Flashmob in Bonn-Endenich
Zusammengebrochen im Lidl
31. Oktober 2009.
Mit einem Flashmob protestierten heute das Bonner Aktionsbündnis Gerechter Welthandel (AGW Bonn) und die internationale Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign, CCC) gegen die Arbeitsbedingungen bei Lidl-Zulieferbetrieben in Asien und Osteuropa. Um Punkt 12 Uhr sanken 15 AktivistInnen zwischen verdutzten Lidl-Kunden in der Filiale in der Endenicher Straße für 90 Sekunden zu Boden. Auf den Rücken der am Boden liegenden AktivistInnen waren Sprüche wie „20 Stunden ohne Schlaf, doch der Auftrag ist geschafft“ zu lesen.
Mit dieser Aktion machten die Flashmobber auf Arbeitsrechtsverletzungen bei der Produktion von Kleidung aufmerksam. Begleitend wurde vor der Filiale darüber informiert, wie sich Kunden für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen einsetzen können. Dabei wurden Flugblätter verteilt, die Werbeblättern von Lidl täuschend ähnlich sahen, bei näherem Hinsehen aber auf Arbeitsrechtsverletzungen in der Bekleidungsindustrie hinwiesen. Nach dem Flashmob führten die Aktivisten vor der Filiale ein Straßentheater auf, das eindrucksvoll ausbeuterische Arbeitsbedingungen veranschaulichte.
“Gerade Discounter wie Aldi, Lidl und KiK nutzen ihre Marktmacht und drücken die Preise beim Einkauf ihrer sog. Aktionswaren” erklärte das AGW. Das bedeute für die NäherInnen Löhne, die nicht zur Sicherung der Existenz ausreichen. Zahlreiche unbezahlte Überstunden und die Schikanierung von gewerkschaftlich aktiven ArbeiterInnen in den Zulieferbetrieben seien zudem die Regel. Auch in Deutschland seien viele Beschäftigte im Einzelhandel nur noch stundenweise auf 400-EUR-Basis beschäftigt. Das Aktionsbündnis Gerechter Welthandel und die Kampagne für Saubere Kleidung fordern Lidl als zweitgrößten Discounter in Deutschland dazu auf, seiner Verantwortung gerecht zu werden, indem er seine Einkaufspraktiken so verändert, dass Sozialstandards in der Produktion eingehalten werden können und die Beschäftigten hier und in den Entwicklungsländern Löhne erhalten, von denen sie leben können. Die Politik sei aufgefordert, Discounter zur Offenlegung ihrer Lieferketten zu verpflichten.
Foto: gerechter-welthandel.de

Gute Aktion. Bevor man weitere Lidl-Ansiedlungen, z.B. in Beuel, überhaupt diskutiert – geschwege denn genehmigt – sollte man sich lieber fragen, ob man Lidl überhaupt haben will. Bei diesen Arbeitsbedingungen bringen mich keine zehn Pferde in diese Grundrechtswüste. Übrigens auch aus Selbstschutz, denn wer seine Arbeitnehmer knechtet, betuppt auch seine Kunden.
Sicher, Lidl lohnt sich – aber für wen?
Wahrscheinlich sind diese angeblichen Aktivisten bei ihrer eigenen Aktion eingeschlafen.