18. September 2009.

Mit absoluter Mehrheit forderte gestern Abend der Bonner Stadtrat die Oberbürgermeisterin wegen des WCCB-Skandals zum Rücktritt auf. 34 Ratsmitglieder waren dafür, 24 dagegen. Dieckmanns SPD hatte auf namentlicher Abstimmung bestanden. Vielleicht wurde befürchtet, dass bei geheimer Abstimmung zu viele Sozis abtrünnig werden würden.

Bärbel Dieckmann indes denkt offenbar nicht daran, wenige Wochen vor dem offiziellen Ende ihrer Amtszeit zu gehen. Möglicherweise hängen ja auch Pensionsansprüche daran. Und sie hat, erzählt man sich in den Fluren des Stadthauses, schon vor Wochen Datum (8. Oktober ’09) und Uhrzeit ihrer feierlichen Eintragung ins goldene Buch der Stadt Bonn festgemacht – da passt ein unehrenhafter Abgang natürlich auch nicht…

  1. Der Rheinlaender sagt:

    “Driss es los” wenn eine anscheinend uninformierte EXPRESS-Redakteurin unqualifizierte Kommentare wie im heutigen EXPRESS, Rubrik “Driss es…” auf Seite 34 abgeben darf! Marion Steeger sollte sich mit den Hintergründen zum WCCB befassen bevor sie die Feder in die Hand nimmt. Bonn braucht qualitativen und unabhängigen Journalismus, keine parteiengelenkte Claque! Mit dieser Sorte “Journalismus” werden die Bonner Tageszeitungen und Boulevardblätter noch mehr an Glaubwürdigkeit verlieren. Schon jetzt kann man sich als interessierter und gebildeter Bürger im Internet wesentlich umfassender und vor allem unabhängiger informieren.

  2. boba sagt:

    Ich kann mich dem Kommentar von ‘Der Rheinlaender’ nur anschließen – über die heutige Äußerung von Frau Steeger im Express zur WCCB-Affäre kann man nur den Kopf schütteln. Mein Eindruck bestätigt sich, dass die Bonner Presse oftmals nicht unabhängig und neutral berichtet. Das zeigt sich beim General-Anzeiger, der nur unter allgemeinem Druck über Kelbers Twitterei anlässlich der Bundespräsidentenwahl berichtet und dafür jetzt zu Kelbers Solarspenden schweigt, genauso wie bei einem solch unqualifizierten Kommentar von Frau Steeger. Driss es! Schade v.a. für die journalistische Glaubwürdigkeit. Nach der Bundestagswahl werde ich mein General-Anzeiger-Abo kündigen, soviel steht fest. Und in den Express brauche ich wohl auch nicht mehr zu schauen…

  3. Pervicacia sagt:

    So ist das nun mal mit der Presse, sie macht nicht nur Politik und läßt es an der gebotenen Distanz zu den politischen Akteuren und Parteien der verschiedenen Richtungen fehlen, sie ist die Politik, und sie ist sich Ihrer Macht wohl bewußt: Nur das, was in den Medien gebracht wird, hat vermeintlich wirklich stattgefunden, alles andere ist so gut wie nicht existent gewesem. Auch die politisch unterschiedlichen Bewertungen der Presse durch Themenauswahl, durch Umfang, Wortwahl und Schwerpunkte offenbaren oftmals die strategischen Absichten ihrer “Hintermänner”.
    Das, was am vergangenen Donnerstagabend im Stadtrat “passiert” ist, dürfte wohl einmalig in der langen Geschichte des Bonner Stadtparlaments gewesen sein: Ein Stadtoberhaupt, Oberbürgermeisterin, gleichzeitig Chefin der Stadtverwaltung, wird von rund 60% der Abstimmenden Stadtverordneten wenige Wochen vor ihrem Amtsende zum Rücktritt aufgefordert. Eigentlich bedarf dieses Phänomen einer ausführlicheren Analyse und qalifizierteren Berichterstattung über das “Systems Dieckmann”. Mehr als das, was bisher in der Bonner Lokalpresse an Kommentaren zu ihrer mit lächerlichen Argumenten unterlegten hartnäckigen Weigerung, von ihrem Amt zurückzutreten, zu lesen war.
    Offenbar kann mal wieder nicht sein, was nicht sein darf. – Die Einladungskarten für Frau Dieckmanns Abschiedsemfang sind schon verschickt, die Lobesreden schon geschrieben und die Eintragung ins Goldene Buch vorbereitet.
    Hoffentlich erinnert sich Frau Dickmann später, als Präsidentin der Welthungerhilfe einmal daran, wieso es dazu kommen konnte, dass beispielsweise die Kinderarmut im Bonner Norden sogar noch weiter angestiegen ist. Dann nämlich, wenn die Bürgerschaft für die “Pleiten, Pech und Pannen” der Korruptionsbaustelle WCCB die finanzielle Verantwortung zu tragen hat.

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