23. November 2009.

Die Stadt Bonn hat endlich reagiert. Öffentlich, spät und unglaubwürdig. Sie “korrigiert” vor allem Fehler, die niemand gemacht hat.

Seit Monaten bezieht die Stadt Bonn regelmäßig Prügel für ihr desaströses Missmanagement beim World Congress Center Bonn (WCCB). “Die Millionenfalle” heißt die Serie des Bonner General-Anzeigers, in der beleuchtet wird, wie die BonnerInnen nach Strich und Faden über den Tisch gezogen wurden. Und zwar nicht nur von Global Players (SMI Hyundai, Honua, Arazim) sondern auch von Local Players (Ex-Oberbürgermeisterin Dieckmann, Ämterchefs der Stadtverwaltung, Sparkassendirektoren etc.).

Inzwischen ist die Serie bei Teil XX angekommen. Drei Tage später, am 20. November, meldete sich Bonns Pressestelle endlich zu Wort: “Stadt korrigiert neun Sachfehler des General-Anzeigers” heißt es dort vollmundig.

Tatsächlich werden aber nur Nebelkerzen geworfen. Wir heben sie einzeln auf.

1) 185 oder mehr als 300 Hotelzimmer? Nach General-Anzeiger-Informationen sind 316 Zimmer gebaut worden. Die Stadt Bonn sagt, das sei falsch und verweist auf einen Werbetext von www.worldccbonn.com, der behauptet, 334 Hotelzimmer und Suiten / 2 Präsidentensuiten anbieten zu können. Ob so ein Werbespruch ausreicht, den General-Anzeiger Lügen zu strafen?

Die entscheidende Frage ist jedoch: Wie kommt es, dass angeblich im Projektvertrag nur 185 Hotelzimmer bestellt worden sind, obwohl der Rat zuvor den Bau von rund 350 Hotelzimmern zum selben Preis (!) beauftragt hatte? Haben Dieckmann und Konsorten schon bei Vertragsabschluss den Rat betrogen, um später mehr Steuergelder lockermachen zu können? Dazu schreibt die Bonner Pressestelle nichts.

2) Bodenproblematik Fachleuten zufolge muss der General-Anzeiger manche Baudetails missverstanden und falsch wiedergegeben haben. Pfahlgründungen von 140 m Tiefe erschienen ebenso unrealistisch wie eine als Standard angenommene Beton-Bodenplatte von nur 25 cm Stärke für ein 17-stöckiges Hochhaus.

Interessant ist jedoch folgendes: Der General-Anzeiger konstruiert hieraus, v.a. wegen angeblich fehlender Baugrund-Untersuchungen, Mehrkosten von 1 Mio €.

Die Stadt Bonn hingegen verweist darauf, dass sie alles richtig gemacht habe, vier Bodengutachten (!), und konstruiert daraus doppelt hohe Mehrkosten, nämlich 2 Mio €. Mehr als was eigentlich? Böse Zungen behaupten bereits: Da werden schon wieder ein, zwei Millionen Euro verschwummelt…

3) Scheingefecht Der General-Anzeiger habe berichtet, die Stadt habe im “Baukostenexplosionsbegründungspapier” auf  ”diesen Vorgang” nicht hingewiesen. Richtig sei hingegen, in der Ratsvorlage vom 7. Mai 2009 sei darauf hingewiesen worden.

Die Stadt Bonn verschweigt leider, um welchen Vorgang es überhaupt gegangen sein soll. Auch kommt das zitierte “Baukostenexplosionsbegründungspapier” im Text des General-Anzeigers überhaupt nicht vor.

4) Ungleiche Treppen Die Erwartung des General-Anzeigers, alle Treppen sollten identisch  sein, ist anscheinend ebenso unsinnig wie die städtische Behauptung, sie seien es tatsächlich. Fachleuten zufolge gibt es auch bei gleichen Geschosshöhen wegen unterschiedlicher Bodenaufbauten sehr häufig unterschiedliche Details.

5) Gipskartonständerwerkwände Der General-Anzeiger kritisiert, dass mit dem Bau von Gipskarton-Wänden begonnen wurde, bevor der Bau trocken war. Von außen eingedrungene Feuchtigkeit habe die zur Hälfte errichteten Gipskartonwände derart beschädigt, dass sie hätten erneuert werden müssen.

