22. August 2009.

Es war wirklich früh. Um 9 Uhr versammelten sich die ersten engagierten AntifaschistInnen auf dem Bonner Friedensplatz. Kaffee sollte uns wachmachen. Warum nur so früh? Für 10 Uhr hatte der Bonner Ableger der rechtsextremen Bürgerbewegung Pro NRW eine „Wahlkampfkundgebung“ angemeldet.

Für die BonnerInnen war immer schon klar: Für rassistische Hetzparolen, Diskriminierung und Islamophobie ist in Bonn kein Platz. Also haben sich Parteien, Organisationen und engagierte BürgerInnen bereits vor Wochen in einem Bündnis zusammengeschlossen, um diesen rechten Spuk zu verhinden oder zumindest zu stören.
Mit dabei: Bündnis 90/Die Grünen, die Bonner SPD, DieLinke, Ver.di, Netzwerk Friedenskooperative, die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus und andere.

An die 500 Personen konnten wir also zu so früher Stunde auf den Bonner Friedensplatz mobilisieren. Ein Meer aus bunten Flaggen und Transparenten dominierte schnell die Szenerie.

Um 10:00 kamen sie dann auch an. 20 armseelige PRO-Anhänger in einem Miet-LKW.
Schnell wurden Transparente mit durchgestrichenen Moscheen und Deutschlandflaggen ausgepackt, welche die nächsten 90 Minuten geradezu krampfhaft geschwungen werden sollten.

Ansonsten verirrte sich niemand zu dem rechten Spektakel – wie auch? Die Polizei musste es komplett absperren, und somit war Pro Bonn umringt von GegendemonstrantInnen, die die Veranstaltungen mit einem ohrenbetäubenden Pfeif-Konzert begleiteten. (Ohne Oropax wäre ich jetzt wohl taub).
Schallendes Gelächter brach aus, als aus den Lautsprechern der Rechten der Radetzky-Marsch ertönte. Selbstironie? Wahrscheinlich nur die pure Verzweiflung.

Nach 90 Minuten war die Show dann auch schon wieder vorbei. Der rechte Mob und das Equipment wurden wieder in den Miet-LKW verfrachtet, welcher sich schnell aus dem Staub machte.

Bonn hat erfolgreich Flagge gezeigt gegen Rechts. Pro Bonn hat keine Chance – gut so!

Eines sollte aber noch kritisch angemerkt bleiben: Von der CDU hat man keine Person erblicken können. Und so bleibt die Frage weiterhin offen: Wie haltet ihr es mit dem Kampf gegen rechts? Gerne hätten wir euch mit Besen und Eimer gesehen – eure Kölner Parteifreunde haben es euch doch vorgemacht!

Der Autor Eike Bock lebt in Bonn und ist seit 2008 Sprecher der Grünen Jugend NRW.

Bilder der Veranstaltung siehe hier.

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