BUND und Vereine werben für Nationalparkidee

6. September 2009.

Bad Honnef, 1.9.2009: Getragen von dem Wunsch, die aktuellen Chancen für das Siebengebirge zu nutzen und für die Grundidee eines Nationalparks zu werben, haben sich mit dem Bürgerverein Nationalpark Siebengebirge e.V., dem Verschönerungsverein für das Siebengebirge und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisgruppe Rhein-Sieg-Kreis, drei wichtige Bürgerverbände zu einem gemeinsamen Auftreten in der Öffentlichkeit entschlossen. Auf sieben großen Plakatwänden werben sie ab dem 2.9. zusammen für einen Nationalpark im Siebengebirge und eine entsprechende NEIN-Stimme beim aktuellen Bürgerbegehren.

Vor dem ist es das erklärte Anliegen, die Bürgerinnen und Bürger mit handfesten Informationen zu versorgen und kursierende Irrtümer zum Nationalpark aufzuklären. Dazu wenden sich die drei Verbände sowohl über Infostände als auch über Postsendungen direkt an die Bad Honnefer und stehen Ihnen Rede und Antwort. Im Hintergrund besteht inzwischen eine hervorragend ausgestattete Homepage seitens des Bürgervereins, die ebenfalls ein reichhaltiges Informationsangebot bereit hält www.nationalpark-siebengebirge-buergerverein.de

Die drei Vereine vertreten im Rhein-Sieg-Kreis zusammen ca. 4.000 Mitglieder.

Weitere gemeinsame Aktionen werden im Laufe des Septembers folgen.

Herr Lewin, Präsident des Bürgervereins, betont den Schutz des Waldes, der sich aus der Nationalparkausweisung ergäbe. “Der Waldbestand im Siebengebirge ist keineswegs sicher. Das freiwillige Einschlagmoratorium des Landes währt nicht dauerhaft, um die erntereifen Buchen zu bewahren. Gelingt es nicht, den Wald über den Nationalpark dauerhaft zu schützen, müssen wir damit rechnen, dass das große Roden beginnt und der Charakter des Siebengebirges sich deutlich nachteilig verändert. Die Bürger stimmen also am 27.9. auch über die Zukunft ihres Waldes im Siebengebirge ab.”

Der Vorsitzende des Verschönerungsvereines Siebengebirge lenkt den Blick auf die wirtschaftlichen Aspekte. Über 11.000 ha Naturparkfläche verwalteten sich nicht von alleine. “Der Nationalpark wäre die geeignete Basis, um für das Siebengebirge eine solide Finanzierung aufzubauen. Gelingt das nicht, werden zwangsläufig die Kommunen stärker in die Pflicht genommen werden müssen. Ohne zusätzliche Mittel wird es mit dem Siebengebirge abwärts gehen.”

“Trotz aller Kritik, die der BUND selbst an dem Nationalparkprojekt hat, treten wir dafür ein, den Planungsprozess fortzusetzen, eben damit die Pläne im weiteren Verfahren noch besser an die Wünsche und Bedürfnisse der Region angepasst werden können.” hofft der Sprecher des BUND auf eine Fortsetzung des Planungsprozesses nach dem 27.September, dem Tag der Abstimmung.

Wichtig sei es, die besonderen Chancen, die das Land dem Siebengebirge mit der Nationalparkplanung gewähre, zu nutzen. “Im weiteren Verlauf liegt es an uns allen, gemeinsam darauf zu achten, wie der Nationalpark ausgestaltet wird. Im Zweifel müssten z.B. überzogene touristische Interessen zu Gunsten der Bevölkerung zurückgewiesen werden. ”

Die drei Vorsitzenden und die von ihnen vertretenen Vereine sehen sich in ihrem bürgerschaftlichen Engagement zu Gunsten des Siebengebirges verpflichtet, die Nationalparkidee zu unterstützen. Das Siebengebirge war schon oft Vorreiter in Sachen Naturschutz. Jetzt gilt es, einen Nationalpark neuen Typs zu entwickeln, der dem Naturschutz ebenso gerecht wird wie den Bedürfnissen der Bevölkerung.

Die Sprachregelung für den 27.9. hat sich auch in den Medien so entwickelt, dass gemeinhin von einem Bürgerbegehren gesprochen wird. Diese Begrifflichkeit haben wir der Klarheit halber beibehalten, obwohl es sich bei der Abstimmung genau genommen um einen Bürgerentscheid handelt.
V.i.S.d.P.