Die Stadt versucht abzulenken und erklärt, dass es normal sei, solche Wände und die Elektroleitungen in Etappen zu erstellen. …Aber bitte doch erst, wenn der Bau trocken ist, oder?

6) 1.200 qm Fliesen Hier unterstellt die Stadt Bonn dem General-Anzeiger eine völlig falsche Behauptung: “Der General-Anzeiger behauptet zum Controlling, SMI Hyundai Europe GmbH habe 1.200 m² Fliesen legen und fotografieren lassen – als Basis für das Controlling.”

Richtig sei hingegen: “Rechnungen wurden nur aufgrund kontrollierter Aufmaße beglichen und nicht aufgrund von Fotos.” Das mag in jedem Einzelfall stimmen.

Der General-Anzeiger sprach indes von etwas ganz anderem, nämlich: Wie überredet man die Sparkassen-Direktoren, vorzeitig die nächste Tranche des Baukredits freizugeben? Man gaukelt einen Baufortschritt vor, den es noch gar nicht gibt. Potjemkin lässt grüßen.

7) Externer Revisor Der General-Anzeiger habe berichtet, die Stadt habe einen externen Revisor, den die Sparkasse Köln/Bonn für das Controlling einschalten wollte, abgelehnt.

Tatsache sei, sagt die Stadt Bonn, “Stadt und Sparkasse haben für das praktizierte Controlling eine gemeinsame Basis gefunden und sich darüber vertraglich geeinigt.”

Na und? Das eine schließt das andere nicht aus.

8) Bau-Controlling durch die Stadt Bonn Der General-Anzeiger habe behauptet, der Außenposten des Controllings hätte aus einem Sachbearbeiter des Ordnungsamtes bestanden.

Die offizielle Antwort hierauf lautet: “Sachbearbeiter des Ordnungsamtes haben keine Controllingaufgaben wahrgenommen. Ein Assistent der Projektkoordination, der nicht zum Ordnungsamt gehörte, hat mit allen Verwaltungsbereichen zusammengearbeitet, auch mit dem Controlling. Die fachlichen Beurteilungen der Bauleistungen erfolgten ausnahmslos durch das städtische Gebäudemanagement.”

Auch das klingt nicht gerade so, als sei je ein echter Controller auf der Baustelle gewesen – nicht mal einer vom Ordnungsamt.

9) Aufklärung der Öffentlichkeit Der General-Anzeiger habe behauptet, die Mitteilungsvorlage für die nächste Ratssitzung am 26. November enthalte keinen Hinweis darauf, dass Rat und Bürger nun aufgeklärt würden.

Richtig sei hingegen, erklärt die Stadt, dass die Mitteilungsvorlage im Ratsinformationssystem öffentlich zugänglich sei.

Das aber hat niemand bestritten, erst recht nicht der General-Anzeiger. Der hatte sogar, anders als die Stadt Bonn in ihrer Replik, die Ordnungsnummer dieses Textes gleich mitveröffentlicht: 912648.

Wer nun aber diese fünfseitige öffentliche Mitteilungsvorlage durchliest, findet darin wirklich keinen einzigen Hinweis darauf, dass die bisherigen Betrügereien aufgeklärt werden sollen.

Fazit: Lauter  f a l s c h e  ”Richtigstellungen” Fragen tauchen auf: Warum äußert sich das Bonner Presseamt erst jetzt zur General-Anzeiger-Serie “Die Millionenfalle”? Und warum versucht es dann sofort, den General-Anzeiger mit derart plumpen Mitteln anzuschwärzen?

Wer mehr Einzelheiten wissen möchte, liest am besten die beiden Originaltexte: a) ”Die Millionenfalle, Teil XX” vom Bonner General-Anzeiger und b) die Pressemitteilung der Stadt Bonn “Stadt korrigiert 9 Sachfehler des G.A.” .


