Tag des offenen Denkmals ohne METROPOL und Beethovenhalle

11. September 2009.

Als vor einigen Monaten die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dazu aufrief, in diesem Jahr schwerpunktmäßig “Historische Orte des Genusses” vorzustellen, listete sie unter den denkbaren Beispielen an erster Stelle Kinos auf. Das METROPOL am Bonner Markt, über dem jetzt ein großer Baukran schwebt, wäre weit und breit die erste Wahl gewesen. Ob es in Zukunft noch zur Gänze als historischer Ort des Genusses erlebbar sein wird? Ob die marmorverkleidete Garderobe von 1928, an der man seinen Mantel abgeben konnte, um sich unbeschwert in den großen Saal zu begeben, noch stehen wird? Das Foyer, unter dessen indirekt beleuchteter Kuppel die Gesichter erwartungsfroh leuchteten? Und die Treppen, auf denen man sich beschwingt zur Empore begab?
Alles hängt davon ab, auf welcher Art von Innenausbau der langfristige Mieter, der Buchhandlungskonzern Thalia besteht. Wird er seinem Namen Thalia gerecht werden? Die Muse Thalia ist nämlich die Beschützerin der Theater. Deshalb schreiben schon seit Tagen besorgte Kunden von Bouvier, das zur Thalia-Kette gehört, Karten an die Konzernleitung und fordern sie auf, “Ihre Hand schützend über das METROPOL zu halten! Das Foyer und die originalen Treppen dürfen nicht zerstört werden!”
Ein historischer Ort des Genusses, der nach Meinung der Stadt Bonn schon jetzt nicht mehr als solcher vorgestellt werden soll, ist die Beethovenhalle, obwohl im September diesen Jahres ihr 50jähriges Jubiläum hätte begangen werden können. Offenbar um eine reibungslose kommerzielle Verwertung des städtischen Denkmals nicht zu stören, “sieht die Verwaltung davon ab, das 50jährige Jubiläum der Beethovenhalle am 7./8.9.2009 mit Veranstaltungen zu begehen.” Das Stadtarchiv ist bereits damit beauftragt worden, den Nachruf zu verfassen, denn der Bonner Kulturdezernent Dr. Ludwig Krapf hält es für “sinnvoll, die kulturelle und politische, die lokale und die nationale
Geschichte der Beethovenhalle zu dokumentieren und für die Stadtgeschichte festzuhalten.”
Niemanden wird es unter diesen Umständen verwundern, dass die Stadt Bonn dafür sorgte, die Besichtigung der Beethovenhalle wieder aus dem Programm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu entfernen.
Dr. Marcus Mrass ist 1. Vorsitzender des Vereins PRO METROPOL

  1. Stammgast sagt am 25. September 2009:

    Ein paar Eimer Farbe und ein vernünftiger Geschäftsführer… und schon schriebe die Beethovenhalle schwarze Zahlen! Aber wir haben´s ja…

  2. Grobian sagt am 25. September 2009:

    Die Beethovenhalle wird von der World Conference Center Bonn Management GmbH betrieben!!!! Und da haben wir doch wieder Namen, die uns sehr bekannt vorkommen: Thielbeer und Schultze. Deren Agentur für Werbung: Kreativkonzept/Schilling.
    Wacht da mal jemand auf?

  3. Max Malsch sagt am 5. Dezember 2009:

    Schauen Sie doch bitte mal auf unsere Seite:

    http://www.bonndirekt.com

    Mit freundlichen Grüßen

    Max Malsch

  4. martin seelig sagt am 15. Februar 2010:

    lieber herr mrass,

    ich weiß nicht, ob sie mit meinem namen ein gesicht assoziieren können. zuletzt haben wir uns in der u-bahn unterhalten und davor vor der kreuzkirche. ich erzählte ihnen u.a., dass ich mitglied im bonner wingolf bin (s.ernst moritz arndt).
    ich würde sehr gerne mal mit ihnen ein glas wein im jacobs weinhaus trinken (das werden sie als alter bonner ja kennen!)
    recht herzliché grüß am karnevalssonntag
    martin seelig
    p.s. ich hoffe, dass meine mail über diese internetseite irgendwie bei ihnen ankommt.

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