Konsumentenprotest
Mit Einkaufswagen gegen Discounter
29. November 2009.
Mit einem Demonstrationszug der besonderen Art, angeführt von Einkaufswa gen und Großpuppen, protestierten das Aktionsbündnis Gerechter Welthandel, die Kampagne für Saubere Kleidung und die internationale Agrarstudentenorganisation IAAS gegen die Arbeitsbedin gungen in Zulieferbetrieben der Discounter Aldi, Lidl und KiK. Am frühen Samstag Nachmittag zogen die AktivistInnen mit Tüten der Discounter bekleidet durch die Bonner Fußgängerzone.
Mit zu Melodien von bekannten Weihnachtsliedern gesungenen Texten wandten sie sich gegen Arbeitsrechtsverletzungen und Hungerlöhne in der Textilindustrie. Auch mit Theatereinlagen, in denen Plastiktüten als Fetische verehrt wurden, erzielten sie viel Aufmerksamkeit und Zustimmung bei den Passanten. Zusätzlich wurde darüber informiert, wie sich Kunden für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen einsetzen können.
Weltweit produzieren Menschen unter schlimmsten Bedingungen Kleidung, die teilweise zu Spott preisen in Deutschland verkauft wird. Gerade Discounter wie Aldi, Lidl und KiK nutzen ihre Markt macht, um gnadenlos die Preise beim Einkauf ihrer „Aktionswaren“ zu drücken. Das bedeutet für die NäherInnen Löhne, die nicht zur Sicherung der Existenz ausreichen. Zahlreiche unbezahlte Überstunden und die Schikanierung von gewerkschaftlich aktiven ArbeiterInnen in den Zulieferbe trieben sind zudem die Regel. Auch in Deutschland sind viele Beschäftigte im Einzelhandel nur noch zu Stundenlöhnen von unter 5 Euro beschäftigt. Das Aktionsbündnis Gerechter Welthandel und die Kampagne für Saubere Kleidung fordern Aldi, Lidl und KiK dazu auf, ihre Einkaufsprakti ken so zu verändern, dass Sozialstandards in der Produktion eingehalten werden können und die Beschäftigten hier und in den Entwicklungsländern Löhne erhalten, von denen sie leben können. Die Politik wird dazu aufgefordert, Discounter zur Offenlegung ihrer Lieferketten und zur Einhal tung von Sozialstandards in der gesamten Lieferkette zu verpflichten.
