9. August 2010.

Am 6. und 9. August 1945 ordnete der damalige US-Präsident Harry S. Truman die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki an, die mehr als 200.000 Todesopfer verursachten. Diese Gräueltat führte letztendlich zur Kapitulation Japans im zweiten Weltkrieg. Es handelte sich dabei um die ersten einsatzfähigen Atombomben, die in einem Krieg gegen Menschen eingesetzt wurden

In Gedenken an dieses grauenvolle Ereignis fand am Freitag, den 6. August die Kundgebung zum Hiroshima-Gedenktag statt. Es legten auf Einladung der Friedensinitiative Beuel, der DFG/VK Bonn-Rhein-Sieg und der IPPNW (Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs) zahlreiche BonnerInnen ein Friedenszeichen aus Blumen um den Friedensbaum am Beueler Rheinufer.

Seit 1984 findet die Mahnveranstaltung für die mehr als zweihunderttausend Opfer der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki bereits in Beuel statt – diesmal aber klingen die Forderungen der Friedensbewegung nach vollständiger nuklearer Abrüstung und der Ächtung der Atomwaffen aktuell. Präsident Obama hat die Vision einer atomwaffenfreien Welt in seiner Prager Rede auf die politische Tagesordnung gesetzt.

„Hiroshima mahnt“ – dieser Slogan bildete dieses Jahr das Motto der Gedenkveranstaltung. Das Landart-Projekt, ein 1,60 Meter hoher Schriftzug „Hiroshima mahnt“ (siehe Photo) verlieh dem Ort des Gedenkens gemeinsam mit einigen Friedensfahnen zusätzlichen Ausdruck. Um 18 Uhr begann die Kundgebung mit einer Schweigeminute. Unter der Moderation von Susanne Rohde (Friedensinitiatve Bonn-Beuel) folgten vor rund 50 versammelten KriegsgegnerInnen Reden von Hannelore Tölke und Bürgermeister Horst Naaß, der in Vertretung des OBs gekommen war. Das erste Mal war ein Vertreter der Stadt Bonn anwesend. Seit Mai 2005 ist die Stadt Bonn Mitglied der „Mayors for Peace“. Diese Initiative appelliert an ihre Mitgliedstädte, die Kampagne „Atomwaffenfrei bis 2020″ zu unterstützen, um so Einfluss auf die Verhandlungen über Atomwaffen zu erlangen. Sie werden dabei von Friedensgruppen auf der ganzen Welt sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene unterstützt.

Naaß Rede bildete den emotionalen Höhepunkt der Veranstaltung. Die zentrale Forderung der DemonstrantInnen war auch dieses Jahr der Abzug der letzten 20 US-Atombomben aus Deutschland. Ein Punkt, der für die Verwirklichung Obamas Vision einer atomwaffenfreien Welt ein erster Schritt sein kann.

Der vollständige Redetext von Horst Naaß ist hier zu finden.

Auch 65 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki gibt es keinen Grund zur nuklearen Entwarnung: Das Schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI schätzt die Anzahl einsetzbarer atomarer Gefechtsköpfe weltweit auf 8.400 Stück. 2.000 davon befinden sich in ständiger höchster Alarmbereitschaft und können in wenigen Minuten gestartet werden.


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Foto: (c) Lena Horlemann

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