Bürgerverein Nationalpark Siebengebirge e.V.

Präsident Waldemar Lewin
Verschönerungsverein für das Siebengebirge

Vorsitzender Herbert Krämer
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband NRW e.V. (BUND)

Kreisgruppe Rhein-Sieg-Kreis

Sprecher Achim Baumgartner

  1. Ruth Hoppe sagt:

    Diese Vereine führen aus Eigennutz die an sich lobenswerte Nationalparkidee ad absurdum.
    Sie sind wegen ihrer Eigeninteressen befangen und wollen zu ihrem eigenen Vorteil der Stadt Bad Honnef ihren Stadtwald abschwatzen.
    Ohne diesen wird es aber keinen Nationalpark geben.
    Im jetzt bestehenden Naturpark Siebengebirge mit Europa-Diplom werden der Schutz der Natur und die Erholungs- und Freizeitbefürfnisse der Menschen gleichrangig behandelt. Eine nachhaltige Forstwirtschaft mit eigenem Forstamt bleibt zum Nutzen der Stadt Gewinn bringend weiter möglich.
    In einem Nationalpark sind die Bedürfnisse der Menschen zweitrangig.
    35 Forstangestellte und Beamte- die meisten durch eine verfehlte Forstreform des Landes freigestellt – sollen in dem geplanten Nationalpark arbeiten. Ein bürokratisches Monstrum mit dem Namen Nationalparkverwaltung soll es verwalten und führen.
    Die Bevölkerung will sich aber nicht durch soviel Bürokraten und “Ranger” reglementieren und durch Biologen die Natur des Siebengebirges “erlebbar machen” lassen.
    Deswegen wurde auch aus ihrer Mitte das Bürgerbegehren gestartet und schließlich trotz aller Finten der NLP-Befürworter aus Düsseldorf, Siegburg und Bad Honnef bis zum Bürgerentscheid am 27. September (Tag der Bundestagswahl)geführt.
    Wenn die Bürger und Bürgerinnen die Hoheit über ihren Stadtwald behalten wollen, müssen sie das JA auf dem Stimmzettel ankreuzen.
    Dann wird sich zeigen, ob der kleine David oder der Riese Goliath gesiegt hat.
    Ruth Hoppe
    Vorsitzende der Fraktion Freie Grüne im Rat der Stadt Bad Honnef

  2. Der Titel ist irreführend verkürzt. Achim Baumgartner spricht für den BUND RSK, daher müsste es korrekt lauten:
    “BUND RSK und Vereine werben für Nationalpark”
    Die Kritik des BUND Bonn ist auch unter den Stellungnahmen auf der Homepage bund-bonn.de nachzulesen. Ebenso befindet sich dort ein Beitrag mit dem Titel ‘Nationalpark – Perle des Naturschutz?’, der auch auf Fragen zur fachlichen Eignung dieser Schutzkategorie für die jeweiligen Biotoptypen eingeht.
    Auf Betreiben des BUND Bonn kam auch die gemeinsame Erklärung der Naturschutzverbände (inklusive BUND RSK) zum Naturschutz im Siebengebirge zustande, insbesondere über seine Missstände und die Notwendigkeit dem vorhandenen gesetzlichen Schutz zu seiner Durchsetzung zu verhelfen. Diese Maßnahmen zur Sicherung der Vielfalt im Siebengebirge sind in jedem Fall notwendig und daher umzusetzen, unabhängig von einer Nationalpark-Regelung.
    Es kann daher nicht angehen, dass man für die bisher mangelnde Umsetzung des Naturschutzrechtes jetzt als Abhilfe eine Umwidmung zum Nationalpark präsentiert. Wenn die Landesregierung bisher geltendem Recht nicht zu seiner Durchsetzung verholfen hat, warum sollte sie das bei einem Nationalpark plötzlich tun? Warum singen ausgerechnet die Leute, die die Mittel für den Naturschutz gekürzt haben, das hohe Lied auf den Nutzen für den Naturschutz, wenn es um den Nationalpark Siebengebirge geht? Wieso hat die CDU da plötzlich Kreide gefressen?

