WCCB: Stadt Bonn schweigt beharrlich

Dieckmanns Maulkorb

8. Oktober 2009.

Nicht nur der Untersuchungshäftling Thielbeer schweigt. (Das ist jener Mann, der als scheinbar unabhängiger Gutachter das WCCB-Geschäft mit den Koreanern eingefädelt hatte, dann die Seiten wechselte und neben Matthias Schultze Geschäftsführer der jüngst pleite gegangenen WCCB Management GmbH geworden war.) Die Presse hält ihn für korrupt.

Mindestens genauso beharrlich schweigt die Bonner Stadtverwaltung. Alle sind noch auf freiem Fuß, und es ist nicht die Staatsanwaltschaft, die die Fragen stellt. Die Fragen kommen von den Grünen. Bärbel Dieckmann, Chefin der Bonner Stadtverwaltung, verweigert bis heute jede Antwort.

“Warum ist die Sparkasse in das Kreditgeschäft eingetreten, obwohl der damalige Investor SMI Hyundai das vertraglich vereinbarte Eigenkapital nicht eingebracht hatte?”

“Seit wann sind Verträge des UNCC-Geschäftsführers Kim mit Arazim bekannt?”

“Auf welcher Grundlage hat man den  kostentreibenden Bauänderungen und Zusatzinvetitionen beim WCCB zugestimmt, obwohl der Investor gleichzeitig noch immer nicht das vertraglich verabredete Eigenkapital eingebracht hatte?”

“Auf welcher Grundlage wurde  zusätzlicher Kredit über 30 Millionen Euro an die UNCC zu einem Zeitpunkt valutiert, als unklar war, wer der rechtmäßige Gesellschafter der UNCC ist?”

Das alles sind Fragen, die die Grünen seit Wochen an Stadtverwaltung und Sparkasse richten, ohne darauf eine plausible Antwort zu erhalten. “In ihrem Sachstandsbericht versucht die Stadt diese Verantwortung bei der Sparkasse abzuladen, die wiederum weist das zurück und verweist auf die enge Abstimmung mit der Stadt” sagte Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt

Neben der Klärung, wer letztlich diese Entscheidungen zu verantworten habe, bleibe doch die Kernfrage, aus welchem Grund man dem “Investor” in dieser ungewöhnlichen Form entgegen gekommen sei.

Schmidt: “Nach der Entwicklung der letzten Tage muss man sogar fragen: Konnten Chung, Kim und Hong von Anfang mit diesem “Entgegenkommen” von Stadt und Sparkasse von vorn herein rechnen und warum?”

  1. Rheinländer sagt:

    SPD Ratsherr Martin Schilling und die WCCB Management GmbH

    Nachdem nun auch die WCCB Management GmbH Insolvenz angemeldet hat trifft der WCCB Skandal wohl doch die Agentur von SPD Ratsherr Martin Schilling. Bereits am 17.09.09 berichtete der WDR: ” Die Politik in Bonn fragt sich, wie es soweit überhaupt kommen konnte. Allerdings gibt es auch hier Verquickungen, die zumindest zum Nachdenken anregen. SPD- Ratsherr Martin Schilling fungiert als Sprecher seiner Fraktion. Im Hauptberuf ist er geschäftsführender Gesellschafter einer Agentur. Im Internet sind die Kunden aufgeführt: darunter das WCCB und SMI Hyundai, die Firma von Man Ki Kim. Schilling hat sein Büro passender Weise im Bonner Plenarsaal, da wo am Dienstag (15.9.09) die Staatsanwälte waren. Die Krise trifft auch die Agentur von Ratsherrn Schilling. Große Umsätze wird er mit dem WCCB wohl nicht mehr machen.”

    Im Zusammenhang Martin Schilling und WCCB Management GmbH gäbe es aber durchaus interessantere Fragen:

    Ist mittlerweile bekannt wie es überhaupt zu der Konstellation des Schilling Büros im WCCB kam, also gab es eine Ausschreibung der WCCB Management GmbH für den Betrieb des http://www.bonn-convention-bureau.de ?

    Stimmt es, dass sich die Herren Schultze / Schilling schon “früher” kannten?

