“Schutzgemeinschaft Deutscher Wald” plädiert für einen Nationalpark Siebengebirge

24. September 2009.

Eine seit langem bestehende Kernforderung des Naturschutzes – und von daher auch der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) – ist die Schaffung großräumiger Schutzgebiete. Den höchsten diesbezüglichen Schutzstatus haben in Deutschland die Nationalparke, in denen – nach nationalen Kriterien – zumindest auf 50% der Fläche natürliche Entwicklungsprozesse gewährleistet werden. Allein vor diesem Hintergrund ist eine Ausweisung des Siebengebirges als Nationalpark aus Sicht des Naturschutzes ein qualitativer Gewinn.
Gemessen an den Empfehlungen des IUCN wäre ein Nationalpark Siebengebirge zwar vergleichsweise klein, jedoch zeichnet sich dieses für das Rheinland durchaus großflächige Waldgebiet durch eine große Vielfalt von Waldgesellschaften in kleinflächigem Wechsel und dem Vorkommen zahlreicher gefährdeter Arten aus. „Als anerkannter Naturschutzverband mit Schwerpunktbereich Wald halten wir die Ausweisung des Siebengebirges als Entwicklungsnationalpark fachlich für absolut gerechtfertigt und sehen die nationalen Kriterien als erfüllt an”, so der SDW-Landesgeschäftsführer Gerhard Naendrup.
Das Siebengebirge unterliegt wegen seines hohen Potentials an Natur- und Kulturausstattung einem enormen Besucher- und Nutzerdruck. Im Vorfeld des Bürgerentscheid in Bad Honnef über die Beteiligung an einem möglichen Nationalpark Siebengebirge werden bezüglich des Betretungsrechts vielfach Ängste geweckt, die von der Sache her nicht begründet sind, denn auch für das bestehende Naturschutzgebiet wurde schon ein umfassendes Wegekonzept angemahnt und in Auftrag gegeben. „Mit der Ausweisung als Nationalpark bietet sich vielmehr die Gelegenheit, ein ganzheitliches und verbindliches Wege- und Besucherlenkungskonzept für das Siebengebirge unter Beteiligung aller Interessengruppen zu erarbeiten” sieht Gerhard Naendrup diesbezüglich eher eine Chance im geplanten Nationalpark.

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