6. September 2009.

Seit dem 1. September 2009 sucht die Bonner Oberbürgermeisterin einen neuen Projektleiter für Bonns größte Baustelle, das WCCB. An diesem Tag trat Evi Zwiebler von ihrem Amt als WCCB- Projektleiterin zurück. Dieser Vorgang lenkt den Blick auf die Akteure, die das WCCB bauen. Es handelt sich dabei um gut ein Dutzend Personen. Eine Erklärung des WCCB-Desasters ist in hohem Maße aus dem Zusammenwirken dieser Akteure zu verstehen. Die lassen sich zwei „Systemen” zuordnen: dem „System Dieckmann” und dem „System SMI Hyundai”.

Im Zentrum des „Systems Dieckmann” steht die Bonner Oberbürgermeisterin. Als das Projekt WCCB (damals noch bescheiden „Internationales Kongresszentrum Bundeshaus Bonn” - IKBB) Konturen annahm, befand sich Bärbel Dieckmann in ihrer zweiten Amtsperiode. Sie hatte die OB-Wahl gegen den CDU-Kandidaten gewonnen und im Rat verschaffte sie sich Mehrheiten aus SPD und CDU. Entschieden wurde über das Projekt WCCB schließlich in der jetzigen, Bärbel Dieckmanns dritter Amtsperiode. Frau Dieckmann begann nach der Wahl 2004 damit, sich „projektbezogene Mehrheiten” (bei allen Parteien) zu verschaffen. Nachdem das nicht geklappt hatte, stützte sie sich 2006 ein knappes halbes Jahr auf eine Ampelkoalition (SPD-Grüne-FDP). Diese Koalition wurde von Frau Dieckmann im September 2006 beendet, seitdem gibt es im Rat eine Große Koalition. Vor diesem Hintergrund sind Dieckmanns Personalentscheidungen zu sehen - gerade auch die Personalentscheidungen im Zusammenhang mit dem Projekt WCCB.

Arno Hübner:

Eine von Dieckmanns wichtigsten Personalentscheidungen für das Projekt WCCB war, Arno Hübner mit der Betreuung zu beauftragen. Hübner ist kein SPD-Genosse, sondern CDU-Mitglied. Er war bis 2007 Dezernent und Stadtdirektor, in dieser Position in der Verwaltung der Stadt Bonn der erste Vertreter der Oberbürgermeisterin. Seit dem Beginn der Planung der WCCB-Erweiterung war Arno Hübner hinter Bärbel Dieckmann derjenige, der in der Verwaltung für das Projekt zuständig war. Als Hübner 2007 pensioniert wurde, benannte die Oberbürgermeisterin ihn umgehend zum WCCB-Projektbeauftragten. Das Projekt war mittlerweile gestartet worden (1. Spatenstich 2006, Baubeginn 2007) und Hübner sollte für Kontinuität bei der Betreuung sorgen. Mit der Wahl von Hübner beauftragte die Oberbürgermeisterin einen Akteur, der vorher keinerlei Erfahrungen bei Projekten gesammelt hatte, die auch nur annähernd die Dimension des WCCB haben. Hübner war für das städtische Personalamt und ein paar Jahre für die Bonner Schulen als Dezernent zuständig.

Evi Zwiebler:

Bis zu ihrem Ausscheiden am 1. September 2009 war Evi Zwiebler städtische WCCB-Projektleiterin. Wie Hübner hatte Zwiebler keinerlei Erfahrungen im Umgang mit solchen Projekten, die mit dem WCCB vergleichbar sind. Evi Zwiebler ist Chefin des Bonner Bürgeramtes, ein Amt, das sich beispielsweise um Kfz-Zulassungen kümmert. Zwieblers Kompetenzen, die sie befähig(t)en, ein Millionen-Projekt wie das WCCB zu leiten? Ihre Leistungen im Bonner Karneval können für die Entscheidung der Bonner Oberbürgermeisterin nicht ausschlaggebend gewesen sein. Vielleicht eher ihre Parteimitgliedschaft - auch Frau Zwiebler ist keine Genossin, sondern CDU-Mitglied.