    Bleibt das Büro Martin Schillings trotz Insolvenz der WCCB Management GmbH im World Conference Center Bonn erhalten?

    Im oben zitierten WDR-Lokalzeit Interview äußerte sich Martin Schilling dahingehend, dass er finanziell nicht von dem Convention Büro im WCCB abhängig ist, er arbeitet ja auch für andere Kunden (war die WCCB Management GmbH also Kunde von Herrn Schilling? Wurde Herr Schilling womöglich aus dem 1.6 Mio Subventionstopf bezahlt um “Eventleistungen” für die WCCB Management GmbH zu erbringen?). Klar arbeitet der SPD Ratsherr Martin Schilling auch für andere Kunden, zum Beispiel für den Wahlkampffinanzierer von SPD Mann Ulrich Kelber. Und auch der Wahlkampf des “parteilosen” neuen Bonner SPD OB Jürgen Nimptsch geht auf sein Konto…

    Bloß ein Schelm also wer im Zusammenhang mit Martin Schilling über Vorteilsnahme im Amt nachdenkt?

    Sehr geschickt haben Bärbel Dieckmann und die Bonner SPD das Thema WCCB über die OB-Wahl, die Bundestagswahl, und die heutige Verabschiedung der OB hinausgeschleppt. Es verwundert, dass der Bonner Bürger, und auch die Bonner Medien!, sich dieses Klüngeltheater bisher ohne großes Murren haben gefallen lassen. Muss erst einmal die “verdiente” Bonner OB aus dem Schussfeld? Nur ganz vereinzelt sind Bonner Stimmen zu hören: Wahlbetrug, Neuwahlen, Bürgerverarschung, SPD-Sumpf, Lügenbaron…

    Oder gibt es heute vielleicht doch ein paar couragierte Bonner Bürger die sich von Frau Dieckmann mit einem fetten “Danke für das WCCB” verabschieden werden? Wohl eher nicht. Eher darf wieder mit SPD-Claqueuren, aktiviert von Jürgen Nimptsch (wie zur vorletzten Ratssitzung) gerechnet werden.

    Und trotzdem sagt der Rheinländer: Sonne Verarschung vergisst der Bonner nicht!

  2. Peter Kanzow sagt:

    Die im Generalanzeiger abgedruckten Stimmen zum Abschied von Frau Dieckmann sind verheerend. Eine Laudatio auf einen verdienten Politiker hört sich anders an.

  3. Grobian sagt:

    Bereits vor einiger Zeit habe ich ähnliche Fragen zur Konstellation Schilling / WCCB / Schultze gestellt. Beide kennen sich schon lange, noch aus IKBB-Zeiten (Rheinlobby, Bonn Conference Partners, etc.). Bleibt zu hoffen, dass die Staatsanschwaltschaft bei der Sichtung des beschlagnahmten Materials, das eine oder andere Dokument findet, das aussagekräftig genug ist, um zu beweisen, dass die beiden Herren möglicherweise munter mitgemischt haben und/oder sogar im Ansatz wussten, was Kim, Hong und Thielbeer so treiben. Ist da auch Geld geflossen?

    Wieso war Herr Schultze noch am 15.09.2009 im WCCB aktiv und hat sich abends anlässlich der “Rheinlobby” äußert: “Die Staatsanwaltschaft war zwar da, aber es ist alles OK, Geschäft läuft.”? Hat Herr Schultze nicht – wie Herr Dr. Thielbeer – sein Gehalt erhöht und sich wider besseren Wissens (Schultze kommt aus der Hotelbranche und war seinerzeit Direktor des IKBB. Somit weiß unter anderem, wie schwer es ist, Kongresse nach Bonn zu holen, geschweige denn zusätzlich ein Hotel – mit nachträglich erhöhter Zimmeranzahl – auszulasten.) für die Publizierung unhaltbarer Daten und Fakten für das WCCB betreffend stark gemacht? Evtl. hat sich das “unaufhörliche Schönreden” für den ewigen „Strahlemann“ Schultze auch finanziell rentiert?

