5. Februar 2010.

Der Landkreis Rhein-Sieg hat den Beschlüssen der Städte Sankt Augustin und Bonn zur Verminderung der Lärmbelastung durch den Flugplatz Hangelar bisher nicht zugestimmt. Stattdessen hat er ein externes Gutachten zur wirtschaftlichen Bedeutung des Flugplatzes und eine Stellungnahme seines Rechtsamtes zur Fluglärmbelastung mit Bemerkungen vorgelegt, die für das Problem der Fluglärmbelastung unangemessen sind.

Das Gutachten zur wirtschaftlichen Bedeutung geht an der aktuellen Fragestellung der Bürger und Kommunen völlig vorbei. Weder Bonn und Sankt Augustin noch die Bürgeraktion stellen den Flugplatz oder dessen Arbeitsplätze in Frage. Es geht ausschließlich darum, den Flugverkehr von und nach Hangelar überall dort, wo die vorhandene Bebauung es zulässt, nicht über Wohngebieten, sondern über unbebautem Gebiet abzuwickeln, um die unerträgliche Fluglärmbelastung in den betroffenen Siedlungen zu reduzieren.

Die Stellungnahme des Landkreises kommt zum Ergebnis, die Lärmbelastung des Hangelarer Flugverkehrs sei weder unzumutbar noch gesundheitsgefährdend. Will der Kreis demnach den Lärmterror entlang der Platzrunde beibehalten, obwohl es eine alternative Lösung gibt, die nichts anderes kostet als ein bisschen Rücksicht der Flieger? Wenn das zutreffen sollte, werden viele Bürgerinnen und Bürger in Sankt Augustin und Bonn entsprechend reagieren und dieses Thema in den Wahlkampf einbringen.

Die Bürgeraktion fordert den Landrat und den Kreistag auf, sich den Beschlüssen der Stadträte anzuschließen. Wenn es nicht dazu kommt, sollten Bonn und Sankt Augustin mit ihrer Mehrheit in der Gesellschafterversammlung der Flugplatz- gesellschaft die geforderte Umsetzung auch ohne den Kreis durchsetzen.

Franz Schuster, Dr. Manfred Overhaus

Foto: JOKER/Marcus Gloger

  1. Unterberg sagt:

    Es gibt mit den vom RSK beauftragten Gutachten noch weitere, welche die Zumutbarkeit der von der Verkehrsanlage ausgehenden Störwirkung belegen. Die Grenzwerte werden nach eindeutigem Ergebnis von mehreren Gutachten nicht erreicht, geschweige denn überschritten.
    Da ist es nur all zu gut verständlich und m.E. auch richtig, dass man die Sinnhaftigkeit weiterer Forderungen -in diesem Fall kostenintensiver Lärmmessstellen- kritisch hinterfragt. Dabei bleibt es jedem Privaten oder auch jeder Kommune freigestellt, solche Anlagen zu kaufen und auf eigene Kosten zu betreiben. Die Anlagen an sich vermindern die Lärmbelästigung aber in keiner Weise. Die Rechnung dafür zahlen laut Antrag am Jahresende die Gesellschafter, je nach Anteil. Soll man den Bürgern doch nicht vorgaukeln, die Betreibergesellschaft müsse für die Kosten aufkommen: das negative Jahresergebnis ist von den Gesellschaftern auszugleichen, also auch vom Rhein-Sieg-Kreis, der rechtzeitig seine Bedenken anmeldet.

    Und was die Rücksicht der Flieger angeht, mögen sich die Kritiker erst einmal die notwendige Grund- und Sachkenntnis aneignen. Die Flugzeugführer handeln in der absolut überwiegenden Mehrzahl sehr rücksichtsvoll, wie sich bei zahlreichen Kontrollen der Luftaufsichtsbehörde sowie den Flugplatzbetreibern herausgestellt hat. Es gibt begründete Abweichungen, die sich nachweislich im Rahmen des Gesetzes bewegen. Und es gibt vereinzelt -wie im Straßenverkehr- Persönlichkeiten, denen man das rücksichtsvolle Miteinander erst noch einmal erklären muss. Das gilt genauso für verbissene Gegner von Flugbetrieb im Allgemeinen.
    Pauschalisierte und dilettantische Sprüche wie “Wir holen die Rowdies vom Himmel” disqualifizieren den Kritiker zum Sprücheklopfer.
    Die Fliegergemeinschaft hat m.E. den richtigen Weg eingeschlagen: Pflege der guten Nachbarschaft durch Sach- und Fachinformation sowie nachdrückliche Aufrufe an die Flieger, den Flugplatz und seine Umgebung möglichst schonend zu benutzen.

    Jürgen Unterberg

  2. Berghaus, Bornheim sagt:

    NunJa Herr Unterberg, was sollen Sie denn auch sonst zu diesem Thema sagen:
    “Eine Messung des vom Flugplatz Hangelar ausgehenden Fluglärms lehnt Betriebsleiter Jürgen Unterberg ab. Denn die in einem Bürgerantrag von 62 Geislarer geforderte Messanlage könne nicht anzeigen, von wem oder was der Lärm erzeugt werde. Es könne nicht zugeordnet werden, ob der Krach von Kindern, von vorbeifahrenden Lkws oder einem Jet aus Köln/Bonn verursacht werde, so Unterberg.”