Friedhelm Naujoks:

Parteigenosse ist dagegen Friedhelm Naujoks - Chef des Städtischen Gebäudemanagements (SGB) mit einem Jahresgehalt von mittlerweile 175.000 €. Seine Rolle beim WCCB-Ausbau in dem „System Dieckmann” besteht darin, das „Controlling” des Baues durchzuführen. Vertraglich hat sich SMI Hyundai/UNCC dazu verpflichtet, monatlich der Stadt über die Baufortschritte zu berichten. Die Kontrolle dieser Berichte besorgt seit dem Baubeginn Friedhelm Naujoks, dem diese Aufgabe neben den sonstigen Aufgaben des SGB zugewiesen wurde. Mit diesen „sonstigen” Aufgaben ist das SGB schon voll und ganz ausgelastet - daneben auch noch die Kontrolle von Bonns größter Baustelle auszuüben, war eine Aufgabe, die Bonns Spitzenmanager Naujoks ganz offensichtlich überforderte. Weder wurden Baumaßnahmen, die zur Kostensteigerung führten, von seiner Seite verhindert, noch die gewählten Gremien der Stadt über diese Maßnahmen und die folgende Baukostenexplosion frühzeitig gewarnt.

Wilfried Klein u.a.:

Weitere Akteure, die auf städtischer Seite beim WCCB agieren und zu dem „System Dieckmann” gehören, präsentieren wie Hübner, Zwiebler und Naujoks die Große Koalition, die im Rat die Mehrheit hat. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilfried Klein ist in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse KölnBonn der Akteur, der für die gewünschten Entscheidungen des Sparkassenvorstandes sorgt und ansonsten seit Wochen in Medien auftritt und erklärt, es gebe keine Finanzierungsprobleme, „alle sollten die Ruhe bewahren”. Stadtkämmerer Ludger Sander (CDU) schweigt zu allen die städtischen Finanzen betreffenden Fragen, die die Grünen zum WCCB stellen, egal ob im Rat oder im Unterausschuss „Zukunft Bonn” - im Gegensatz zu seiner sonstigen Haltung, wo jede zusätzlich geforderte Ausgabe für Schulen oder Kindergärten von ihm als Bedrohung für den städtischen Haushalt bezeichnet wird. Und schließlich Hübners Nachfolger als Stadtdirektor - Volker Kregel (CDU) ist seit Wochen auf Tauchstation gegangen und lässt den Dingen ihren Lauf.

Wie das „System Dieckmann” funktioniert

Um in den internen Kreis der städtischen Hauptakteure rund um das WCCB aufgenommen zu werden, ist die korrekte Parteizugehörigkeit wichtig - wichtiger auf jeden Fall als Kompetenz - und dann das, was die Oberbürgermeisterin als „Loyalität” versteht. Fragen zu stellen, Entscheidungen der Oberbürgermeisterin in Frage zu stellen und eine abweichende Meinung zu haben, waren und sind schlechte Voraussetzungen. Wer Zweifel hat, schweigt am besten, darf sie aber auf keinen Fall öffentlich äußern. Alle haben den Fall der ehemaligen Sozialdezernentin vor Augen, die gegen dieses Prinzip des „Systems Dieckmann” verstoßen hatte und daraufhin bei der Oberbürgermeisterin in Ungnade gefallen war. Oder die Abstrafung von Intendant Klaus Weise durch die Oberbürgermeisterin nach dessen ungebührlicher Karnevalsrede. Der Informationsfluss aus dem „System Dieckmann” an die Öffentlichkeit ist spärlich, das gilt ebenfalls für die demokratisch gewählten Gremien der Stadt. Lässt es sich nicht umgehen, dass in einem solchen Gremium Fragen beantwortet werden müssen, dann wird die Sitzung möglichst als „nicht-öffentlich” deklariert. Schriftliche Vorlagen, schriftliche Antworten gibt es nicht.

Voraussetzung für das Funktionieren dieses Systems ist eine Mehrheit im Rat der Stadt, die das willfährig mit sich machen lässt. Dafür sorgte in den letzten Jahren entscheidend die SPD, von der keine wichtigen politische Initiativen mehr ausgingen und die ihre Kontrollfunktion völlig aufgab. Sehr viel mehr kam auch von Seiten der CDU-Fraktion nicht. Beim WCCB wurde sie erst munterer, als die Grünen - im Rahmen seiner Möglichkeiten auch der Bürgerbund - den bedrohlichen Zustand des WCCB-Projektes enthüllt hatten.