  1. Friedel Frechen sagt:

    Tapfer, tapfer, diese anonyme Kritik an einer Richtigstellung der Stadt. So kann man es machen. Selbst bequem im Dunkeln bleiben, alles behaupten zu dürfen, jedes zurückweisen zu können, immer Recht zu haben, für nichts sich rechtfertigen zu müssen. Auf solche Schreiberlinge muss man zu recht stolz sein.Und dennoch liegt der Kritik-Kritiker in der Sache völlig daneben.
    Zwei Beispiele:
    Hotel: Die vom Presseamt berichtigte Zimmerzahl wird vom Direktor des Hotels bestätigt.Sie stimmt mit der Webside überein.
    Bodengutachten: Der GA bestreitet die Existenz. Es gibt aber vier.
    Hoteltreppen: Jeder Treppenlauf sei ein Unikat, so stehts im GA. Tatsache: Alle Treppenläufe vom zweiten bis 17. OG sind gleich.
    Soll ich weiter machen? F. Frechen

  2. Rheinländer sagt:

    @Friedel Frechen, ja bitte machen Sie weiter. Der Bonner ist doch froh endlich etwas städtisches zum Thema zu hören. Mich interessiert in dem Zusammenhang auch die Asbeck Klage “Geothermie”. War die Geothermie bereits in den ursprünglichen Plänen des WCCB berücksichtigt? Oder könnte es sein, dass bei der Planung des Bonner Prestigeprojektes der “Umweltgedanke” vergessen wurde? Wie hoch wird die Gesammtsumme zur Finanzierung/Erstellung des WCCB voraussichtlich sein (inkl. Winterheitung, Insolvenzverwalterm, Gutachter, und sonstigen Kosten)?

    Ein Tipp: Es geht um die Sache, nicht um echte Namen und Personen. Jedem Schulkind wird heute beigebracht keine Spuren im Netz zu hinterlassen. Außerdem kann jeder Betreiber einer Homepage im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten für die Inhalte seiner Seite haftbar gemacht werden. Hören Sie auf Einfluß auf unabhängige Medien nehmen zu wollen, diese Vorgehensweise macht Sie nicht glaubwürdiger und ist unprofessionell!

    Ich finde es SUPER von Ihnen das Sie in Blogs und Fooren Stellung beziehen!

    Trotzdem sagt der Rheinländer: Pass ma op, Jung!

  3. Friedel Frechen sagt:

    Für anonyme Tipps bin ich immer dankbar. Um Einfluss gehts nicht, es geht um Fakten, nicht nur bei der Verwaltung, auch in unabhängigen Medien. Falls Sie da noch Informationsbedarf haben empfehle ich die Homepage des Presserates und dort, was in den Publizistischen Grundsätzen unter Sorgfalt steht. Diesmal ist die Sorgfalt der Medien gemeint.

    Also Rheinländer, maach dich schlau, Jong.

  4. Rheinländer sagt:

    @Friedel Frechen: Ohh, da stechen Sie in ein Wespennest mein Guter. Googlen Sie mal: “Blogger sind keine Journalisten” oder “Journalisten sind keine Blogger”.

    Den “Normalblogger” interessiert die Homepage des Presserates daher in der Regel leider, oder Gott sei Dank?, wenig.

    Wenn Sie jedoch der Ansicht sind, dass dieser Beitrag gegen geltende Rechte und Gesetze verstößt, dann stehen Ihnen sämtliche rechtsstaatlichen Mittel zur Verfügung um dagegen vorzugehen. Oder Sie rufen einfach mal die Redaktion an (dort sind ja Namen im Impressum genannt) und suchen das Gespräch? Das müsste doch eigentlich drin sein, Kommunikation ist ja Ihr Beruf.

    Aber das ist nicht das Thema zu welchem ich Ihnen zuvor Fragen stellte. Sie reagierten mit Ihrer Stellungnahme auf meinen “Tipp”, was ist schon wieder mit den Antworten auf die WCCB-Fragen?

    Wie soll ein Journalist nach den publizistischen Grundsätzen des Presserates arbeiten, wenn Sie sich als verantwortlicher Pressesprecher der Stadtverwaltung Bonn den Fragen entziehen und sämtliche Antworten schuldig bleiben? Das Thema “Geothermie” liegt nicht beim Staatsanwalt sondern befindet sich im OB-Projektordner, was fällt Ihnen an einer Beantwortung so schwer?

