Bonner Bündnis für den Atomausstieg fordert:
Keine Atomtransporte durch Bonn und anderswo!
17. März 2010.
Am 23. März wird der Umweltausschuss der Stadt Bonn erneut das Thema Atomtransporte über Bonner Stadtgebiet diskutieren. Die Verwaltung soll zum wiederholten Mal beauftragt werden, darauf hinzuwirken, dass die Stadt Bonn über alle Transporte radioaktiver Stoffe über Stadtgebiet informiert wird. Dies ist für eine umfassende Gefahrenabwehr bei Transportunfällen unerlässlich.
Regelmäßig finden Atomtransporte auf der Rheinschiene und damit quer durch Bonn statt. So wird z.B. angereichertes Uranhexafluorid UF6 zwischen der südfranzösischen Anreicherungsanlage Pierrelatte und der UAA Gronau sowie der Brennelemente-Fabrik Lingen hin und her befördert. Allein in 2010 sind laut Bundesamt für Strahlenschutz schon 9 Transporte zwischen diesen Standorten durchgeführt worden, weitere werden folgen.
Hinzu kommen dieses Jahr die ersten Transporte von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus AKWs in ganz Deutschland sowie der bestrahlten Brennelemente aus dem Forschungsreaktor Jülich ins Zwischenlager Ahaus. Diese Transporte können sowohl über die Schiene als auch über die Straße erfolgen.
Atomtransporte auf der Schiene werden vom Eisenbahn-Bundesamt genehmigt, auf der Straße in NRW von den Bezirksregierungen. Die Beförderung von Stoffen mit einem Gehalt von mehr als insgesamt 0,015% Uran 233/235 sowie Plutonium 239/241 müssen vom Bundesamt für Strahlenschutz genehmigt werden. Die Beaufsichtigung der Transporte obliegt dem Eisenbahn-Bundesamt bzw. dem NRW-Innenministerium. Eine Mitwirkung der betroffenen Kommunen ist nicht vorgesehen, lediglich die Kommune des Antragstellers wird in NRW informiert.
Aus diesen Gründen hat Bonner Stadtrat schon 1995 und 97 beschlossen, auf der Ebene des Städtetages eine Initiative für Verhandlungen mit entsprechenden Bundes- und Länderbehörden zu ergreifen. Dabei soll erreicht werden, dass alle Kommunen über vorgesehene Atomtransporte informiert werden, um alle notwendigen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr z.B. bei Unfällen sicherstellen zu können.
Das Bonner Bündnis für den Atomausstieg fordert die Mitglieder des Umweltausschusses auf, diesen Beschluss zu bekräftigen und die Verwaltung mit einer erneuten Initiative beim Städtetag zu beauftragen.
Jeder Atomtransport ermöglicht den Weiterbetrieb der 17 deutschen AKWs. Das Bonner Bündnis setzt sich für eine Beschleunigung des 2000 beschlossenen Atomausstieges ein. Deshalb ruft es zur Teilnahme an dem bundesweiten Aktionstag gegen Atomkraft am 24. April auf. In Ahaus werden die Atomkraftgegner aus NRW demonstrieren, bundesweit wird eine Aktions- und Menschenkette zwischen den AKWs Brunsbüttel und Krümmel organisiert.
Aus Bonn werden mehrere Sonderbusse nach Ahaus fahren (siehe auch Termine), Infos und Tickets gibt es auf www.antiatombonn.de.
Kontakt: Bonner Bündnis für den Atomausstieg, c/o Ökozentrum Bonn, Hatschiergasse 4, 53111 Bonn