  3. Werner Seitz sagt:

    Herr Lewin, Präsident des Bürgervereins Nationalpark Siebengebirge, betreibt Panikmache, wenn er behauptet, ohne Nationalpark würde das große Roden beginnen und der Charakter des Siebengebirges würde sich deutlich nachteilig verändern. Da ist, Gott sei Dank, die Naturschutz-Gebiets-Verordnung vor, die gerade erst 2005 revidiert wurde (auf Bonner Gebiet: Landschaftsplan Ennert). Dort ist als wesentliches Schutzziel die Erhaltung, Herstellung und Wiederherstellung naturnaher Laubwaldbestände unterschiedlicher Alters- und Entwicklungsphasen verordnet. Also geht das mit dem großen Roden im Siebengebirgswald nicht so einfach! Und was wäre leichter, als wenn das Land NRW auf den Waldflächen im öffentlichen Besitz und auf den vom VVS gepachteten Flächen (das wäre dann zusammen der größte Teil des Siebengebirges) sich an seine eigene Verordnung halten würde?

    Und welche Rolle spielt der BUND, Kreisgruppe Rhein-Sieg, bei dieser Werbekampagne? Konkretisiert er, was im August sein Bundes- und Landesvorsitzender im Siebengebirge sibyllinisch mit einem „gut gemachten Nationalpark“ gemeint haben, und wie die „größte Herausforderung“, „der hohe Zerschneidungsgrad“ gemeistert werden soll? Wenn er ehrlich ist, müsste er den Leuten sagen, dass dazu eine erhebliche Reduzierung des Wege- und Straßennetzes erforderlich ist, weitgehender als das, was bisher, zuletzt am 5.9.09 in Königswinter, vorgestellt wurde. Wobei Fachleute das jetzt Geplante einen Mogel-Nationalpark nennen.

    Ich fürchte, die angekündigte Werbeaktion wird eher eine Desinformationskampagne.
    Auch noch so massive Werbung ändert nichts an der Tatsache, dass in einem dicht besiedelten Gebiet die Belange des Naturschutzes und die Belange der Naherholung suchenden Menschen besser auf der heutigen Rechtsgrundlage( FFH-und Naturschutzgebiet, Naturpark mit dem Ziel Erholung) in Einklang gebracht werden können, als in einem Nationalpark, wo die weitgehende Unzerschnittenheit und ein vom Menschen nicht oder nur wenig beeinflusster Zustand erreicht werden muss.
    Naturschützer, die einen Nationalpark ernst nehmen, werden mit dem Mogel-Nationalpark nicht glücklich sein, und auch nicht die Bürger der Region, die Einschränkungen bei der Naherholung in Kauf nehmen werden müssen, obwohl offenkundig ist, dass die naturschutzfachlichen Ziele eines Nationalparks im Siebengebirge nicht erreicht werden. Wer die „Perle des Naturschutzes“ am ungeeigneten Ort realisieren will, wirft Perlen vor die Säue.
    Ich hoffe, dass sich die Bad Honnefer beim Bürgerentscheid richtig entscheiden werden.

    Werner Seitz

  4. Gaby Zimmermann sagt:

    1×1=3 – NP- Rechenkunststücke

    Wer in der letzten Zeit im Siebengebirge unterwegs war, weiß – das große Roden hat längst begonnen – im Vorgriff auf den Nationalpark, wo die privaten Waldbesitzer im Vorfeld vor einem Waldtausch schon eine bezuschußte (!!!) Rodungen von Nadelhölzern durchführen, um später dann wieder Bestände mit kompletten Beständen zu erhalten….

    Von Baumrodungen soll doch auch die noch nicht finanzierten Kosten (ca. 400.000 zu Anfang, ggf. mehr) des NP kommen, den “Einnahmen des Bürger-NP”. D.h. dafür müssen jedes Jahr Bäume fallen. Es sei denn man findet andere größere Einnahmequelle. Genannt wurde nur Führungen. Wie sollen eigentlich die 35 Mitarbeiter des BNP auch nur die Hälfte des Geldes durch Führungen hereinholen? Geht man davon aus, dass tatsächlich 20 Mitarbeiter überhaupt Führungen machen und nicht nur administrative Tätigekeiten in der BNP-Behörde, 200 Arbeitstage pro MA und Jahr und nehmen wir weiterhin an, sie würden pro Führung hochgeriffen durchschnittlich 50 Euro einnehmen, so muüsste jeder der 20 Mitarbeiter 200 Führungen pro Jahr, also an jedem Arbeitstag eine, machen. Irgendwie erscheint mir das nicht wirklich glaubwürdig -ich glaube auch nicht an den Bedarf dafür! Es sei denn man schafft diesen erst….