  4. Beobachter sagt:

    Riemann, Grobian, Pistorius, Rheinländer… wahrscheinlich sowieso alles nur eine Person. Und vor allem eine Methode: Unbelegte Gerüchte, Fragezeichen-Verdächtigungen, Verbalmüll und Pseudofakten. Dieser Mißbrauch von Freiheit im Netz am Rande der Legalität und jenseits jeden journalistischen Anstands geht mir allmählich auf den Sack.

    rhein:raum: Der Rest des Kommentars wurde wegen diffamierender und verleumderischer Äußerungen jenseits jeden journalistischen Anstands gelöscht. Nach Recherchen der Redaktion handelt es sich bei den oben genannten übrigens nicht um ein und dieselbe Person.

  5. Peter Kanzow sagt:

    Beobachter reagiert wie der getroffene Hund, der bellt.

    Tatsache ist, dass die Presselandschaft in Bonn erheblich zu wünschen übrig lässt. Der Generalanzeiger ist seit einigen Jahren ohne Konkurrenz und das merkt man. Er ist zu einem Propagandablatt der Bauwirtschaft verkommen. Alles wird hochgejubelt, wenn es nur ums Plattmachen und Neubauen geht. Auch wenn die Projekte noch so sinnlos sind. Wer dagegen ist, wird als ewig gestriger Wirtschaftsverhinderer geschmäht. Es wird Zeit, dass die Presse in Bonn mehr Vielfalt bekommt, damit auch andere Stimmen zu Wort kommen.

    Und lieber Beobachter, widerlege die Vorwürfe, anstatt den Vorwerfenden anzugreifen. Es ist immer wieder zu beobachten, dass der, der in der Sache Unrecht hat, anfängt, auf echten oder vermeintlichen Verfahrensmängeln herumzureiten.

  6. Fabian sagt:

    @Beobachter. Da würde ich jetzt aber keinen Schilling drauf wetten.

    Beobachter mutmaßte: “Riemann, Grobian, Pistorius, Rheinländer… wahrscheinlich sowieso alles nur eine Person.”

  7. Rheinländer sagt:

    @Beobachter: Ein Rat: Sie sollten Kontakt mit Martin Schilling aufnehmen, der beobachtet aktuell im Netz auch wie wild:-)) Denn der verdächtige “Vorteilsnahmekreis” wird immer enger, und enger, und …

    @Fabian: Den Schilling würde ich uns Bonnern auch gerne ersparen;-).

    @Alle: Habe heraus gefunden aus welcher Zeit sich Schultze/Schilling kennen: Von 2003 bis 2006 war Matthias Schultze für die Betreiberfirma Gegenbauer Location Management & Services GmbH als Direktor für das Internationale Kongresszentrum Bundeshaus Bonn (heute: World Conference Center Bonn) zuständig.

    Einer Pressemitteilung des damaligen IKBB vom 11. Juli 2005 anläßlich der 5. Bonner Rheinlobby ist u.a. zu entnehmen:

    “Das Internationale Kongresszentrum Bundeshaus Bonn (IKBB) und die Agentur
    Kreativ Konzept haben am vergangenen Freitag, den 08. Juli 2005 zum fünften Mal zur Bonner RheinLobby geladen. Unter dem Motto „Netzwerke auf der Sommer RheinLobby“, begrüßte Matthias Schultze, Direktor des IKBB, 300 Gäste aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien im Bonner Bundeshaus. Moderator Martin Schilling von der Agentur Kreativ Konzept interviewte Bonner Politprominenz: Ulrich Kelber – Bonns Bundestagsabgeordneter (SPD)…”

    Und da haben wir sie wieder alle!

    Was lag also näher als sowohl das damalige Personal als auch den Vermarktungsauftrag der WCCB Management GmbH wieder in diese bewährten Hände zu legen? Es gibt einen entscheidenden Unterschied: Gegenbauer wirtschaftete “privat”, WCCB Management mit öffentlichen Geldern!

  8. Grobian sagt:

    @ Bebachter: Wenn Sie richtig lesen würde, wüssten Sie, dass es sich bei Riemann, Grobian, Pistorius, Rheinländer, etc. keinesfalls um eine Person handelt.

    @Kanzow: Ihrer Nachricht vom 10. Okt. kann ich mich nur anschliessen. Da bellt aber einer ganz arg laut!

