Atomkraftwerke abschalten - Nein zum Ausstieg aus dem Ausstieg!

24. April 2010: Menschenkette, Umzingelung und Demo

26. März 2010.

Der Konflikt um den Atomausstieg spitzt sich zu: Nach dem Atomkonsens aus dem Jahr 2000 müssten dieses Jahr eigentlich 4 AKWs abgeschaltet werden: Brunsbüttel, Biblis A und B sowie Neckarwestheim 1. Bis zum Jahr 2022 sollen alle Reaktoren stillgelegt sein.

Doch die Atomlobby versucht, den Ausstieg auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben. Nach der Landtagswahl in NRW am 9. Mai gehen die Verhandlungen zwischen schwarz/gelber Bundesregierung und Atomkonzernen über längere Laufzeiten in die heiße Phase. Schon jetzt ist die Rede von Laufzeitverlängerungen bis zu 28 Jahren, ein Wahnsinn! Strom aus abgeschriebenen Reaktoren ist billig und wird teuer verkauft. Jedes Jahr Laufzeitverlängerung spült den Energiekonzerne rund 10 Milliarden Euro Gewinn in die Kasse.

Das Risiko von Unfällen steigt kontinuierlich. Die deutschen Reaktoren werden immer maroder. Vor Terrorangriffen sind Atomreaktoren nicht effektiv zu schützen.

Der Atommüll strahlt unbegrenzt. 450 Tonnen hochradioaktiver Müll entstehen jährlich in deutschen Atomreaktoren

- ohne dass es eine sichere Entsorgung über Millionen Jahre gibt.
Deutschland braucht für eine sichere Stromversorgung weder längere Reaktorlaufzeiten noch zusätzliche Kohlemeiler. »Im Gegenteil, die unflexiblen Großkraftwerke auf Basis von Kohle und Uran bedrohen den Ausbau der erneuerbaren Energien«, erklärt z.B. die Deutsche Umwelthilfe. Mit der Laufzeitverlängerung würde die Energiewende gestoppt, noch ehe sie richtig begonnen hat.

Wir stehen am energiepolitischen Scheideweg. Deshalb ist es gerade jetzt so wichtig, ein spektakuläres Signal an Bundesregierung und Stromkonzerne zu richten: Die Proteste der Anti-Atomkraft-Bewegung werden am 24. April – anlässlich des Tschernobyl-Jahrestages am 26.4. – einen ihrer Höhepunkte finden!
Mit der Forderung, die Atomkraftwerke endlich abzuschalten und mit der Wucht einer Kettenreaktion wird es an diesem Tag bundesweit drei große Aktionen geben:

- Aktions- und Menschenkette von Brunsbüttel bis Krümmel (bei Hamburg): Zehntausende werden bei dieser bundesweiten Aktion für die endgültige Stilllegung dieser Pannenreaktoren demonstrieren.

- Umzingelung des Pannenreaktors Biblis (bei Frankfurt): Wir lassen nicht locker bis zur Abschaltung. Tausende von Menschen werden ihn umringen.

- Atommülldrehscheibe NRW: Demo in Ahaus (Münsterland): NRW hat es satt immer mehr zur Atommülldrehscheibe zu werden und macht sich vor den Landtagswahlen auf zum Atommülllager Ahaus.

Das Bonner Bündnis für den Atomausstieg organisiert einen Aktionsbus von Bonn nach Ahaus. Dieser fährt um 8.45 Uhr am Europabusbahnhof (300m nördlich Hbf) ab. Zunächst findet eine Theateraktion beim FDP-Bundesparteitag in Köln-Deutz statt. Dann geht es mit Schwung zur Demo nach Ahaus.

Tickets gibt für 20 € pro Person (Kinder die Hälfte) für die Hin- und Rückfahrt. Überweist diese bitte auf das Konto von AntiAtomBonn e.V., Sparkasse KölnBonn, BLZ: 37050198, Konto-Nr.: 1902751195; Verwendungszweck: Bus Ahaus, Anzahl der Karten, Name und Adresse. Danach bitte eine Email mit Hinweis auf eure Überweisung für den Bus Ahaus + Namen + Betrag an kontakt[at]antiatombonn.de oder per Post an AntiAtomBonn e.V., Wehrhausweg 33, 53227 Bonn. Dann erhaltet ihr eine Anmeldebestätigung, die als Ticket dient und weitere Informationen. Bei Barzahlung im Bus (möglichst vermeiden!) kostet die Hin- und Rückfahrt 25 Euro. Mehr Informationen unter: www.antiatombonn.deflyer-ahaus

  1. Ernergieverbraucher sagt:

    Ohne Atomstrom werden wir nicht über die Runden kommen, erst recht wenn wir weniger fossilen Brennstoff verbrauchen wollen. Der Atomausstieg war ein deutsch-grüner Wunschtraum der jetzt an der Realität zerbricht.