    Leider kenne ich nicht die Preise für Holz, um nachrechnen zu können, welcher Holzeinschlag mindestens pro Jahr erfolgen muss, um die Summe zu ereichen.

    Als Business Case eines kleinen Unternehmers würde das jedenfalls jede Bank als unsinnig abtun….

    Noch eine Rechnung: die 3 Millionen vom Land beeinhalten schon einmal ca. 2 Millionen für die personelle Ausstattung (Mitarbeiter, ggf. noch Aufwandsentschädigungen für die vielen “Berater” der lokalen beteiligten Vereine?). Die NP-Mitarbeiter sind aber alles vorhanden Forstleute, deren Stelle nur zum NP verlegt wird, woanders aber abgezogen werden. (kann man in den veröffentlichen Unterlagen des Landtages alles nachlesen) Was könnte eigentlich der VVS mit der verbleibenden Million alles an Naturschutzmaßnahmen machen?

    Was könnte man alles mit dem Werbeetat an wertvollen Naturschutzarbeit leisten, die vom Land nun sinnlos für Pro-NP-Werbung in Bad Honnef verpulvert wird! Da wären sicherlich einige neue Sitzbänke drinnen….

    Die Landespolitiker haben klar gesagt: Sie wollen nur “bürger”Nationalpark bezuschußen. Naturmonument, Naturpark (wie bisher) oder Biospährenreservat da gibt’s keinen Euro für, pasta. Eigentlich logisch – denn dieses Geld wäre ja tatsächlich neu ausgegeben und man müsste erst noch suchen, wo man es denn woanders beim Naturschutz einsparen kann….

    Das eigentliche finanzielle Risiko liegt bei NP bzw. bei den Kommunen.

    Ich bin wirklich enttäuscht von den Bonner und RSK-Kreisgruppen der Naturschutzverbände, dass sie sich so einspannen lassen und somit dem Naturschutz mehr als nur einen Bärendienst tun. Signifikant war eine Dame eines Verbandes – Ihr Beitrag pro NP bei der Infoveranstaltung war die nur wenig versteckte Aufforderung, Ihren Verband doch auch mit Aufträgen zu versorgen. Dafür hat sie sich dann auch brav sich darüber beschwert, dass gegen NP doch immer nur die selber 3 Personen seien. Die wesentlich mehr als 3 rechtsrheinischen Bürgervereine würden sie sicherlich gerne vom Gegenteil überzeugen. Wer errinnert sich daran, woher die Dame kam? Aber wahrscheinlich wird das das Verbandssymbol sein, was als nächstes auf der Werbefolie hinzugefügt wird.

    Ich jedenfalls merke mir die Haltung der Naturschutzverbände und werde sie für die nächsten 20 Jahre von meiner Spendenliste streichen – und ich werde es anderen auch empfehlen. Denn VVS-Mitgliedsantrag habe ich bereits zerissen.

    Selbst wenn ich der seltsamen Argumentation – der durchgängiger Buchenbestand wäre ein beserer Naturschutz als die derzeit höherer Artenvielfalt eines Mischwaldes (gerade im Naturschutzforschung ist vieles heute richtig was morgen falsch ist…) – folgen könnte, so ist der Ansatz “Bürger werden bereits vor Ihrer Haustüre reglementiert” m.E. langfristig wie kurzfristig insbesondere für den Ennert falsch. Wenn die Kinder selbst direkt vor Ihrer Tür nur am Händchen vom Ranger mal ein Blatt abreißen oder nicht mal 1 Meter die Wander-Rad-und Reitautobahnen verlassen dürfen, wie und wo soll sich da ein Verständnis für den Wert der Natur entwickeln? Und glaubt jemand ernsthaft, die Überwachung der Natuschutzregelungen wäre machbar? ja, diese Regelungen gelten bereits jetzt und nur die “Waldpolizei” kommt hinzu. Doch direkt am Siedlungsrand werden die Naturschutzregelungen de facto schon heute ignoriert- de facto wird sich nichts ändern. Aber wie sollen max. 20 “Waldpolizisten” die geografisch zerstückelte Fläche von Bad Honnef bis Bonn-Roleber bewachen? Und insbesondere der aufgrund der speziellen Topologie und mitten im Gebiet des NP gelegener Siedlungsflächen extrem lange Grenzbreich zur Bebauung (Privat und Gewerbe!)soll überwachbar sein? Lächerlich. Druck erzeugt Gegendruck und den kriegt die Natur ab, insbesonder in den Natusschutzgebieten bei uns, die nicht zu einem NP gehören würden- ich wünschte ich hätte Unrecht….