Das „System Hyundai”

Im Gegensatz zu den Akteuren auf der städtischen Seite sind einige der Akteure bei SMI Hyundai, sofern es sich um Akteure auf der Bonner Bühne handelt, Personen ohne lange Hyundai-Vergangenheit. Das „System Hyundai” ist offener als das „System Dieckmann”und hat daraus seine Vorteile gezogen. In kürzester Zeit kamen Außenstehende in wichtige Positionen von SMI Hyundai.

Man Ki-Kim:

Zentrale Figur im „System Hyundai” auf Bonner Ebene ist Man Ki-Kim. Er präsentierte sich 2005 als der Macher des Projektes Kongresszentrum, als „Präsident” eines Konzerns, dessen Namen Liquidität und süd-koreanisches Know-how versprach. Tatsächlich hat die Firma nichts mit dem Hyundai-Konzern zu tun. Bauprojekte von SMI Hyundai in Europa gab und gibt es neben dem WCCB nicht, erst recht keine abgeschlossenen. Stattdessen schmückte sich die Firma mit Projektideen und im Bau befindlichen Projekten in Nord-Afrika und in Südost-Asien. Seit 2007 ist Man Ki-Kim Geschäftsführer der UNCC GmbH, der Gesellschaft, mit der die Stadt einen Vertrag abschloss, die das Bauprojekt ausführt und der es gehört. 2009 wurde Kim als „Präsident” von SMI Hyundai abgelöst, Geschäftsführer der UNCC GmbH - und damit Vertragspartner der Stadt Bonn - ist er nach wie vor, obwohl seine Gesellschaft mittlerweile zu 94% der israelischen Arazim gehört.

Micheal Thielbeer

Zu den Gewinnern des WCCB-Projektes gehört Dr. Michael Thielbeer. Vor seiner Bonner Zeit arbeitete er für die Roland Berger Strategy Consultants GmbH. Anschließend war er für die Plaut Strategy Consulting GmbH tätig und kam in diesem Zusammenhang nach Bonn, um erst den Bund und dann die Stadt bei dem Kongresszentrumsprojekt zu beraten. 2002 verließ Thielbeer die Beratungsgruppe Plaut. Als selbständiger Berater war er es, der 2005 für die Stadt die entscheidende Expertise zugunsten von SMI Hyundai ausstellte. Am 10.11.2005 legte er seine „Einschätzung Wirtschaftlichkeitsberechnung SMI Hyundai” der Bonn „Projektgruppe IKBB” (Arno Hübner, Evi Zwiebler) vor. Wichtigste Aussagen dieses Papiers: „Aus meiner Sicht lassen sich Kosten für das Gesamtprojekt in einer Größenordnung von € 130 - 140 Mio. plausibilisieren. Eine weitere Hinterfragung der Kosten kann dann insoweit zurückgestellt werden, solange SMI Hyundai keine finanziellen Forderungen an die Stadt stellt.” Einen Monat später entschied der Rat der Stadt Bonn, das Kongresszentrum mit SMI Hyundai durchzuführen. Für Thielbeer war das der Beginn einer Karriere bei SMI Hyundai - aus dem Berater Thielbeer ist mittlerweile ein Teilhaber geworden: der erste Schriitt dazu war die Aufnahme von Thielbeer in das „Executive Team” von SMI Hyundai, wenig später wurde er Teilhaber (mit 4%) und stellvertretender Geschäftsführer der WCCB Management GmbH.

Young Ho Hong

Größter Gewinner des WCCB-Projektes dürfte bislang Young Ho Hong sein. „Hong Architekten” heißt seine Firma in Berlin und auf der Internetseite von „Hong Architekten” erfährt der Besucher: „Auf der Basis des preisgekrönten Wettbewerbsentwurfs von 2004 planen, steuern und bauen wir für unseren Auftraggeber das neue WCCB.” Nichts erfährt der Besucher allerdings darüber, dass Hong als zeitweiliger Geschäftsführer der UNCC GmbH Bauherr und Bauunternehmer gleichzeitig war. Auch wenn Hong mittlerweile diesen Job verloren hat, nennt ihn SMI Hyundai nach wie vor als „President of Europe Operation der SMI HYUNDAI Corporation”. Alleine durch ein „Umplanungshonorar” hat Young Ho Hong mehr als 6 Mio. € beim WCCB-Bau zusätzlich verdient - ein Beitrag zur Kostenexplosion. Genauso wie die knapp 9 Mio. € für „erhöhten Aufwand”, um aus ursprünglich geplanten Büroräumen Hotelzimmer zu machen. Dabei hatte sein Kollege Thielbeer, als er noch „selbständiger” Berater war, den Aufwand für diese Hotelzimmer in den 139 Mio. € inklusive gesehen.

