Presseerklärung der Bonner Studierenden in der bundesweiten Bildungsstreikbewegung
Ein Besuch der Senatssitzung
3. Dezember 2009.
Am 3. Dezember um 10.40 Uhr besuchten ca. 100 Studierende der Bonner Bildungsstreikbewegung den öffentlichen Teil der Senatssitzung der Universität Bonn. Ziel war es sowohl unseren Forderungen erneut Nachdruck zu verleihen, als auch mit den anwesenden Senatsmitgliedern in einen konstruktiven Dialog zu treten. Das Hauptanliegen der Studierenden war dabei die Abschaffung der Studiengebühren. Der Senat ist dafür der direkte Ansprechpartner, da bei diesem Gremium die dementsprechende Entscheidungsbefugnis liegt. Aktionen dieser Art haben in anderen Städten bereits Erfolg gezeigt
Unmittelbar nachdem die Studierenden den Festsaal betreten hatten, erhielten sie den durch den Vorsitzenden das Wort. In der Hoffnung eine Diskussion mit dem Senat auszulösen forderten sie die Abschaffung der Studiengebühren. Die Situation war auf Grund der großen Anzahl der Studierenden im kleinen Festsaal leider unübersichtlich. Bedauerlicherweise bemühte sich der Vorsitzende des Senats nicht die Situation zu klären und eine Diskussion zwischen Senatoren und Studierenden zu eröffnen, sondern brach die Sitzung kurzerhand ab.
Diese Entscheidung bedauern wir ausdrücklich, da eine weitere Chance zum Dialog auf diese Weise vertan wurde.
Der Vorsitzende der Juso-Hochschulgruppe Christoph Paersen solidarisierte sich umgehend mit den Studierenden und erbot sich, einen Antrag auf Abschaffung der Studiengebühren bei der nächsten Senatssitzung zu stellen. Der RCDS-Vorsitzende hingegen erging sich leider nur in Polemiken gegen die anwesenden Studierenden. Dass die Forderungen der Bildungsstreikenden jedoch ausreichend Legitimität besitzen, lässt sich nicht bestreiten, da sich innerhalb der letzten Woche mehr als 2500 Studierende schriftlich mit ihnen solidarisiert haben. Die derzeitig stärkste Fraktion im Studentenparlament, der RCDS, welcher dementsprechend den AStA-Vorsitz innehat, erhielt bei den letzten Studentenparlamentswahlen gerade einmal halb so viele Stimmen.
Erfreulicherweise fanden sich nach der Auflösung der Sitzung, jedoch auch Senatoren, die den Dialog suchten und den Forderungen der Studierenden durchaus aufgeschlossen gegenüber standen. Dementsprechend blieben kleinere Gruppen von Studenten und Senatoren noch eine knappe Stunde im Festsaal, und diskutierten über die drängenden Probleme unserer Bildungslandschaft.
Für diese individuelle Dialogbereitschaft bedanken wir uns ausdrücklich.
Info: http://bildungsstreikbonn.blogspot.com