    Was wir eigentlich für das Siebengebirge brauchen ist eine Lösung, die allerdings für Verwaltungsmenschen ein Maß an Kreativität und Sich-in-anderer-Menschen-Bedürfnisse-Hineindenken verlangt, wie es von ihnen und einer Behörde -auch wenn sie sich Bürgernationalparkverwaltung nennt, nicht erwarten kann. Z.B. Mountainbiker jetzt auf allen Wegen – auch den definitv nicht dafür geeigneten – dass weist der NP-Wegeplan aus. Statt einfach 2 für Mountainbiker wirklich attraktive Wege nur für diese auszuweisen und diese von einigen anderen fern zu halten. Genauso Reiter – dabei erzählen einem die Naturschützer noch, der Reiter auf dem Pferd würde nicht als störend empfunden, da nur das Tier wahrgenommen wird. Wieso also nicht extra wege für Reiter? Bereiche schaffen, wo Naturbesuche auch mal neben den Wegen laufen können (könnte saisonal je nach Brutzeit variieren), Pufferzonen (die es in den andern Nationalparks gibt) zu den Anwohnern, damit auch diese mal den Wald direkt hinter ihrem Grundstück betreten dürfen und z.B. dort Vogel- und Wild-beobachtungen machen, die den Naturforschern helfen können…. Intelligente Alternativen statt nur plumpes Wege-zu-oder Wege auf! Nur so kann m.E. ein langfristiger Erhalt der wunderbaren Natur vor unserer Haustür und des Ballungsraums Köln-Bonn-RSK überhaupt funktionieren! Und dies geht nicht mit einem so starren Instrument wie NP und schon gar nicht mit den Köpfen, die sich bisher damit beschäftigt haben.

    Liebe Bad Honneferinnen und Honnefer – glaubt nur ja nicht, mit dem Nationalpark würde alles besser als jetzt- Ihr werdet Euch noch wundern -falls Ihr es nicht verhindert. Aber dann habt Ihr’s so gewollt! Nur lasst bitte unseren Ennert aus dem NP raus, die Anwohner dort wollen es mehrheitlich nicht.

  5. Nur ganz kurz:
    Eine offizielle, im Vorstand dort beschlossene und vom BUND Landesverband NRW abweichende Haltung gibt es beim BUND Bonn nicht. Herr Schneider muss aufpassen, wie er sich wo öffentlich im Namen des BUND äußert. Die Linie des BUND RSK entspricht dagegen der Landespolitik des BUND, deshalb stimmt die Überschrift der Pressemitteilung.

    Herr Lewin weist zurecht darauf hin, dass gemäß der NSG-Verordnung nur 10 Bäume pro Hektar erhalten werden müssen. Wenn also das Schutz-Moratorium des Landes, das sich auf Laubbäume bezieht, nicht gehalten wird, dürfen die Laubbäume bis auf diese 10 Bäume / ha wieder gerodet werden. Da betreibt Herr Lewin keine Panikmache, sondern Aufklärung.

    Weitere Falschinformationen sind in der Vergangenheit schon zahlreich richtig gestellt worden, ich bitte die LeserInnen auf die entsprechenden Homepages zu schauen.
    Grundsätzlich wird es wie überall sein: Wenn wir wollen, dass der Nationalpark gut wird – wie immer das jedeR definieren mag – , müssen wir selbst dafür sorgen. Einfach und alternativlos dagegen zu sein, ist reichlich bequem und einfach und bar jeder Problemlösung.

  6. Achim, kannst du deinen Vorwurf der wiederholten Falschaussage konkretisieren? Ansonsten ist das eine böswiliige Verleumdung!

