 Uhr beginnt an selber Stelle eine Gegenveranstaltung. Dafür hat sich ein breites Bündnis zusammengefunden, um gegen die Pro Bonn zu demonstrieren. Neben Parteien wie Die Linke Bonn, Bündnis 90/Die Grünen, die Piratenpartei NRW gehören auch ver.di Bezirk NRW und das Netzwerk Friedenskooperative zu den bisher 14 Unterstützern des Aufrufs. Unter dem Motto „Keine Stimme den Rassisten!“ fordern sie die Bonnerinnen und Bonner auf, lautstark für ein weltoffenes und mutlikulturelles, ein friedliches und solidarisches Bonn einzutreten. „Wir wollen so viele und so laut sein, daß Pro-NRW nach ein paar Minuten keine Lust mehr hat und wieder verschwindet“, fasst der Veranstalter, Jürgen Repschläger, die Ziele des Bündnisses  zusammen.

Der Begriff Flashmob (flash – Blitz; mob – von mobilis – beweglich), auch Blitzauflauf, bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer üblicherweise persönlich nicht kennen. Flashmobs werden über Online-Communitys, Weblogs, Newsgroups, E-Mail-Kettenbriefe oder per Mobiltelefon organisiert.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Flashmob

090822aufruf

Foto: JOKER

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