  3. Willsson sagt:

    @Berghaus:

    Ich nehme an, Sie können hier und jetzt einen stichhaltigen Beleg anführen, daß diese Aussage nicht stimmt. Auf den bin ich wirklich gespannt.

  4. Berghaus, Bornheim sagt:

    Das ist der Beleg für die Aussage

    Flugplatz lehntLärmmessung abBEUEL/HANGELAR. Eine Messung des vom Flugplatz Hangelar ausgehenden Fluglärms lehnt Betriebsleiter Jürgen Unterberg ab. Denn die in einem Bürgerantrag von 62 Geislarer geforderte …
    so stand es am 28.11.2008 im Bonner Generalanzeiger

    Einen stichhaltigen Beleg, daß diese Aussage nicht stimmt, habe ich leider nicht.

    Google ist auch Ihr Freund!

  5. Fliegerfreund sagt:

    Hier wollen Bürger kraft ihrer Macht die Wertsteigerung ihrer billig erworbenen Grundstücke durchsetzten, auf Kosten des Flughafens und der Piloten.

    Die gleichen Bürger, die immer wieder gerne von Köln/Bonn aus in den Urlaub fliegen oder Dienstreisen antreten.

    Der Flughafen war zuerst da. Wer in der Nähe baut, ist selbst schuld.

  6. Berghaus, Bornheim sagt:

    @Fliegerfreund
    was heißt denn hier Nähe. Sie können doch wohl nicht ernsthaft Bornheim und Umgebung damit meinen. Und wir haben wir, insbesondere bei schönem Wetter, permanente Lärmbelästigung durch die Hangelarer Flieger. Das kann doch keine ernsthafte Aussage sein. Am Samstag knattert eines der neuen Krachmacher-teile unentwegt über uns, diese kleinen 2 Sitzer sowiesoSchrauber. Die sind ja nur dafür ausgelegt in geringer Höhe durch die Gegend zu fliegen, und die Leute zu nerven, so wird das ja auch beworben, Köln Bonn, Brühl usw. genießnen sie eine tolle Aussicht,über den Wolken sieht man ja auch nichts, deswegen fliegt man tief Das hat doch mit Bebauung nix, aber auch gar nix zu tun. Da irren Sie. Haben Sie einen einzigen Beleg für Ihre Aussage, das die Grundstücke billig erworben wurden, und jetzt wertgesteigert werden sollen. Übrigens, in unmittelbarer Nähe am Flughafen, ist die Lärmbelästigung um ein vielfaches geringer als 10 Kilometer weiter in den An- und Abflugbereichen. Die können ja nun nicht mal alle wegziehen.

  7. Willsson sagt:

    In Bornheim beträgt die Maximal-Höhe 450 m. Bedingt wird das durch den Fliegerhorst Nörvenich.

    Und die “neuen Teile”, wie Sie sie nennen, sind für andere Piloten ebenfalls ein Dorn im Auge, aus mehrerlei Gründen.
    Nichtsdestotrotz, “wer die Musik bestellt, bezahlt”!

    Wenn Sie Lärmmeßstellen haben wollen, bitte, aber dann auf Ihre Kosten.

  8. flugLärm sagt:

    Nur mal so zu Info:
    dort wo es laut ist, erkranken die Menschen deutlich häufiger. Bereits ab einer mittleren Dauerbelastung von 40 Dezibel schnellt das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen signifikant nach oben – unabhängig von der Sozialschicht der Versicherten.

    Ich habe da mal eine Frage:
    Wie bezeichnet man eigentlich Menschen, die mit Ihrem unerträglichen Hobby-Fluglärm anderen Mitmenschen ein körperliches Leid zufügen?

  9. Fliegerfreund sagt:

    Wie bezeichnet man eigentlich Menschen, die bauernschlau neben einem Flughafen bauen, ihre Kinder brutal dem Fluglärm aussetzen und dann unter der Maske des Opfers rücksichtslos ihre Nachbarn tyrannsieren?

  10. JTP sagt:

    Wenn’s nach Herrn/Frau “flugLärm” geht, sind ja schon Schnarcher brutale Mörder.

    Nun geht es aber – Gott sei’s gedankt – nicht nach Herrn/Frau “flugLärm”, denn sonst wäre das ganze Land ein Riesen-Friedhof.

    Man kann über alles diskutieren, aber nicht mit Herrn/Frau “flugLärm”, denn die Geschichte hat immer und immer wieder gezeigt, daß es unsinnig ist, mit Hardlinern zu Lösungen kommen zu wollen.
    Gott sei Dank ist Hardlinern auch immer ein sehr kurzes Dasein im Mittelpunkt beschieden.

  11. flugLärm sagt:

    Da muß ich, auch wenn es mir schwer fällt, JTP teilweise rechtgeben,
    mit Hardliner wie Hobbyfliegern denen Mensch und Umwelt egal sind,
    kann man nicht diskutieren!

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