    Die Beiträge auf den Seiten der BUND Bonn stellen die Position des BUND Bonn dar, und nicht meine private. Ich bin auch nicht für die Betreuung der Homepage des BUND Bonn zuständig.
    Die Versuche mich zu diffamieren, wie sie Achim betreibt, sind infam.

  7. Hi Diethelm,

    niemand versucht Dich in infamer Weise zu diffamieren oder zu verleumden, mir liegt nur daran öffentlich klarzustellen, dass der BUND RSK auf einer Linie mit dem Landesvorstand des BUND NRW arbeitet, was von Dir in gewisser Weise in Zweifel gezogen wurden.
    In der Mail an Dich habe ich Dir schon gesagt, dass ich in meinem Beitrag auf alle vorangegangenen Einträge kurz reagieren wollte und sich der Begriff der Falschinformation auf anderen Beiträge bezieht.
    Gruß: Achim

  8. Achim, dass du und Paul (Landesvorstand BUND NRW) auf einer Linie liegt und euch für den Nationalpark engagiert, habe ich nicht in Zweifel gezogen.
    Ich sehe aber einen Unterschied zwischen der offiziellen Position des BUND NRW, die eine distanziert-positive ist und daher auch besagt, dass es einen Nationalpark light mit dem BUND nicht geben wird, und den Aktivitäten des BUND RSK, der auf den Seiten des Bürgervereins Nationalpark Siebengebirge als Partner eingetragen ist. Dieser wirbt ganz klar für den Nationalpark.
    Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass es nach wie vor Kritikpunkte gibt und der BUND Bonn eine etwas distanziertere Haltung einnimmt als der BUND RSK.

    Darüber hinaus habe ich die bisherige Naturschutzpolitik der Landesregierung betrachtet und daraus Fragen an die Glaubwürdigkeit von Aussagen zur künftigen Naturschutzpolitik der Landesregierung gestellt.

  9. Werner Seitz sagt:

    Sehr geehrter Herr Baumgartner,
    nachdem ich Ihren Kommentar vom 19. September gelesen und inzwischen die Pro-Nationalpark-Plakataktion mit dem Logo des BUND u. a. vor dem Bürgerentscheid in Bad Honnef gesehen habe, verstärkt sich meine Befürchtung, dass hier eine große Desinformationskampagne läuft (siehe mein Kommentar vom 8. September).
    Wenn Sie Herrn Lewin beispringen und das große Roden der Laubwaldbestände “bis auf 10 Bäume pro ha” nach der Naturschutzgebietsverordnung für möglich erklären, dann beteiligen Sie sich als Fachmann an der Panikmache, dass ohne den Nationalpark das große Roden beginnen könnte. Sie beteiligen sich an der Panikmache außer durch Ihren Beitrag hier in rheinraum-online (ein bei Laien eher selten gelesenes Magazin) viel verwerflicher durch die großflächigen Plakatierungen in Honnef (was das wohl gekostet hat?) mit dem Text: “Ohne den Nationalpark werden 90% der alten Buchenbestände im Siebengebirge der Säge zum Opfer fallen”. Diese Formulierung suggeriert, dass das o. g. große Roden zu erwarten sei!
    Ihr Zahlenspiel kann sich nur auf die Naturschutzgebiets-VO § 4, Abs. 4., Satz 2, beziehen. Dort heißt es im 2. Aufzählungsstrich:”…Erhalten von 10 % der bodenständigen Laubwaldgesellschaften bis zur Totholzphase…”. Diese Anforderung bedeutet aber nicht, dass an den restlichen 90 % nach Belieben die Motorsäge angesetzt werden könnte, denn dagegen bestehen in der Verordnung weitere vielfältige Schutzanforderungen.
    Ich kann gut verstehen, dass der Leiter des Forstamtes Rhein-Sieg, Herr Schöllmerich, sich inzwischen gegen solche Unterstellungen des Motorsägeneinsatzes zur Wehr setzt und den Wert der naturnahen Forstwirtschaft betont.

    Ich hoffe, dass sich die Bürger in Bad Honnef von Aussagen der vermeintlichen Fachleute von BUND-RSK, VVS usw. und von deren Plakatierung nicht ins Bockshorn jagen lassen und am Sonntag mit “ja” zum Bürgerentscheid abstimmen.