    Das Thema WCCB ist von allgemeinem gesellschaftlichen Interesse, bedenken Sie bitte auch diesen publizistischen Grundsatz.

    Die von vielen Bonnern wahrgenommene städtische Totalverweigerung von Transparenz im Zusammenhang mit dem Thema WCCB macht es nachvollziehbar, dass sowohl Redakteure als auch Blogger selbst nach Antworten suchen, und sich teilweise in Spekulationen verlieren. So wird jedoch immerhin öffentlicher Druck aufgebaut, welchen wir in lokalen Printmedien lange genug vermisst haben, um die Wahrheit ans Licht zu befördern. Und wir erleben aktuell, dass es dies auch in Bonn funktioniert!

    Der Staatsanwaltschaft stehen da natürlich andere Mittel zur Verfügung. Der Mediendruck wird in den nächsten Tagen, vor allem nach Abschluss der Vernehmung von Bärbel Dieckmann und Friedhelm Naujoks, weiter zunehmen.

    Und die Lösung wäre so einfach. Transparenz und Offenheit führen zu einem ehrlichen Umgang mit dem mündigen und interessierten Bürger.

    Tipps annehmen ist aber auch ein guter Weg;-) Deshalb mache ich jetzt aus dem “u” ein “o”.

    Der Rheinländer sagt: also nix vöör unjoot, min jong;-)

  5. Erika sagt:

    Der Pressesprecher der Stadt Bonn ist kein freier Mann, möchte ich “Rheinländer” widersprechen. Wünschen seine Vorgesetzten Transparenz, wird er sie zeigen, sonst nicht. “Transparenz und Offenheit führen zu einem ehrlichen Umgang” – volle Zustimmung!!! 9 Sachfehler (wenn es denn Fehler sind)??? Das sind 9 Mücken in einem großen Mückenschwarm, der von der Stadt durch totales Schweigen freigesetzt wurde. Nicht Herr Frechen macht sich lächerlich, sondern seine Vorgesetzten. Weiterhin muss ich bemerken, daß ich eine solche Leistung (wie beim WCCB) dem sonst sehr langweiligen General-Anzeiger nicht zugetraut hätte.

  6. Friedel Frechen sagt:

    Auch wenn der Rheinländer – angeblich – kein Journalist ist, wird er sicher verstehen, warum zu Fragen, die laufende Ermittlungs- und Prüfverfahren betreffen, niemand Auskunft geben kann. Da ich den Rheinländer für jemand halte, der mit einer Lust an der sprachlichen Provokation schreibt aber keineswegs auf den Kopf gefallen ist, unterstelle ich einfach, dass er mir im Stillen recht gibt. Also, net ze fröh schwade, Jong.

  7. Trauernder Metropol-Hinterbliebener sagt:

    Das Problem ist doch, dass die Stadtverwaltung in den letzten Jahren erheblich an Vertrauen verloren hat. Investoren werden in Bonn goldene Brücken gebaut, um die Stadt kaputt zu machen, und der Bürger wird im unklaren gelassen, bis es zu spät ist. Und offenbar wird, was die Folgen der Investitionen betrifft, nicht so genau hingeschaut oder Nachteile in Kauf genommen. Metropol weg – egal, Hauptsache wir haben eine “innovative” neue Buchhandlung, die es in Bonn seit Jahrzehnten gibt. Bahnhofsvorplatz zugeklotzt – egal, Hauptsache wir haben das Allerletzte an Verkaufsfläche herausgekitzelt. WCCB-Finanzierung auf wackligen Beinen – egal, Hauptsache wir haben schon mal zu bauen angefangen. Kein Wunder, dass niemand dieser Truppe zutraut, das Festspielhaus auf die Beine zu stellen. Bevor nicht alle Fakten um das WCCB geklärt sind, sollte niemand das Wort “Festspielhaus” auch nur in den Mund nehmen.

  8. Friedel Frechen sagt:

    Der Trauernde mag es bedauern, aber auch die Regeln für die Entwicklung der Stadt werden durch den Gesetzgeber oder durch höchstrichterliche Entscheidungen vorgegeben. Diese Regeln gelten für Investoren und Eigentümer, für Rat und Verwaltung und auch für Sie.

