Röttgen und Westerwell alarmiert

Atom Alarm in Bonn

28. Juli 2010.

Die Bundesregierung will bis Ende September über die  Zukunft der Atomkraft entscheiden und ein energiepolitisches Gesamtkonzept vorlegen. Einer Mitteilung der Regierung zufolge stelle das Konzept die Weichen für eine nachhaltige  und verlässliche Versorgung der Zukunft. Mit den  erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind und Biomasse  werde die Energieversorgung nicht nur nachhaltiger,  sondern auch komplexer. Allerdings ziehen die geplanten  längeren AKW-Laufzeiten sowie zusätzliche Kohlekraftwerke  einen neuen Fundamentalkonflikt auf dem Weg ins  regenerative Zeitalter mit sich. Fraglich bleibt, ob variable  regenerative Energien und klassische Grundlastkraftwerke  in ein gemeinsames Stromsystem integrierbar sind.

Am Montag, den 26. Juli 2010 schlugen Menschen überall im Land mit Trommeln, Töpfen, Rasseln und Pfeifen vor den Wahlkreisbüros ihrer Abgeordneten unüberhörbar Alarm. Lautstark mit allerlei improvisierten Instrumenten (Vuvuzelas, Kochtopftrommeln und Pfeifen) wurde der Atomalarm 2010 bei strömendem Regen ausgelöst. Der Atom-Alarm war der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Aktionen in den Wahlkreisen der Parlamentarier. Es alarmierten über 100 AtomkraftgegnerInnen Umweltminister N. Röttgen (CDU – Wahlkreis in Siegburg) und Vizekanzler G. Westerwelle (FDP – Wahlkreis in Bonn) und machten so auf die Gefahren von Atomkraft und die Alternative Erneuerbare Energien aufmerksam. Überreicht werden sollte symbolisch eine campact-Petition, die von weit über 150.000 BürgerInnen gegen Atomkraft unterschrieben wurde.

Bericht Atomalarm Bonn:

Trotz der sinnflutartigen Rahmenbedingungen fanden sich Montag Mittag mehr als 70 BonnerInnen vor dem Wahlkreisbüro von Guido Westerwelle in Bonn-Poppelsdorf ein. Ausgerüstet mit Instrumenten aller Art, Anti-Atom-Fahnen und Plakaten besetzten sie den Eingang zur Bonner FDP-Zentrale in der Clemens-August-Str. 77. Die Stimmung war erstaunlich gut, es wurde eifrig gebastelt oder diskutiert und gelbe Fahnen geschwenkt. Doch trotz des lautstarken Protestes öffnete die FDP ihre Pforte nicht. Als dann die Petition überreicht werden sollte, stellte sich jedoch noch ein Abgeordneter den standfesten Protestlerinnen. Die Organisation des Atomalarms ging insgesamt reibungslos von statten. Über 70 Umweltfreunde, Solarfans und Atomkraftverweigerer haben an diesem Tag ein lautstarkes Zeichen gesetzt, was einen gelungenen Startschuss für weitere Anti-Atom-Protestaktionen dieser Art darstellte.

Ähnlich erfolgreich verlief die Protestaktion vor dem Büro Röttgens in Siegburg, bei der über 30 TeilnehmerInnen vor Ort waren.

Link: Anti-Atom-Gruppen Bonn

Foto: Anti-Atom-Gruppe Bonn

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