    Für diejenigen Leser, die die Einbettung der vorgenannte Textstelle der Naturschutzgebiets-VO interessiert, hier ein Auszug mit dem o.g. Satz 2 und den ersten 3 Aufzählungsstrichen:
    “Darüber hinaus sollen im Bereich der nicht FFH-relevanten
    Waldbestände folgende Ziele berücksichtigt
    werden:
    – Schaffung, Erhaltung und Pflege altersheterogener
    Laubwaldbestände aus Arten der natürlichen Waldgesellschaften
    des Gebietes,
    – Schonung und Erhaltung von Laubwald-Altbeständen,
    Erhalt von ca. 10% der bodenständigen Laubwaldgesellschaften
    bis zur Totholzphase durch Ausweisung eines Netzes von Altholzinseln,
    – Hohe Umtriebszeit bei Laubwaldbeständen mit einzelstammweiser oder kleinflächiger Nutzung und natürlicher Verjüngung ohne nachhaltige Schädigung der Bodenvegetation und des Bodens sowie
    Erhalt von Altbäumen und Totholz,”.

  10. Sehr geehrter Herr Seitz,
    netter Versuch….aber die von ihnen zitierten Textstellen verhindern die forstwirtschaftliche Nutzung auf dem Gros der Fläche nicht! Eine Kahlschlagwirtschaft hat niemand von uns unterstellt.
    Wollen Sie ernsthaft leugnen, dass ohne einen Nationalpark die Forstwirtschaft weiter betrieben wird und dass diese Bäume rodet, um sie zu Geld zu machen? Haben Sie auch mitbekommen,welcher Umbruch im Landesbetrieb Wald und Holz vonstatten geht und wie viele Biomasseverbrennungsanlagen nach und nach in der Region aufgebaut werden?
    Wenn das Moratorium des Landes ausläuft, werden größtenteils die großen alten Bäume verschwinden, die die Menschen am Siebengebirge so schätzen, nicht schlagartig, aber in relativ kurzer Zeit. Sonst wäre auch das Landesmoratorium nicht nötig gewesen.
    PS.: Wäre die NSG-Regelung, die sie oben zitieren, so prächtig, wäre der Erhaltungszustand der Biotoptypen vielleicht auch ein bisschen besser, oder?

    Gruß: Achim Baumgarter

  11. Werner Seitz sagt:

    Sehr geehrter Herr Baumgartner,
    Dass eine forstwirtschaftliche Nutzung im Siebengebirge stattfindet und weiter betrieben werden wird, die ja zulässig ist, habe ich nicht bestritten. Aber diese hat die Anforderungen der NSG-VO einzuhalten. Und wenn das nicht geschieht, kann man dagegen mit rechtsstaatlichen Mitteln vorgehen. Dabei hätten Sie ganz viele Nationalpark-Gegner auf Ihrer Seite, die den Schutz der Wälder genauso ernst nehmen wie Sie. Dass niemand von Ihnen eine Kahlschlagwirtschaft unterstellt hat, mag sein, aber Ihr Plakattext suggeriert genau diese Drohung, und sollte den Bürger veranlassen, zur Verhinderung dessen gegen den Bürgerentscheid zu stimmen.
    Sie wissen inzwischen, dass sich die meisten Bürger von solch plumpen Drohszenarien nicht beeindrucken ließen und mit 61% für das Bürgerbegehren am 27.09. und damit gegen einen Nationalpark im Siebengebirge gestimmt haben. Deshalb übergehe ich Ihre gönnerhafte Formulierung vom “netten Versuch” , denn nach dem Bürgerentscheid sollte nun verbal abgerüstet und sich sachlich auseinander gesetzt werden.
    Ihre Befürchtung, dass aufgrund der “Umbrüche im Landesbetrieb Wald und Holz” die diesem auferlegten wirtschaftlichen Zwänge zulasten des Schutzes des Waldes gehen, teile ich übrigens. Herr Dierdorf hat diese Sorge ja auch verschiedentlich zum Ausdruck gebracht. Jedoch der Versuch, das Siebengebirge vor diesen Gefahren einer m. E. fragwürdigen Forstpolitik der Landesregierung dadurch zu bewahren, dass man es zum “Etikettenschwindel”-Nationalpark macht, war der falsche Weg.

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