Vogelschutz am Neubau auf dem Drachenfels

3. Oktober 2010.

Königswinter, Drachenfels: Auch nach der Präsentation der neuen Fassadengestaltung für den Neubau auf dem Drachenfels bleiben viele offene Fragen zurück. Dreh- und Angelpunkt der Information am 29.9. im Landschaftsbeirat bei der unteren Landschaftsbehörde des Rhein-Sieg-Kreises war die Frage, ob der geplante neue Glaskubus das Risiko vermehrten Vogelschlags und das Anlocken von Insekten verhindert. Diese Frage ist von entscheidender Bedeutung für die Zulässigkeit des Vorhabens in der Vogelzugstraße entlang des Rheins, mitten im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet des Siebengebirges und in der direkten Nachbarschaft hoch bedrohter Vogel- und Insektenarten.

Die Stadt Königswinter hatte ihr Konzept aus einem speziellen Vogelschutzglas, einem besonderen Schattenvlies (Screen) und umlaufenden Metallstangen (Lisenen) vorgestellt. Dabei beruht die verbesserte Schutzwirkung für die Vögel vor allem in einem unter UV-Licht sichtbaren Muster in der Glasfläche. Offen blieb jedoch im Beirat, ob alle betroffenen Vogelarten das UV-Licht überhaupt wahrnehmen, Eulen z.B. sehen es nicht, wie sich die Glasfläche bei Reflexionen, Spiegelungen und Innenbeleuchtung verhält und ob eine Regelung gefunden werden kann, die zur Verdunklung der Scheiben am Abend mittels Vlies auch hinreichend verpflichtet, da anderenfalls die Lockwirkung des Lichtes nicht unterbunden werden würde.

Nach Rücksprache mit einem Experten auf dem Gebiet des Vogelschutzes an Gebäuden, Herrn Heiko Haupt, Dipl.-Biologe, der diesbezüglich zahlreiche Erfahrungen am Bonner PostTower sammeln konnte, der in den letzten Jahren regelmäßig zu großen Tierverlusten führte, zeichnet sich ab, dass sich das spezielle UV-Vogelschutzglas noch nicht ausreichend bewährt hat. Andere Alternativen, etwa schmale schwarze Streifen auf dem Glas, sollten deshalb im Vergleich mit geprüft werden. Deshalb hat der BUND beim Kreis ein entsprechendes Fachgespräch zwischen der unteren Landschaftsbehörde, der Stadt Königswinter, Herrn Haupt und dem BUND angeregt.

„Es wäre dramatisch, wenn auf dem Drachenfelsplateau ein weiteres Gebäude errichtet werden würde, dass – nach dem PostTower – zum Massengrab für Vögel werden würde!“, zeigt sich der BUND Rhein-Sieg besorgt. Sein Sprecher, Achim Baumgartner, hofft daher auf ein baldiges und konstruktives Gespräch.

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