Aufruf zur Klimaschutz-Aktion beim heutigen Merkel-Auftritt in Bonn.
25. August 2009.
Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel heute um 16.45 ihren Wahlkampfauftritt auf dem Bonner Marktplatz bestreitet, werden wir von Germanwatch ausgerüstet mit grünen Bauhelmen und weißen Arbeitsanzügen (grüne Jobs repräsentierend) dabei sein und demonstrieren, wie wichtig das Thema Klimaschutz gerade in Zeiten der Krise ist. Die Kanzlerin soll spüren, dass große Teile der Wähler das Klima-Thema zum Auslöser ihrer Wahlentscheidung machen.
Dafür brauchen wir Eure und Ihre Unterstützung!! Schließen Sie sich den Aktiven aus der Klima-Allianz, dem Germanwatch-Team und der Kampagne “KlimakanzerIn gesucht” an. Zeigen Sie den Vertretern aller Parteien, dass die Wähler hier in Bonn eine klimafreundliche Politik, grüne Jobs und eine neue Zukunft für Deutschland fordern.
Im Sommer 2009 ist Deutschland weit davon entfernt, eine Führungsrolle im internationalen Klimaschutz geltend machen zu können. Auch die EU ist als treibende Kraft der Verhandlungen um ein Post-2012-Abkommen weitgehend ausgefallen. Die Wirtschaftskrise ist dafür eine wichtige Ursache. Das gesteigerte Engagement im Klimaschutz war in den letzten Jahren gut und wichtig, heißt es in Teilen der Politik, doch jetzt müsse zuerst die Wirtschaftskrise überwunden werden. Danach könne man wieder ambitionierten Klimaschutz betreiben.
Die Kampagne “KlimakanzerIn gesucht” will diese Entkoppelung von Krisenmanagement und Klimaschutz durchbrechen. “KlimakanzerIn gesucht” will dazu beitragen, dass Klimaschutz und grünes Wachstum als zentrale Voraussetzungen für den Erfolg des Wirtschaftsstandorts Deutschland ganz nach oben auf die politische Agenda kommen.
Investitionen und Jobs in den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind zentral zur Lösung von drei Krisen gleichzeitig: für die Wirtschaftskrise, die Energiekrise und die Klimakrise. Grünes Jobwunder statt Krisen? Ja, aktuelle Studien zeigen: Die grüne Wirtschaft ist DAS Zukunftsprojekt für Deutschland. Dafür muss die neue Bundesregierung so schnell wie möglich die Voraussetzungen schaffen. Dafür brauchen wir eine echte Klimakanzlerin oder einen echten Klimakanzler.

Wenn man sich so anschaut, was “Klimaschutz” in der Realpolitik bedeutet, dann heißt es: Produktverbote, Nutzungsvebote, Enteignungen, Zwang zum Neukauf, Wegwerfgesellschaft. So schafft man natürlich Arbeitsplätze. Hässliche Solarzellen landen auf Dächern in ländlichen Dörfern, und wann müssen wir unsere denkmalgeschützten Fassaden in Styropor einpacken? Und der Nutzen ist in allen Fällen sehr zweifelhaft. Nach den Flops Dosenpfand, Umweltzonen, Abwrackprämie und Glühbirnenverbot bin ich dem Klimaschutz gegenüber skeptisch geworden. Wer redet endlich mal davon, dass das Hauptproblem die Übervölkerung ist? Wir müssen weniger werden. Das kann man nur mit weniger Geburten. Unser bester Beitrag zum Klimaschutz wird aber auch als “Katastophe” verbrämt: demographische Katastrophe. Dabei ist die wahre demographische Katastrophe die Entwicklung hin zu 10 Milliarden Energieverbrauchern und CO2-Ausstoßern.