Ahaus Demonstration
Ahaus darf nicht das Atom-Klo Deutschlands werden
30. November 2009.
Bonner Bündnis für den Atomausstieg organisiert Busse zur Demonstration in Ahaus am 20.12.09
Bundes- und Landesregierung wollen das Zwischenlager Ahaus in NRW in den kommenden Jahren mit gefährlichem und hochverstrahltem Atommüll füllen – pro Woche sollen mehrere Atomtransporte per Bahn und LKW anrollen. Dagegen ruft das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen für Sonntag, den 20.12.2009 zu einer überregionalen Demonstration am Zwischenlager Ahaus auf.Mitte November 2009 genehmigte die Bezirksregierung Münster in einem absolut geheimen Verfahren für zehn Jahre die Anlieferung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen, darunter sperrige und hochverstrahlte Anlagenteile aus den Reaktorkernen der AKWs. Ein neuer 32-Tonnen Kran wurde von der Betreiberfirma GNS bereits für diesen Zweck in der Lagerhalle neu installiert.
Wahrscheinlich kommt der Müll zunächst aus dem im Rückbau befindliche AKW Würgassen, wo GNS vor Ort eine eigene Konditionierungsstraße aufgebaut hat. Aber die geheime Genehmigung der Bezirksregierung gilt prinzipiell für alle deutschen AKWs. Der GNS-Pressesprecher erwartet die ersten Atomtransporte nach Ahaus – per Bahn und LKW – noch in 2009!
Beim Bundesamt für Strahlenschutz hat die GNS zudem die Einlagerung von 152 Castoren aus dem Kernforschungszentrum Jülich sowie von 150 Castor-ähnlichen Großbehältern mit hochverstrahlten Brennelement-Strukturteilen aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague beantragt. Diese Genehmigung wird jeden Tag erwartet.
Der Versuchreaktor Jülich wurde bereits 1988 aufgrund zahlreicher Störfälle abgeschaltet und befindet sich im Rückbau. Ob die Transporte per Zug oder per Lastwagen-Konvoi abgewickelt werden, ist noch unbekannt. »Es wird allein aus Frankreich mindestens ein halbes Dutzend Transporte geben«, befürchtet Matthias Eickhoff, Sprecher des Bündnisses Münsterland gegen Atomanlagen. Um die Fahrt durch das dicht besiedelte Ruhrgebiet zu vermeiden, wird der Zug wahrscheinlich – wie bei den Gorleben-Transporten üblich – quer durch Hessen und dann Richtung Westen ins Münsterland fahren.
Das Zwischenlager Ahaus soll quasi das oberirdische Vorflutbecken für den Schacht Konrad werden. Jeder Atomtransport nach Ahaus wird den Druck auf die Eröffnung des “Endlagers” Konrad erhöhen. Damit könnte dann der “Entsorgungsnachweis” für die geplanten AKW-Laufzeitverlängerungen erbracht werden. Bundesregierung und Atomindustrie weigern sich, aus dem ASSE-Debakel zu lernen, denn Konrad ist genauso ein altes untaugliches Bergwerk wie die ASSE oder Morsleben.
Wir werden nicht zulassen, dass Ahaus zu einem oberirdischen Atommüll-Klo wird. Wir wissen, jeder Atomtransport nach Ahaus soll u. a. für EON/RWE/EnBW/Vattenfall den Weiterbetrieb ihrer AKWs sichern, indem eine „sichere” Atommüllentsorgung vorgegaukelt wird. Gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahlen in NRW werden wir heftigen Widerstand organisieren!
Das Bonner Bündnis für den Atomausstieg wird mehrere Busse von Bonn zur Demo in Ahaus am 20.12. organisieren. Diese werden um 9.30 Uhr am Busbahnhof am Bahnhof abfahren. Hin- und Rückticket gibt es für 25 Euro (20 € für Frühbucher bis 10.12.). Sie sind – solange der Vorrat reicht – durch Überweisung auf das Sonderkonto der Antiatomgruppe Bonn zu erwerben:
Anti-Atom-Gruppe Bonn, Axel Bergfeld
Kto 19 02 48 83 68
Sparkasse Köln Bonn
BLZ 370 501 98
Bitte vermerkt unbedingt (!) Eure
n Namen, Postadresse und die Ticketzahl auf Eurem Überweisungsträger. Nur dann können wir Euch sicher die Fahrtkarten zuschicken.
Aktuelle Infos gibt es unter http://www.antiatombonn.de, eine Kontaktaufnahme mit der Anti-Atom-Gruppe Bonn geht über demo-ahaus@antiatombonn.de und mit der Greenpeace Gruppe Bonn über gp-bonn@gaia.de.


Nach neuesten Presseinformationen will die GNS vor allem Atommüll aus Duisburg, Jülich und Karlsruhe nach Ahaus schicken. In Karlsruhe steht eine Konditionierungsanlage für besonders verstrahlte Core-Teile aus dem Reaktorkern, die dann in sogenannte Mosaik-Behälter verladen werden.
In Jülich betreibt die GNS eine Zweigstelle der Landessammelstelle Niedersachsen und in Duisburg steht eine weitere Atommüll-Konditionierungsanlage, die bundesweit für die Atomindustrie Atomabfälle verpresst und verpackt.
Das wird also eine “bunte” Atommüll-Mischung werden. Von Jülich und Duisburg sind vor allem der Niederrhein und das nordwestliche Ruhrgebiet betroffen, von Karlsruhe wahrscheinlich die Autobahnen durch das Rheinland!!
Wir freuen uns auf euch in Ahaus am 20. Dezember!!
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