  9. Steuerzahler sagt:

    Gesetzgeber, Regeln, “höchstrichterliche Entscheidungen”. Alle Steuerzahler und Bürger Bonns würden sich freuen, wenn Verwaltung und Politik, Treuhänder von Steuermillionen, beim WCCB sich verhalten hätten wie ein Privatmann. Nun ist alles schiefgelaufen und läuft weiter schief, weil die Stadt dem Steuerzahler weiter verschweigt, warum alles schiefgelaufen ist. Die Begründung ist etwas für unmündige Naive: Weil die Akten beim Staatsanwalt liegen, geht das nicht. Wir würden ja gerne, können aber nicht oder noch besser: Wir dürfen nicht. Man hat den Eindruck, alles ist schiefgelaufen, weil der Generalanzeiger aufgedeckt hat und ein Gegenmittel gegen die Valium-Pressemitteilungen aus dem Rathaus entdeckt hat. Die Nicht-Aufklären-Wollen-Bunkermentalität im Rathaus macht alles nur noch schlimmer.

  10. Rheinländer sagt:

    @Erika: Angenommen Friedel Frechen ist “kein freier” Mann wie Du anmerkst, er arbeitet/schreibt also nur was ihm seine Vorgesetzten auftragen, dann müsste er auch mit der Abgabe von Kommentaren auf dieser Homepage beauftragt worden sein, richtig?

    Wer könnte dann dieser Auftraggeber sein? Wenn ich mir das “Tagebuch eines Oberbürgermeisters” Nimptsch mit den vielen Konjunktiven durchlese, dann könnte man da auf eine Idee kommen…

    Auszug aus “Jürgen Nimptsch – Tagebuch eines Oberbürgermeisters”: …” Mehr und mehr erkundigen sich Bürgerinnen und Bürger dort (Anmerkung von mir: auf der Homepage der Stadt Bonn) auch danach, ob denn alles stimme, was in einer Bonner Zeitung zu lesen ist. Nein, es stimmt nicht alles – aber das können Sie selbst auf unserer Homepage nachlesen. Ich habe daher jetzt eine Untersuchung zu den 20 Folgen in Auftrag gegeben, die in dieser Zeitung bislang zum Thema „Kongresszentrum“ erschienen sind. Ich will genau wissen, welche der dort genannten Behauptungen, Mutmaßungen und Fakten tatsächlich stimmen. Als Germanist sind mir nämlich die vielen Konjunktive und bestimmte Lieblingswörter der Journalisten aufgefallen: „scheint“ und „offenbar“. Wir benutzen sie selbst, wenn wir uns nicht sicher sind, ob denn das stimmt, was wir sagen. Wir werden in ein paar Monaten Klarheit haben, ob denn wirklich alles für wahr gehalten werden darf, was die Zeitung geschrieben hat. Dann sind nämlich die von uns in Auftrag gegebenen Untersuchungen durch externe Experten abgeschlossen, die Staatsanwaltschaft hat dann ihre Ermittlungen zu Ende gebracht und der Bautenzustandsbericht des Insolvenz- und des Zwangsverwalters wird vorliegen”…

    Abgesehen davon das ich zukünftige Mitteilungen der Stadt nach diesen Konjunktivoffenbarungen des OB mit anderen Augen lesen werde, kommen die inhaltlichen Aussagen bei mir so an:
    der General Anzeiger schreibt nicht die Wahrheit, wir prüfen das, ich bin Germanist, ich kann das, mich haut keiner übers Ohr, wir arbeiten selber so, und dann werden sie dafür bezahlen, diese Nestbeschmutzer der Lokalpresse, diese WCCB Verräter und Zukunftsblockierer, diese Dieckmann Verunglimpfer…

    Schon gut, ich übertreibe. Aber in Bonn entwickelt sich zunehmend ein verpestetes Klima, ich komme mir vor wie in einer “Überwachungsstadt”!