Foto: Joker

  1. [...] Die Lokalpresse scheint auch nicht so recht zu wissen wer da alles  “persönlich” durch die inzwischen verlorengegangene Projektkoordinatorin Evi Zwiebler abgemahnt wird:  UNCC , aber wer ist das in dieser “Bönnschen Gemengelage“? [...]

  2. Politischer Beobachter sagt am 6. September 2009:

    Zum Thema Dieckmann und Staatsanwalt:

    Anbei der Link auf ein Flugblatt, das unwidersprochen seit Jahren im Internet abrufbar ist! Obwohl die gesamte regionale wie überregionale Presse davon informiert wurde und auch bekannte Exponenten der Korruptionsbekämpfung den Vorgang zur Kenntnis genommen haben, wird der “Fall Orelan” praktisch totgeschwiegen. Was soll man davon halten, wenn ein Mordvorwurf im Zusammenhang mit einer Wahlkampfspende gemacht werden kann, ohne dass eine Unterlassungs- oder Verleumdungsklage erhoben wird? Es mag sich jeder selbst diese Frage beantworten.

    Hinweis der Redaktion: Die angesprochene Internetseite enthält schwere Vorwürfe und Tatsachenbehauptungen, die wir nicht überprüfen können. Die gängige Rechtsprechung macht aber Betreiber von Internetseiten auch für Verlinkungen in Beträgen Dritter (z.b. Leserkommentare) verantwortlich. Wir haben daher den Link gelöscht. Suchmaschinen wie Google helfen Interessierten am Fall Walter Orlean schnell weiter. Ein direkter Link ist daher auch nicht nötig.

  3. Peter Riemann sagt am 6. September 2009:

    Zu Hans Weingartz: die Zusammenstellung der Hauptakteure ist sehr hilfreich um die Strukturen zu erkennen.
    Eine “Raste” weiter unten gibt es noch Klärungsbedarf.
    Unklar ist die Doppelrolle von Penderok. Sind die Koreaner SMI und Honua “Teamplayer” oder Konkurrenten?

    Das Redaktionsteam von Folge VII des GA sieht auch dieses Zusammenspiel der Systeme (”Teamchemie”).

    Zum Polit. Beobachter: heikles Thema. Das WCCB ist kein individuelles, sondern ein kollektives Problem, das immer mehr zu einem individuellen (OB) und dem einer Gruppe (SPD) wird.
    Die Auflösung wäre ganz einfach: die Verantwortlichen müssten zugeben, dass sie Fehler gemacht haben. Dazu bedarf es aber einer gewissen Größe.

  4. Hans Weingartz sagt am 7. September 2009:

    Eine Ergänzung zu dem Beitrag - der Wortlaut der wichtigsten Passagen des “Thielbeer-Papiers” ist hier dokumentiert: http://www.pass-weingartz.de/Wirtschaftlichkeitsberechnung.pdf

  5. Politischer Beobachter sagt am 7. September 2009:

    Zum Thema Dieckmann und Staatsanwalt

    Dass der Link gelöscht wurde, kann ich gut verstehen (gebranntes Kind scheut das Feuer). Der Eingriff der Redaktion belegt genau das, was in diesem unseren Lande heutzutage in puncto Meinungsfreiheit und kritischer öffentlichkeit Sache ist:

    Nicht die Staatsanwälte haben das Sagen, sondern die Abmahnanwälte.

    Was am “Fall Orlean” auch immer dran sein möge: Es ist ein tröstlicher Gedanke, dass Mord als Straftat nicht verjährt.

  6. Trauernder Metropol-Hinterbliebener sagt am 8. September 2009:

    Naja, PB, die rheinraum-Redaktion hat das Auffinden der Walter Orlean-Dokumente im Netz ungefähr genauso wirkungsvoll verhindert wie unsere Leyenregierung Schmuddelseiten hinter Stoppschildern versteckt. Unterdrückte Meinungsfreiheit kann ich da nicht erkennen. Abgesehen davon sind die Vorwürfe so heftig, dass ihnen bestimmt nachgegangen wurde und nichts dabei rausgekommen ist. Bärbel Dieckmann hat, was Investoren betrifft, eine viel zu positive Einstellung und verkauft fast alles, nur um Geld nach Bonn zu locken. Sie hat ein fatales Kommunikationsverhalten und einen Hang zur Einstellung “Der Starke ist am mächtigsten allein”, ohne allerdings so stark zu sein, wie sie meint. Kriminell ist sie deswegen nicht.