    @Rheinländer: Ihr @Alle: Auf diese Tatsache habe ich bereits mehrmals hingewiesen. Frage mich warum die Presse, dies nicht aufnimmt.

    Dass sich Herr Schilling hier gar nicht mehr äusstert, spricht meines Erachtens für sich. Wo er doch sonst überall und zu jedem seine Kommentare abgibt.

  9. Grobian sagt:

    Das hat aber recht lange gedauert, bis Michael Thielbeer als Geschäftsführer der WCCB Management GmbH abberufen wurden.

    Es ist aber gar nicht nachzuvollziehen, dass Thielbeer Minderheitsgesellschafter der GmbH bleibt, die sich um den Betrieb des Kongresszentrums und anderer Gebäude, darunter die Beethovenhalle, kümmert. Was soll das??? Der muss überall raus!!!

    Und wieso darf Matthias Schultze weiter als Alleiniger Geschäftsführer mitmischen???? Glaubt man denn immer noch, das er eine reine Weste hat, bei dem ganzen Klüngel?!!!

  10. Rheinländer sagt:

    Köln räumt heute mit dem Klüngel auf – in Bonn geht’s weiter wie bisher

    Mit den heutigen Verlautbarungen des neuen Bonner OB Jürgen Nimptsch, u.a. zu dem noch von Bärbel Dieckmann vorbereiteten und dem Rat gegenüber verschwiegenen Weiterbau des WCCB, ist klar weshalb die letzten Wochen aus der Stadtverwaltung zum Thema Conference Center nichts zu hören war.

    Das Duo Dieckmann/Nimptsch arbeitete im Hinter(unter)grund an der heute bekannten “Lösung”. Unter vollem rechtlichen Risiko (ungeklärte Eigentumsverhältnisse), und auf Kosten des Bonner Steuerzahlers wird seit heute am World Conference Center wieder gebaut. Wegen der anhaltend harschen öffentlichen Kritik am Projektverlauf und dem städtischen Management sowie der wohl zu erwartenden weiteren Offenbarungen an städtischen Verfehlungen durch die Staatsanwaltschaft, wurde das sinkende WCCB-Schiff wieder auf Fahrt gebracht.

    Zeitgleich appelliert Nimptsch an den Stadtrat für eine konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle Bonns. Dafür sind ja dann die besten Voraussetzungen geschaffen.

    Gebieten CDU/FDP/GRÜNE/BBB diesem Treiben jetzt Einhalt, dann kann die Bonner Lokalpresse in seit 15 Jahren “gelernter” Manier wieder wortreich auf die “Querulanten” eindreschen um sie mundtot zu machen.

    Nimptsch knüpft mit diesem Verhalten gegenüber dem Rat nahtlos dort an wo Dieckmann aufhörte. Dies war abzusehen, schon durch die enge Verbindung Nimptsch/Schilling/Dieckmann. Vor allem Schilling hatte bereits vor Wochen mehrfach kommentiert, dass der Weiterbau und die Fertigstellung des WCCB alternativlos sei. Heute wurden wieder am Bürger vorbei Tatsachen geschaffen, da helfen auch keine zukünftigen “Bürgerbefragungen” oder WCCB-Frage/Antwort-Spielchen zur Beschönigung dieser fortgesetzten SPD-Klüngelpolitik!

    Nachdem der neue OB heute seine Duftmarke gesetzt hat wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis wann sich diverse Beobachter wieder aus ihren Löchern trauen.

    Nimptsch hat bereits heute seine Maske fallen lassen, und sich eindeutig in Bonn platziert. Als “parteiunabhängiger” Bürgermeister für alle Bonner, wie im Wahlkampf noch wortgewaltig verkündet, wird der neue OB nach diesem Tag mit Sicherheit nicht gesehen. Einer starken Opposition, wenn es denn eine solche in Bonn gäbe, würde es mit Bezug auf Nimptsch’s heutiges Verhalten zukünftig leicht fallen weitere “Nimptsch/Schilling-Wahrheiten” zu entlarven.

    Chance vertan, schade!

    Der Rheinländer sagt: däh hästeret!

    P.S.:
    Bezahlt der Bonner Steuerzahler auch diese Kölner PR Agentur?
    http://www.rw-konzept.de/de/aktuelle-meldung/article/1112.html

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