    Zurück zum „Tagebuch“: erst macht die Verwaltung auf Kosten des Bürgers Millionen-Fehler, dann verliert sie augenscheinlich komplett den Überblick über diese Fehlleistung, und um diesen dann wieder zu erhalten wird am Ende der Steuerzahler für Recherchen die niemanden mehr interessieren weil die Staatsanwaltschaft alles aufgedeckt hat erneut zur Kasse gebeten. In meinen Augen hat sich der neue OB damit als Führungskraft der Verwaltung disqualifiziert, von wegen nach vorne schauen, nicht nachkarten…

    Warum aber diese ganze destruktive, negative Energie? Zur Verbesserung des Klimas zwischen Bürger/Stadt/Presse wird dieses Vorgehen auf keinen Fall konstruktiv beitragen! Der Bonner wünscht sich doch lediglich eine ECHT transparente Kommunikation! Informieren, nicht diffamieren!

    Schade um die verpasste Chance auf einen glaubhaften Neuanfang nach der Ära Bärbel Dieckman.

    @Friedel Frechen: Fragen für die sich der Staatsanwalt nicht interessiert, hoffe ich:

    Kommentieren Sie hier als Pressesprecher der Stadt Bonn?
    Wenn ja, mussten Sie sich die Abgabe von Ihren Kommentaren freigeben lassen? Wenn ja, müssen Sie sich jeden Einzelkommentar freigeben lassen? Wenn ja, wer erteilt diese Freigaben?

    Wenn nein, und Sie sind hier als Privatperson unterwegs, dann würden ein paar ehrliche Antworten auf die vielen offenen Fragen einen fruchtbaren Boden für den Wiederaufbau von Vertrauen bilden. Nehmen Sie zu deren Beantwortung doch einmal die “Bürgerposition” ein. Die Plattitüden der Stadt müssen wir hier jedoch nicht noch einmal lesen, dafür gibt es ja die bonn.de.

    Ich empfinde es grundsätzlich als sehr positiv, das Sie den Kontakt zur Öffentlichkeit aufgenommen haben, und hoffe dass Sie uns hier noch ein wenig erhalten bleiben. Hut ab, die Richtung stimmt, das meine ich ernst.

    Für ehrlichen Dialog sagt der Rheinländer: Bux ronger, Jong

  11. Friedel Frechen sagt:

    Alle die ECHTE Transparenz von anderen verlangen – was immer sie darunter verstehen mögen – sollten bei sich selbst beginnen. Das erste wäre dann mal ganz einfach, seinen ECHTEN Namen zu nennen. Dann wäre auch leichter zu beurteilen, ob es – außer der Sorge um Bonn – auch andere Motive für das Blog-Engagement geben könnte.

    Das wäre eine ECHTE Voraussetzung für den “ehrlichen Digalog”, den ihn der Rheinländer fordert. Also: Selve Box ronger, net Box voll, Jong

  12. Erwin sagt:

    Das ist klassisch: Diejenigen, die das Geld der Bürger verheizt haben, und denen entsprechende Druckmittel zur Verfügung stehen, verlangen von denen, die Transparenz und Aufklärung einfordern, als erstes ihren Klarnahmen zu nennen.
    Ich will nicht unterstellen, dass die Stadt das vorhat, aber allein die Möglichkeit, dass nach Bekanntgabe des Klarnamens massiver Druck auf die jeweiligen Personen – von wem auch immer, es geht schließlich um Millionen – ausgeübt wird, verbietet es eigentlich jeder vernunftbegabten Privatperson, in diesem Themenkreis seinen Klarnamen zu verwenden. Aus dem gleichen Grund sind bei den Autoren der ‘Millionenfalle’ auch immer Autorengruppen die Urheber, nie Einzelpersonen.

  13. Friedel Frechen sagt:

    Von welchen “entsprechenden Druckmitteln” sprechen Sie? Da bin ich aber mal gespannt. Zuviele Krimis gelesen – oder?