  7. Grobian sagt am 12. September 2009:

    Es stellt sich Frage, ob die Hintergründe um das WCCB wirklich so schwer zu verstehen sind? Hier einige Gedanken:

    1.
    Chung, Kim, und Hong waren bestimmt von Anfang an auf das große Geld aus, um sich persönlich zu bereichern. Auch wenn Herr Hong jetzt den Anschein gibt, nun sein Fähnchen in einen anderen Wind zu halten und beteuert, er sei schwer enttäuscht von Kim, würde es nicht wundern, wenn er weiterhin engen Kontakt zu Kim und Chung pflegt, denn mit Sicherheit halten Koreaner immer zusammen.

    2.
    Auch bei der Investorenauswahl - geschickt eingefädelt von Herrn Dr. Thielbeer - könnte man da nicht vermuten, dass für die Forcierung der Entscheidung für UNCC / SMI vorab Geld geflossen ist? Warum sonst wechselte der städtische Berater so schnell die Seiten, obwohl er keinerlei Erfahrung in diesem Geschäft vorweisen kann? Bei der Stadt waren allerdings etliche Mitarbeiter seinerzeit sicherlich erleichtert, den „Unsympathen“ los zu sein.

    3.
    Wieso wurde Frau Zwiebler, als Amtsleiterin der Bürgerdienste, überhaupt als Projektleiterin für das WCCB eingesetzt? So wie Herr Hübner auch war sie nie der nötige Profi für ein solches Projekt. Wer ist nur auf diese Idee gekommen? Deshalb wundert es auch nicht, dass Kim, Hong, Thielbeer und Schultze ein leichtes Spiel hatten.

    4.
    Wieso trennte sich Kim, wohl auf Anraten des Herrn Dr. Thielbeer, von Herrn Dr. Auracher (ein ausgesprochener Profil im Kongresswesen, den Thielbeer selbst aus Wien holte)? Könnte es sein, das die Zahlen und Fakten, die Herr Dr. Auracher kommunizierte so sehr realistisch waren und dem, was die Herren Kim, Hong und Thielbeer immer predigten, absolut widersprach? Hatte man da schon Angst, man könne auffliegen?

    5.
    Wieso holte man mit Glanz und Gloria den ewig lächelnden, jungenhaften und so unschuldig wirkenden Matthias Schultze wieder zurück? Der zwar im Gegensatz zu Auracher ein „Greenhorn“ im Kongresswesen ist, jedoch durch seine mehrjährige Tätigkeit als Direktor im IKBB (damals schon der Liebling der Stadt mit Schützenhilfe des Herrn Schilling), genau hätte wissen müssen, dass die von Kim und Thielbeer genannten Zahlen und Visionen absolut unrealistisch sind. Wieso blies Schultze - trotz dieser Kenntnis - doch ins gleiche Horn? Ob er hierfür auch eine „Sonderzahlung“ erhalten hat?

    6.
    Und wieso hat nie jemand geprüft, für was und warum pro die Betreibergesellschaft seit 2007 die rund 600.000 € p.a. „Betriebskosten-zuschuss“ ausgab?
    Man bedenke, dass - wie bereits publiziert wurde - Herrn Dr. Thielbeer in anderem Zusammenhang wohl für die zur Verfügungstellung des PKWs seiner Gattin Rechnungen schrieb oder sich gemeinsam mit Herrn Schultze die Gehälter erhöhte.
    Hier wundert sich bereits der Laie; was wird aber ein Wirtschaftprüfer noch alles finden bzw. feststellen?

    7.
    Und jeder, der ein gesundes Rechtsbewusstsein hat, fragt sich: Wieso greift hier immer noch nicht die Staatsanwaltschaft ein?

  8. MPistorius sagt am 15. September 2009:

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt wohl aktuell, Presseamt hat hierzu gerade eine “Schönmeldung” verschickt. Für mich riecht die Geheimnistuerei vor der Kommunalwahl mittlerweile auch stark nach Wahlbetrug. Erwarte mit Spannung wie es weiter geht.

