Gemeinschaftsprojekt „Young-Man-Leadership“

Ein Blick in die Kultur der Lakota Indianer

16. Juli 2010.

Globalisierung: Entfremdung, Betäubung, Chemie und Synthetik. Blicke auf die westliche Kultur können einen faden Beigeschmack haben, der sich den hier aufgewachsenen Menschen nicht auf Anhieb erschließt. Wie auch, wenn der Vergleich mit außerindustiellen Gesellschaften sich auf Mitleid und Spenden für Kleidung und Brunnen beschränkt. Wir sind, was wir sind, die Hochkultur, die Lehrer, die Vorreiter der Zivilisation.

„Das Herz eines Menschen, der sich von der Natur entfernt hat, wird hart”, sagte der Sioux Häuptling, Pädagoge und Schauspieler Luther Standing Bear, der 1902 mit Buffalo Bills legenderer Wild West Show durch Europa tourte, „die mangelnde Ehrfurcht vor allem Lebendigen und dem, was da wächst, lässt auch bald die Ehrfurcht vor den Mitmenschen absterben. Ein wichtiger Bestandteil der Erziehung ist es, durch den Einfluss der Natur die jungen Menschen feinfühlig zu machen.  ” Worte, die vor dem Hintergrund des Prozesses um die S-Bahn Schlägerei um Dominik Brunner einen neuen Anstrich bekommen.

In der Tradition der Sioux steht auch der zur Zeit in Bonn lebende Lakota Indianer Levi Eaglefeather, unter dessen Federführung das Gemeinschaftsprojekt „Young-Man-Leadership” in Zusammenarbeit mit der Jugendfarm Bonn e.V. stattfindet. Von Montag bis Mittwoch (19.-21.07.2010, 11-15 Uhr) hat jede/r Interssierte auf Gut Ostler, Burgweg 19, 53123 Bonn die Chance, einen Einblick in die Lebensweise der Zu den Sioux gehörenden Lakota zu erlangen.

Die Lakota stammen ursprünglich aus den „Great Plains”, den rieseigen Ebenen der heutigen USA, aus der Nähe der ihnen Heiligen Black Hills, wo sie auch den Ursprung der Menschheit vermuten. Es ist ein Gebiet, dass im Winter von Temperaturen bis zu minus 30 Grad Celsius und im Sommer von Hitzewellen und Tornados heimgesucht werden kann. Eine Naturverbundenheit ist für die Nomadenstämme unabdingbar, allerdings nicht im Sinne von Unterwerfung, sondern Einklang.

Es verspricht ein unterhaltsames Projekt zu werden, das ausnahmsweise nicht die Indianer mit den Vertreibungen und Verbrechen der Weißen in Verbindung bringt, sondern im positiven Kontext die Stärken des Naturvolkes betont und zeigt, wo wir noch lernen können. Es findet im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Jugendfarm und Gut Ostler welche seit ca. einem Jahr besteht. Auf Gut Ostler wurden bereits eine flexible heilpädagogische Tagesbetreuung für Jungen und Mädchen ab 13 Jahren eingerichtet. Die Angebote reichen von z.B. tiergestützter Pädagogik, natur- und freizeitpädagogische Angeboten, der Förderung handwerklicher und lebenspraktischer Fähigkeiten bis zur Hausaufgabenbetreuung.

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