  14. Aber lieber Herr Frechen, was soll denn diese unsinnige Überheblichkeit!
    Seit Monaten werden Teile der Bonner Verwaltung von Presse und Bloggern und teilweise auch namentlich auftretenden “Kommentatoren” demaskiert.
    Kostspieliger Verwaltungs – Dilettantismus, Lügen, Rosstäuschereien und Schaumschlagen sind wirklich keine Zierde für eine Stadt, die sich merkwürdigerweise “Bundesstadt” nennt, aber inzwischen als kleingeistige “Ärmelschoner – City” geoutet wird (http://bonner-presseblog.de/2009/11/22/bonn-stadt-der-ellbogenschoner/)

    Vorkämpfer in diesem zwanghaften Peinlichkeitswahn ist zweifellos “Mr. SGB” Fritz Naujoks, der sich mehr und mehr als parteipolitische Fehlbesetzung entpuppt. Und hat nicht nachweislich Ihre Frau Frömbgen die Bürger beim Legionellenskandal im KAG platt belogen?
    Sogar die Ex – OB war sich nicht zu schade vor laufender WDR Kamera die Wahrheit zu beugen: “Es gäbe keine Bürgschaften der SPK für das WCCB”.
    Was will denn da, bitteschön, Herr Nimptsch noch reparieren?

    Auch das rheinische Idiom ist völlig ungeeignet nun so zu tun, als wenn man sich sportlich messen wolle.
    Die Problematik Ihrer berufliche Position, immer mal wieder neben der Wahrheit agitieren zu müssen, um Fehlverhalten und Inkompetenz der Verwaltung zu kaschieren wird akzeptiert(http://bonner-presseblog.de/2009/07/27/bonn-pressesprecher-sind-eigentlich-keine-richtigen-journalisten/).
    Für diese berufliche Problematik können Sie nichts, wohl aber für Ihre uneinsichtigen “Frecheleien” die bereits viel Schaden angerichtet haben (http://bonner-presseblog.de/2009/09/17/bonn-schickt-friedel-frechen-in-den-vorruhestand/).
    In guter Erinnerung ist Ihr Spruch von der “Tür (zu Honua) die man immerhin schon mal auf Hawai gefunden hätte”. Prompt wurden Sie von den WDR Journalisten abgewatscht.
    Vermutlich erwachsen diese Spruchbeuteleien der hier Benannten aus großer Unsicherheit und der Angst (volle Box) immense Fehler eingestehen zu müssen.
    Nachdem Sie selbst als einer der “Vertrauten” von Frau Dieckmann aus nächster Nähe das WCCB Fiasko miterleben durften und zumindest moralisch mitverantwortlich sind für den größten Bauskandal der Republik, wäre es hilfreich, wenn Sie merken würden, wie dünn das Eis unter Ihnen ist.
    Auf jeden Fall ist es völlig verfehlt nun einen “ehrlichen Dialog” von anderen einzufordern.
    Erst müssen Sie, Herr Klein, Herr Schilling und der Rest der Bonner Mauschel- und Vertuschungstruppen die Voraussetzung dafür schaffen.

    In Bonn ist schon genug den Rhein hinuntergegangen als nur die Reputation der Dieckmannschen Verwaltung.
    Tun Sie mal etwas für Bonn und nicht nur für Ihr eigenes Ego!

    Mit transparenten Grüßen…

  15. Mein Kommentar galt dem vorletzten “Beitrag”, beginnend mit “Alle die ECHTE Transparenz”…des Bonner Pressesprechers.

    Zu Erwin und dem erneuten Rosstäuscherbeitrag von “unserem Friedel” ist anzumerken, dass Herr Frechen wieder mal mit gezinkten Karten spielt: die Verwendung eines Anonyms ist inzwischen demokratischer Brauch und akzeptierter Usus, damit Missstände aufgedeckt werden können.

    Unser “Verlautbarungsjournalist” verdreht die Ausgangslage, bastelt daraus etwas Ehrenrühriges und gibt Erwin damit Recht.

    Nur zur Erinnerung: weil das SGB unter F. Naujoks – nach Aktenlage – beim Konrad Adenauer Gymnasium vorsätzliche Baugefährdung beging und ich diesen Kommunalkrimi kritisiert und zur Anzeige gebracht habe, wurden seitens der Stadt “entsprechende Druckmittel”(Kündigung/Honorareinbehalt)angewandt.
    Herr Frechen weiß das auch, tut aber so, als wenn er offiziell von diesen Machenschaften keine Ahnung hätte.

    Quod erat demonstrandum!