  2. Rainer Bohnet sagt:

    Widerspruch! Die Weiternutzung der Atomkraft ist unverantwortlich, da die Entsorgungsfrage völlig ungeklärt ist. Es hilft nur ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien.

  3. Ernergieverbraucher sagt:

    Gegen einen Ausbau der EE habe ich ja auch nichts. Man soll aber nicht wie in Deutschland gerne üblich in Hektik verfallen und Städte und Landschaften mit Solardächern und Windrädern verschandeln. Aber mit den rotgrünen Ausstiegsszenarien ist ein Umstieg auf EE ohne massiven zwischenzeitlichen Ausbau von Kohlekraftwerken mit entsprechendem CO2-Ausstoß nicht machbar. Schließlich sollen ja auch noch Elektroautos davon fahren! Ohne Atomkraft geht das nicht, und daher ist die Laufzeitverlängerung realistisch. Dass der Atommüll ein Problem darstellt, ist unbestritten, und dass die Kohl-Regierung in den 80ern hier offenbar gemauschelt hat, ist ein Skandal, der auch strafrechtlich aufzuarbeiten ist. Aber der Schaden ist eh angerichtet, und nun muss man nach Lösungen für alten und neuen Atommüll suchen. Einfach NEIN schreien hilft nicht. Dann gehen hier bald die Lichter aus.

  4. bildwiese sagt:

    Energieverbraucher hat es schon gesagt. Er ist ein VER-braucher und gehört damit zu einer aussterbenden Spezies. Es wurde schon genug auf dieser Welt VER-braucht. Wir, die wir mit Pioniergeist uns längst dem NEUEN zugewandt haben wissen – es geht darum die Resourcen zu GE-brauchen! Sonne, Wind, Wasser und Geothermie kann man GE-brauchen, Uran, Kohle, Öl + Gas kann man nur VER-brauchen. Setzen wir auf einen frischen und nachhaltigen Geist und lassen wir die langweiligen Phrasen die uns schon seit unserer Jugend (Bj.59) begleiten einfach an uns vorbeirauschen. Sie sind pure Energieverschwendung.
    Mit stets erneuerbaren Grüßen
    bildwiese

  5. Reinhard Rösler sagt:

    Was Kernkraftbefürworter häufig vergessen oder verschweigen, ist einerseits die Endlichkeit und andererseits die Unwirtschaftlichkeit der Urannutzung. Auch die Gefahr des militärischen oder terroristischen Missbrauchs von radioaktivem Material wird meist übersehen.

    1. Uran ist keine regenerative Energie. Die häufigste Zahl, die ich bisher gelesen habe, spricht von Reserven (mit derzeitigen Mitteln wirtschaftlich abbaubar) für 40 Jahre und Ressourcen (bekannte Lagerstätten insgesamt) für 80 Jahre, gemessen am derzeitigen Verbrauch. Die Reichweite dieser Vorkommen verkürzt sich natürlich, je mehr Länder die Kernenergie nutzen. Auf Kernenergie setzen heißt also ein sterbendes Pferd satteln.

    2. Kernenergie ist unwirtschaftlich. Dabei will ich hier noch nicht einmal die offenen und versteckten (Deutsche AKWs sind per Gesetz hoffnunglos unterversichert) Subventionen ansprechen. Das Problem ist wieder einmal die Endlagerung. Das langfristige Verhalten radioaktiver Abfälle kann nur begrenzt simuliert werden. Daher muss ein Endlager immer zugänglich sein, um auf unvorhergesehene Fälle reagieren zu können. Vergraben und versiegeln geht nicht. Daraus folgt, dass ein solches Lager auch gewartet und vor Missbrauch (etwa durch Terroristen) geschützt werden muss – und das über einen Zeitraum, der die Lebensspanne jedes je dagewesenen Staatsgebildes oder politischen Systems um ein zigfaches übersteigt. Allein die Personalkosten sind also (fair berechnet) astronomisch.

    3. Jede friedliche Nutzung der Kernenergie ermöglicht auch eine militärische Nutzung. Um statt reaktorfähigem spaltbarem Material waffenfähiges Material herzustellen, muss man nur den Anreicherungsprozess öfter laufen lassen. Der Bau einer Atombombe ist zwar technisch so kompliziert wie theoretisch einfach, aber eine “schmutzige” Bombe kann jeder bauen und einsetzen, der genug Uran oder Plutonium besitzt.

    Mein Fazit:
    Lieber Energie sparen und auf ein paar unnötige Annehmlichkeiten verzichten als Kernenergie nutzen.

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