  9. Wolfgang Wobido sagt am 15. September 2009:

    Zu STA Bonn ermittelt im WCC Sumpf.
    Dies war wohl längst überfällig,

    so langsam dürfte es einsam werden um die noch OB B.Dieckmann.

  10. Grobian sagt am 15. September 2009:

    Sicher war das Eingreifen der Staasanwaltschaft längst überfällig. Aber leider unter liegt die STA auch Regeln und kann - soweit mir bekannt - nur aufgrund einer Strafanzeige tätig werden.
    Bleibt nur zu hoffen, dass noch genügend Beweismaterial vorhanden ist. Bei dem Wirbel in den letzten Tagen, wäre es durchaus denkbar, dass die Herrschaften sich darauf eingestellt haben.

  11. Pervicacia sagt am 15. September 2009:

    Dann dürfte Bärbel Dieckmann am kommenden Donnerstag, 17.09., bei der Ratssondersitzung zum WCCB-Desaster wohl dem Rat gegenüber ein weiteres Mal ihren Kopf aus der Schlinge ziehen. Mit dem Hinweis auf das “schwebende Verfahren” und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wird sie über ihre 26 Seiten umfassende chronologische Abfolge zum WCCB keine weiteren Aussagen machen, keine Fragen beantworten oder Hintergründe erläutern. So, wie sie es geschickt geschafft hat, das Schweigen zum Thema über die Kommunalwahl hinaus zu verlängern (Warten auf die Dollars!), wird sie sich ihrer Verantwortung gegenüber den Vertretern der Bürgerschaft erneut entziehen: Das Ende der Amtszeit ist
    ja zum Glück sehr nahe !!!

  12. [...] die Verwaltung und die Projektgruppe um Hübner und Zwiebler nicht den „Ersatzmann“ Young Ho Hong für den Erstinvestor Man Ki Kim akzeptiert, nachdem dieser [...]

  13. [...] „Image“ wichtiger ist als  „Correctness“ war maßgeblich beteiligt an der Destabilisierung des Systems Dieckmann, allerdings nicht auf der Ebene der vermeintlich großen koreanischen “Schlitzaugen”, [...]

  14. Helga Orlean sagt am 27. September 2009:

    Das Flugblatt war das allerletzte Mittel, den Fall Orlean an die Öffentlichkeit zu bringen, und es hat mich große Überwindung gekostet, zu einem solchen Mittel zu greifen. Die dort aufgeführten Fakten stammen fast alle von Staatsanwälten, denen wir vermutlich leid taten. Die Vorgänge waren also staatsanwaltlich bekannt. Fakt ist, dass die Staatsanwaltschaft Bonn außergewöhlich umfangreiche Aktivitäten entfaltet hat, um die Täter zu schützen und Orlean auszuschalten.

Konstruktive Kommentare bevorzugt

Bitte bleiben Sie beim Thema des zu kommentierenden Beitrags. Sie können anderer Meinung sein, aber vermeiden Sie persönliche Angriffe. Spam und Werbung sind im Kommentarbereich nicht erlaubt. Neben den Kommentaren besteht auch die Möglichkeit einen Artikel einzureichen, bitte wenden Sie sich dazu an: redaktion [at] rheinraum-online.de

Schlagworte: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Artikel zum gleichen Thema

15. Juli 2010. 70 Minuten Oberlehrer. - So stahl Nimptsch den Ratsmitgliedern die Show: In einer Sondersitzung am 13. Juli wollte der Bonner Stadtrat über den Bericht des Rechnun... (30) 

3. Mai 2010. Alle waren zahm und sanft - Der WCCB-Skandal im Stadtrat. Der Autor klau|s|ens erlebt die letzte Ratssitzung am 24. April live im Internet und stellt rhein:raum dankenswerterweise seinen B... (7) 

8. April 2010. Drei Wochen Zeitgewinn für die Verwaltungsspitze . Wie aus heiterem Himmel sind in der Osterwoche "ganz urplötzlich" drei neue Aktenordner aufgetaucht, berichtete gestern nachmittag der WDR.... (10) 

1. April 2010. Kein WCCB-Prüfbericht im Tresor . Auf Anweisung "von ganz oben" soll Friedhelm Naujoks (Foto), Bonns bestbezahlter Verwaltungsmann und Chef des Städtischen Gebäudemanagements... (20) 

