Flashmob bei Westerwelle und Pinkwart
Guido und der Kopfverband
29. April 2010.
Das war ein ordentliches Polizeiaufgebot am Dienstag vor der Beethovenhalle in Bonn. Die FDP hatte zur Wahlkampferveranstaltung mit Guido Westerwelle und NRW-Spitzenkandidaten Pinkwart geladen. Taschenkontrollen wurden im großen Stil durchgeführt und der Saalschutz war auch in Kompaniestärke vertreten. Aber dennoch kamen alle Flashmober, die die Internet Community „campact” mobilisert hatte, in die Halle. Rund 25 Aktive waren gekommen – und sie sahen toll aus: Schwarze Blazer und hohe Schuhe dominierten und wir fielen fast nicht auf, als wir auf der linken Seite im Saal Platz nahmen.
Westerwelle saß umgeben vom Personenschutz schon vorne, als Herr Pinkwart seinen Wahlkampfauftritt ablieferte: In Siegerpose betrat er den Raum. Westerwelle erhob sich zur Begrüßungsverbeugung, aber wir saßen weiter still, hatten wir uns doch geeinigt, erst nach etwa einer halben Stunde anzufangen. Leider sprachen die Pinkwart-Vorredner endlos – und als bei dem FDP-NRW-Fraktionsvorsitzenden Gerhard Papke das Thema Chancengleichheit aufkam, war das unser Stichwort: Wir legten uns alle Kopfverbände an – und die Kameras hielten nicht mehr still.
Irritierte Blicke kamen von Seiten der ZuhörerInnen – aber als wir nach vier Minuten die Banner hochhielten, war alles klar: Kopfpauschale stoppen! stand auf den Verbänden, die wir wir Fanschals in die Höhe hielten. Spontaner Jubel von einigen FDP-KritikerInnen brannte auf – und der etwas aufgesetze Spruch von Papke: “Da müsste besser Linksruck stoppen draufstehen” wurde von seinen AnhängerInnen frenetisch beklatscht. Da standen wir nun, unter tosendem Beifall – so hatte es sich die FDP nicht vorgestellt.
Kontakt: Campact, www.campact.de
Foto: Kurt Höffgen