  16. Rheinländer sagt:

    @Friedel Frechen: meine Güte, mussten Sie denn auch sooo platt auf meinen
    Beitrag reagieren? Es hat 30 Minuten gebraucht ihn zu schreiben! Jobmüde? Eigenes Image egal? So scheint es zu sein, denn besser als Sie sich hier aktuell selbst demontieren hätte es auch kein Dritter vermocht. Danke, und…

    …auch schade. Vielleicht ist das Thema WCCB tatsächlich zu emotional und zu staatsanwaltlich belegt;-). Themenwechsel?

    Mein “Bux ronger” bezieht sich auf den rheinischen Ausdruck beim
    Skat für “Karten offen legen”, Ihren nackten A…. wollte ich wirklich nicht sehen…

    …unsere Hosen behalten wir an, und wollen sie auch zukünftig aus dem Spiel lassen, oder? (Auf diese Frage müssten Sie antworten dürfen:-)

    Um weitere Irritationen zu vermeiden zitiere ich jetzt einfach einmal den
    Wahlkampf-Slogan unseres OB Jürgen Nimptsch.

    Der Rheinländer sagt: zesamme stonn, Jong

  17. Friedel Frechen sagt:

    Gott Sei Dank, Riemann ist wieder da. Ich habe ihn seit drei Tagen vermisst. Bonn lebt. Dat ess joot.

  18. Och, nö, Herr Frechen, das ist gemein! Was sind Sie nur für ein Spielverderber. Kaum kommt ein “Klarname” sacken Ihre verbalen Taschenspielertricks in sich zusammen.
    Ich glaube wir lassen Sie jetzt mal in Ruhe, Sie haben sich das redlich verdient. Schließlich sind sie nicht Haupttäter, sondern nur Mitläufer in einem demokratisch halbtoten Bonn…

  19. Friedel Frechen sagt:

    Seit wann so empfindlich, Herr Riemann. Wer austeilt muss auch einstecken. Alte Regel. Mir gehts auch nicht anders. Und zum SGB: warten wir doch mal in aller Ruhe ab, wie der Streit vor Justitia endet.

  20. Wieso empfindlich, enttäuscht! Über inkompetente Verwaltunngsmenschen, die Mist bauen, Millionen verplempern und sich dann wie Mimosen gebärden und auch noch ungerecht behandelt fühlen.
    Und wieso Streit? Da muss nichts mehr abgewartet werden. Es ist aktenkundig durch die Staatsanwaltschaft in der ersten Ermittlung bestätigt, dass mindestens zum Zeitpunkt der Schulaufführungen 2006 beim KAG eine durch das SGB verursachte Baugefährdung nach § 319 StGB vorlag. Nach meinen Unterlagen ist das heute immer noch so.
    Nur durch unseren, auch in der Lokalpresse ertappten “notorischen Oberlügner” Naujoks, Herrn Klein als ehemaligen SGB Ausschussvorsitzenden und vermutlich auch Frau Schuldezernentin “Wahrheit” wurde dieser Skandal in allen Ausschüssen, in der Schulpflegschaft und der Presse unterdrückt.
    Neueste Meldung: das zweite Ermittlungsverfahren läuft immer noch. Das müssen wir natürlich abwarten, unter Umständen kommt es also nur noch schlimmer…

  21. Rheinländer sagt:

    Hey Peter, Schluss mit der Ferkeserei, Du nimmptschst mir meinen Schuumschläjer vom städtischen Schauspeelertrüppkes zu sehr in de Beschlach. Der Rheinländer sagt: Dat is jemeen;-)

  22. [...] der Wand landete, war irgendwann so was von Schluß mit lustig, dass sich Pressesprecher Bruno Brav wegen der Schelte “im Netz” heftig per Dauerkommentar wehren musste und der nagelneue OB Jürgen Nimptsch (SPD) sich sogar in [...]

  23. [...] zogen wiederum ein Geplänkel mit  Stadtsprecher Friedel Frechen im Web. 2.0 nach sich: “Lauter falsche Richtigstellungen der Stadt Bonn” , leider mit einem, für die Pressestelle eindeutigen Misserfolg in Bezug auf die [...]

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