14. März 2010. Ohne Geld durch Bonn. Unter dem Motto „Ohne Geld durch die Welt“ veranstaltet die BUNDjugend NRW, die Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz, vom 6. bis 11. Ap... (3) 

9. März 2010. Frauen hätten vielleicht die richtigen Fragen gestellt. Vielleicht aber auch nicht. Bonns Ex-Oberbürgermeisterinn Bärbel Dieckmann hat im Zusammenhang mit dem Kongress-Centrum WCCB wohl entweder n... (2) 

11. Februar 2010. Ein Geschenk das keines ist. Wie eine Bombe platze am vergangenen Montag ein einfacher Brief an den Oberbürgermeister in die politische Landschaft Bonns und löste zunäch... (5) 

4. Dezember 2009. Verdacht der Untreue: Ermittlungen gegen Ex-OB Dieckmann und Hausdurchsuchung bei städtischen Projektleitern. (aktualisiert 5.12.2009)Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen die ehemalige SPD-Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann weg... (7) 

23. November 2009. Lauter falsche “Richtigstellungen” der Stadt Bonn. Die Stadt Bonn hat endlich reagiert. Öffentlich, spät und unglaubwürdig. Sie "korrigiert" vor allem Fehler, die niemand gemacht hat. Seit... (25) 

9. Oktober 2009. Zwei WCCB-Kurzfilm-Tips. SMI Hyundai, der koreanische "Investor", der das WCCB-Kongress-Centrum schon vor der Grundsteinlegung verpfändete, präsentiert stolz im Inte... (3) 

8. Oktober 2009. Dieckmanns Maulkorb. Nicht nur der Untersuchungshäftling Thielbeer schweigt. (Das ist jener Mann, der als scheinbar unabhängiger Gutachter das WCCB-Geschäft mit... (10) 

18. September 2009. Öffentlicher Liebesentzug. Mit absoluter Mehrheit forderte gestern Abend der Bonner Stadtrat die Oberbürgermeisterin wegen des WCCB-Skandals zum Rücktritt auf. 34 Rats... (3) 

16. September 2009. OB Bärbel Dieckmann soll zurücktreten. Der Stadtrat wird sich auf seiner Sondersitzung am Donnerstag zu den Vorgängen um das WCCB mit Rücktrittsforderungen an die Oberbürgermeiste... (8) 

16. September 2009. Harry, hol schon mal den Wagen. Irgendwer scheint irgendwen angezeigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat eingegriffen: Haftbefehle gegen SMI-Hyundai-Chef Man-Ki Kim, Gene... (6) 

30. August 2009. Die rote Pappnase bleibt. Ihr neuer Träger heißt Jürgen Nimptsch. Knapp 6o % der Bonner WählerInnen hatten sich für  andere Kandidaten entschieden, doch die einfache... (4) 

26. August 2009. Kunst am Bau!. Das Kongresszentrum WCCB ist gerettet: Weiterbau überflüssig, viel Geld gespart und Schluss mit der koreanischen Grau-in-Grau-Tristesse!... (0) 

26. August 2009. Nach Dieckmann die Sintflut. Bonns Oberbürgermeisterin verweigert jede Auskunft vor dem Wahltermin. Die Sondersitzung des Stadtrates, die die Grünen und der Bürgerbund B... (30) 

26. August 2009. World Conference Center Bonn: Die waren alle dafür - die haben alle gepennt. Wenige Stunden nachdem die Grünen am vergangen Freitag per Pressemitteilung mit der Einschaltung der Kommunalaufsicht gedroht hatten, sollte... (4) 

14. August 2009. Zwei Bonner Schülerinnen offiziell nur noch „geduldet“. Kurz nach Beginn der Sommerferien erhielt Govan A. Post vom Kölner Regierungspräsidenten. „Das lässt nichts Gutes erwarten“, war der erste G... (3) 

5. August 2009. Wird das World Conference Center zum Sargnagel für die Stadtfinanzen?. Das Bonner Landgericht hat heute vorläufig die Besitzansprüche der israelischen Investmentgruppe Arazim an der UNCC GmbH bestätigt. Damit st... (14) 

Zum Artikelarchiv ...

Vorheriger Artikel: BUND und Vereine werben für Nationalparkidee

Nächster Artikel: BAStA - Machtwechsel im Bonner AStA

Artikel RSS
Kommentare RSS
rhein:raum Twitter